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Dienstag, 25. November 2014

Sie stehlen Babies, oder nicht?

E.J. Graff vom Schuster Institute für Investigativen Journalismus der Brandeis University beschäftigt sich schon lange mit den Praktiken der Internationalen Adoption. Jetzt hat sie im Pacific Standard Magazin einen neuen Artikel veröffentlicht, der auf Dokumenten der amerikanischen Botschaft in Addis Ababa beruht, die sie mit einer Freedom of Information Abfrage erhalten hat. Dieser Artikel enthält nicht viel Neues, aber belegt noch einmal die schon lange vermutete Dynamik von Internationalen Adoptionen insbesondere in die USA.

Graff teilt die Adoptionsgeschichte in Äthiopien in drei Phasen ein: zunächst die Phase der humanitären Adoptionen, als engagierte Menschen ihre Hilfe anbieten und dafür geschätzt werden. Dann die Phase des "Goldrauschs", als immer mehr Vermittlungsagenturen ins Land kommen, um mit zweifelhaften Methoden und dubiosen Kooperationspartnern die Adoptionszahlen in die Höhe treiben. Als drittes folgt die Phase der Begrenzung, als die äthiopische Regierung beginnt Vermittlungsstellen zu kontrollieren. Graff stellt einen direkten Zusammenhang zwischen dem Rückgang der Adoptionen und der Haager Konvention her. Dies ist eine eher optimistische Interpretation. Interessant ist jedoch die Innensicht der amerikanischen Botschaft, die schon lange von den problematischen Vermittlungen wusste und dennoch sehr wenig tat. Die internen Dokumente des State Department können hier eingesehen werden.

Montag, 21. Juli 2014

EVAP stellt Adoptionsvermittlung aus Äthiopien ein

Der evangelische Verein für Adoptions- und Pflegekindervermittlung Rheinland hat die von ihm betreuten Adoptionsbewerber und Adoptiveltern unterrichtet, dass er die Vermittlung von Adoptivkindern aus Äthiopien einstellt. Die Nachricht kommt nicht überraschend sondern war seit längerem absehbar. Zum einen folgt sie einem langfristigen Trend der Reduzierung von Adoptionen aus Äthiopien weltweit. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts kamen 2010 noch 97 Kinder aus Äthiopien nach Deutschland. 2012 waren es noch 61. Neuere Zahlen gibt es noch nicht.

Zum anderen gab es immer wieder Berichte über die schwierige Situation in Äthiopien selbst. Waren vor zehn Jahren noch Auslandsadoptionen in Äthiopien ein Symbol für Mitgefühl und Empathie, haben die Praktiken vieler Adoptionsvermittler und der beteiligten Behörden zu einem großen Misstrauen in der Bevölkerung geführt. Zu viele gefälschte Herkunftsberichte, zu viele Lügen und zu viel Geld im System in einem sehr armen Land. Das hat einerseits die Regierung veranlasst Adoptionen stärker zu regulieren und einzuschränken und andererseits den Druck auf die Vermittlungsstellen erhöht, hohe Gebühren für Lizenzen zu bezahlen.

Ist es ein Fortschritt, wenn nun keine Adoptionen mehr von EVAP durchgeführt werden? Das ist - wie immer bei dem Thema - ein zweischneidiges Schwert. Konkreten Schicksalen von Kindern, denen es in Deutschland eindeutig besser geht als in Äthiopien, stehen Fragen von Korruption, Zwangslagen, gefälschten Papieren und anderen Skandalen gegenüber. Und nicht zu vergessen die Kinder, die von ihren Adoptiveltern in den USA zu Tode gequält wurden. Der Film Mercy, Mercy hat (trotz der Fragwürdigkeit einer Dokumentation, die über Jahre Elend dokumentiert ohne Hilfestellungen auch nur anzubieten) das ganze Spektrum von Missverständnissen, falschen Erwartungen und Informationen, sowie fehlgeleiteten Sozialarbeitern aufgedeckt. Kann man dieses Verhalten überhaupt verteidigen? Nur wenn man Einzelschicksale höher bewertet als ein korruptes und im Kern fehlgeleitetes System. Diese Abwägung von Zweck und Mitteln wird uns wohl immer in der Frage der internationalen Adoptionen begleiten.

Eindeutig ist jedoch, dass die beteiligten Akteure nach einer Reihe von Skandalen das System weder reformiert noch wirklich infrage gestellt haben. Die Haager Konvention ist gescheitert und mit ihr der Anspruch, rechtsstaatliche Normen und das Wohl des Kindes auf internationale Adoptionen anwenden zu können. Ob das Blatt sich in Zukunft wenden wird, wissen wir nicht. Wenn ja, wird es nicht hier sondern auf amerikanischem Boden entschieden. Solange amerikanische Behörden nicht bereit sind, das Geschäftsmodell Auslandsadoption grundsätzlich zu reformieren, wird die Grenze zwischen Adoption und Kinderhandel fließend und die Tür zum Missbrauch offen bleiben. Dass jetzt auch gerade die Vermittlungsstelle ihr Programm einstellt, die keine finanziellen Interessen verfolgt, während die privaten und profitorientierten übrig bleiben, wirft auch kein gutes Licht auf die Lage.

Was bleibt, sind die Kinder. Die elternlosen Kinder in Äthiopien, die Mütter in verzweifelten Situationen und die Kinder, die heute in Deutschland leben. Es wäre zu wünschen, sie würden in Zukunft mehr in den Mittelpunkt der Diskussion gestellt. Wenn junge Adoptierte ihre Geschichte und Meinung zum Thema Adoption an dieser Stelle berichten wollen, sind sie herzlich willkommen.

Samstag, 21. Dezember 2013

Efa berichtet über Schwierigkeiten bei Adoptionen aus Äthiopien

Betyie schreibt aktuell über Adoptionen aus Äthiopien:

Die Vermittlungsstelle “Eltern für Afrika” ihrerseits berichtet von acht Adoptionen im vergangenen Jahr und davon, dass die verwaltungstechnische Seite der Adoptionsfreigaben in Äthiopien immer noch nicht hinreichend geklärt sei, woraus sich ableite, dass die künftigen Entwicklungen bei internationalen Adoptionen nicht prognostizierbar seien. Die Lage in den Kinderheimen sei angespannt, die Versorgung der Kinder nicht jederzeit gut gewährleistet und künftig müsse man bei aus Äthiopien adoptierten Kindern mit einem Alter von wenigstens zwei Jahren rechnen.

Gleichzeitig meldet die Washington Post unter Berufung auf den Innenminister im Kongo, dass Internationale Adoptionen aufgrund von kriminellen Machenschaften temporär suspendiert seien.

Freitag, 20. Dezember 2013

Am Ende der Sackgasse

Was sich seit langem abgezeichnet hat, ist jetzt Gewissheit geworden: Eine der beiden Vermittlungsstellen in Deutschland, die Kinder aus Äthiopien vermitteln, hat die Vermittlungen gestoppt. Betyie schreibt dazu, dass die Vermittlungsstelle “Eltern für Afrika” im letzten Jahr nur acht Adoptionen aus Äthiopin durchgeführt. Zudem sei die verwaltungstechnische Seite der Adoptionsfreigaben in Äthiopien immer noch nicht hinreichend geklärt und die künftigen Entwicklungen bei internationalen Adoptionen nicht prognostizierbar. Die Lage in den Kinderheimen sei angespannt, die Versorgung der Kinder nicht jederzeit gut gewährleistet und künftig müsse man bei aus Äthiopien adoptierten Kindern mit einem Alter von wenigstens zwei Jahren rechnen.

Während einerseits diese Entscheidung in das Gesamtbild von schließenden Vermittlungsstellen in den USA und einem allgemeinen Rückgang an adoptierten Kinder passt, wirft sie andererseits doch die Frage auf, wie eine zukünftige Entwicklung aussehen kann. Ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch die andere Vermittlungsstelle ihre Arbeit in Äthiopien einstellt? Die Stimmung in Äthiopien ist jedenfalls kritisch.

Wir wissen nicht, wie es weiter gehen wird. Es gibt Anzeichen in den USA aber auch in Deutschland, dass sich Internationale Adoptionen auf andere Länder Afrikas verschieben werden wie z.B. nach Uganda, Kenia und Madagaskar. Die Probleme werden damit natürlich nicht gelöst, sondern im Zweifel werden dort unter den Vorzeichen eines schwachen Staates erst neue Möglichkeiten der Korruption eröffnet. Es ist schade, dass dies in der Welt der Adoptionsvermittlung so wenig reflektiert wird sondern immer wieder dem unmittelbaren Reflex der Hilfe für notleidende Kinder und kinderlose Eltern nachgegeben wird.

Dienstag, 8. Oktober 2013

Ethische Risiken einer Adoption aus Äthiopien


Wir werden oft nach Vermittlungsstellen gefragt. Viele Leserinnen und Leser landen auf unserer Seite, weil sie "Eltern für Afrika" oder "evap" googlen. 

Wir wissen daher, dass viele Leser dieses Blogs Adoptionsbewerber sind. Wenn sie auf unsere Seite kommen, sollte sie eines interessieren: Was sind die ethischen Risiken einer Adoption aus Äthiopien? Darauf gibt es im Jahr 2013 nach besten Wissen die folgende Antwort:
  • Das größte Risiko ist eine falsche Angabe im Sozialbericht über die Familie des Kindes. Kinder mit zwei lebenden Eltern können in Äthiopien nicht ins Heim gegeben werden. Wenn Mütter oder Familien sich dennoch dazu entscheiden, erklären sie sich zur Tante oder Nachbarin und behaupten die Eltern seien tot. Oder Grosseltern bringen Enkel ins Heim. Manchmal ohne das Wissen der Eltern. Oder Mütter von Säuglingen behaupten, sie hätten das Kind gerade an einer Kreuzung gefunden. Oder Kinder werden im Merkato aufgegriffen und die Polizei behauptet, die Eltern hätten nicht gefunden werden können. Auch das ist oftmals nicht wahr.   
  • Eltern werden/wurden zuweilen dazu überredet, ihre Kinder aufzugeben. Auch durch Vermittler, die von Heimen und Vermittlungsstellen dafür bezahlt werden. 
  • Heime bezahlen Vermittler für Kinder und verlangen hohe Gebühren von Vermittlungsstellen. Sie haben kein Interesse an der wahren Herkunft des Kindes. 
  • Uns ist kein Fall von Kindesentführung bekannt. Das bedeutet nicht, dass Mütter nicht unter Druck gesetzt wurden oder ihnen die Kinder ohne ihr Wissen oder Einverständnis abgegeben wurden. 
  • Uns sind mehrere Adoptionen bekannt, deren Hintergrund fragwürdig ist. 

Was kann man tun? Nach unserer Erfahrung und Einschätzung prüfen die deutschen Vermittlungsstellen nicht den Wahrheitsgehalt der Angaben durch das Heim. 'This is Africa' ist eine Haltung zum Problem. Und: 'Hauptsache die Kinder bekommen eine neue Familie'.  Im Fall Gelgela, einem Heim, das unter heftiger Kritik stand, hat evap seine Kooperation nach einer langen Übergangszeit eingestellt. 

Die Vermittlungsstellen sind auch keine aktiven Kritiker der gegenwärtigen Lage. Sie können nicht offen kritisch sein, ohne ihren Status zu gefährden. Vermittlungsstellen brauchen eine Lizenz der äthiopischen Regierung. Wenn sie zu kritisch auftreten, wird ihnen die Lizenz entzogen. Ihre Lage im Land ist prekär. Was Vermittlungsstellen hinter den Kulissen machen, wissen wir nicht. 

Niemand kann ein Kind adoptieren wollen, dessen Papiere es als Waise ausweisen und dessen Eltern in Wahrheit noch leben. Die Lüge im Leben des Kindes wird man nie wieder los. Sie wird auch nicht dadurch besser, das sie vielleicht nie bekannt wird. Oder dass trotz alledem die Adoption die beste Lösung für das Kind ist. Man möchte auch nicht mit der Unsicherheit leben, dass es Eltern gibt, die getäuscht und betrogen wurden.   

Vermittlungsstellen sind nach unserer Erfahrung nicht proaktiv, wenn es zur nachträglichen Aufklärung von Familienverhältnissen kommt. Sie selbst werden nie aktiv, auch wenn sie als professionelle Beteiligte von Beginn an ihre Zweifel hätten anmelden müssen. Sie beteiligen sich daran, wenn die Eltern darauf drängen. Auch weil sie Herr der Lage sein wollen und in Äthiopien keine unbeaufsichtigten Eltern haben wollen, die Detektiv spielen. Sie stellen zugleich den Eltern die Kosten in Rechnung. Das alleine kann Adoptiveltern von der Wahrheitssuche abhalten.

Unsere Arbeit wird von Vermittlungsstellen nicht gerne gesehen. Kein Adoptionsprofi hat uns bislang auf die Schulter geklopft und eine Diskussion zum Thema begruesst. Man habe den Eindruck, wir seien gegen Adoptionen. Wir ermutigen Adoptionsbewerber unangenehme Fragen zu stellen. Ja, das stimmt.  Wir ermutigen auch andere Adoptivfamilien, das Bundesamt für Justiz und die Vermittlungsstellen selbst kritische Fragen zu stellen. Wir glauben, dass es keine ethischen Adoptionen ohne eine vollständige Offenlegung der Fakten geben kann.

Samstag, 24. August 2013

Adoptionen aus Äthiopien im Jahr 2013

Wer vor vier Jahren mit offenen Augen durch Addis Abeba spazierte, sah überall Adoptivfamilien. Insbesondere amerikanische Eltern mit äthiopischen Babies und Kleinkindern bevölkerten das National Museum, das Blue Tops Restaurant und die großen internationalen Hotels. Abends auf dem Flughafen sah man ein Dutzend oder mehr Familien abreisen. Auf der Straße wurden sie begrüßt und Äthiopier bedankten sich bei ihnen, dass sie sich ihrer Kinder annehmen. Heute ist das Straßenbild ganz anders.

Man sieht in den typischen Touristenorten noch vereinzelt Adoptivfamilien. Amerikanische Familien sind jedoch weit und breit nicht zu sehen. Äthiopier geben Europäer den Tipp im Gespräch deutlich zu machen, dass man kein US-Amerikaner sei. Die Stimmung auf der Straße hat sich gedreht: Antiamerikanismus ist stark ausgeprägt wie auch eine Abneigung gegen internationale Adoptionen. Mitarbeiter von Vermittlungsstellen werden mit Vorwürfen konfrontiert am Kinderhandel gut zu verdienen. Die amerikanischen Vermittlungsstellen haben ihre Mitarbeiter sehr gut bezahlt und mit großen Autos ausgestattet. Manche Mitarbeiter von (amerikanischen) Adoptionsagenturen sind in kurzer Zeit sehr wohlhabend geworden. Die Äthiopier nehmen diese Entwicklung wahr und wissen, dass dort nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Zudem sind die Vorfälle in den USA - wie das Gerichtsverfahren gegen die Adoptiveltern von Hana Williams - in Äthiopien bekannt. Ebenso das Schicksal von Masha und der Film Mercy, Mercy.

Die meisten Vermittlungsstellen sind auf dem Rückzug. Zwei große amerikanische Agenturen haben ihre Büros geschlossen und eine Reihe von europäischen haben ihre Vermittlungen reduziert. Die neuen Vorschriften zum Gerichtsverfahren sowie die Schließung von Transitheimen und staatlichen Kinderheimen hat die Zahl der adoptierbaren Kindern deutlich reduziert. Als Folge steigt der Preis, den einige Heime für die Vermittlung von Kindern erwarten. Statt einer Unkostenpauschale für die Heimunterbringung werden hohe Summen für einzelne Kinder verlangt. Die Vermittlungsstellen, die solche Praktiken ablehnen, bekommen in der Tendenz keine Kinder mehr vermittelt oder nur solche, die niemand sonst will. Nach Auskunft einiger Beteiligter hat durch die stärkere Regulierung die Korruption eher zu- als abgenommen. Von einer möglichen Ratifizierung und Umsetzung der Haager Konvention ist nichts zu spüren. Die äthiopische Regierung will das Thema Adoption eher zurückfahren als durch weitere gesetzliche Maßnahmen neu aufwerten. Weder will man den Antiamerikanismus weiter schüren noch will man die Aufmerksamkeit neu auf Adoptionen richten. Politische Konsolidierung und ausländische Investitionen stehen im Mittelpunkt der Politik. Wirtschaftliche Entwicklung soll die Abgabe elternloser Kinder überflüssig machen.

Dass es jedoch weiterhin eine große und zunehmende Zahl elternloser Kinder gibt, ist auch offensichtlich. Die Lage der Landbevölkerung hat sich in den letzten Jahren kaum verbessert. Kinder verlassen ihre Dörfer und Eltern, weil die Familie auseinanderbricht oder das Land schlicht nicht genug zum Überleben der Familie bietet. Sie schlagen sich nach Addis Abeba durch, wo sie auf der Straße landen. Mitarbeiter von Straßenkinderprojekte berichten, dass die Rückführung der Kinder in ihre Familien oft unmöglich ist, da sie dort nicht bleiben können oder wollen. Nur eine finanzielle Unterstützung der Familien kann das in einigen Fällen ändern. Die Not dieser elternloser Kinder ist groß. Eine Organisation, die sich ihrer annimmt, ist Hope for the Hopeless, die wir an dieser Stelle empfehlen möchten.

Dienstag, 9. April 2013

Bericht über "Kindersucher" in äthiopischen Kinderheimen


Ein Artikel in der dänischen Copenhagen Post vom 8. April 2013 berichtet über "Kindersucher" von Enat Alem. Enat Alem ist das Kinderheim, mit dem die dänische Vermittlungsstelle DanAdopt kooperierte. Die Kooperation wurde nach der Ausstrahlung des Films "Mercy, Mercy" aufgekündigt. Mittlerweile hat die dänische Regierung Adoptionen aus Äthiopien gänzlich gestoppt.

"Kindersucher" sind Angestellte von Vermittlungsstellen oder Heimen, die für ein Vermittlungshonorar Kinder für Auslandsadoptionen akquirieren. Dabei wird den leiblichen Eltern oftmals ein falsches Bild von Adoptionen vermittelt; z.B. dass die Kinder nur zu Ausbildungszwecken ins Ausland entsandt werden und später zurück kommen. Ein australischer Fernsehbericht, der eine Kindersucherin einer amerikanischen Vermittlungsstelle im Süden Äthiopiens zeigte, hatte im Jahr 2009 die kritische Berichterstattung über Adoptionen aus Äthiopien ausgelöst. Die amerikanische Vermittlungsstelle ist mittlerweile in Konkurs.
 

The Copenhagen Post

Ethiopian orphanage used ‘child harvesters’ to find children

Ray Weaver
 

DanAdopt’s closed orphanage used an intermediary to convince families to put their children up for adoption
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This woman said she had no idea her children would never return when she allowed them to be adopted in Denmark (Screen Shot: DR/ 21 Søndag)
 
Adoptions from the the Enat Alem orphanage in Ethiopia were recently halted by the social and integration minister, Karen Hækkerup (Socialdemokraterne), based on reports of children being deprived of food, basic care and medical treatment at the facility. Now new reports have surfaced that the home used ‘child harvesters’ to lure local families into putting their children up for adoption at Enat Alem in violation of the Hague Conventions.

A local man, Gimma Kebele, told the DR News programme '21 Søndag' that he worked at Enat Alem and that, along with his duties as a night watchman, he went around local villages visiting families in an attempt to persuade them to put their children up for adoption. Kebele says that he has been involved in 145 adoptions at Enat Alem.

According to local authorities, Kebele received a reward for collecting the children that was quite lucrative by Ethiopian standards. He was allegedly paid between 75 and 110 Danish kroner for each child he brought to the home. By comparison, his monthly salary as a guard at the orphanage was about 150 kroner.

A local official said that many parents who were seeking a chance at a better life for their children never fully understood that they would most likely never see them again after agreeing to an adoption through Enat Alem.

“They did not know what the separation meant because they were pressured and tricked and promised many things,” the official told '21 Søndag'. Other sources have said that biological parents were told that their children would receive excellent educations and then be sent back to Ethiopia to help their biological families.

"I am completely shaken," Steen Andersen, the general secretary of UNICEF Denmark, told '21 Søndag'. "This is unethical and illegal. These children are not orphans, and many of these women belive that their children are going on an extended holiday in Denmark."

Records show that 21 children have come to Denmark from Enat Alem via DanAdopt since 2009. The agency said that it had no knowledge that the the orphanage used child harvesters. This past weekend, DanAdopt sent a letter to the parents on the waiting list for Ethiopian children in Denmark, saying that the moratorium on adoptions from Ethiopia was "temporary". The letter goes on to say that there have been no problems with Danish adoptions from Ethiopia since 2009 and that they had not been allowed to see '21 Søndag' before it was aired in order to verify its claims.
Kebele denied that he was paid to find children for adoption and said that he was simply doing outreach work in order to assist poor families. Soliciting children for adoption for profit is punishable by imprisonment in Ethiopia.

The letter from DanAdopt to parents waiting for a child from Ethiopia is here, in Danish.

Freitag, 8. März 2013

Terre des Hommes Schweiz stellt Internationale Adoptionen ein

Terre des Hommes Schweiz hat mitgeteilt, dass sie keine weiteren internationalen Adoptionen durchführen werden. Dabei ist besonders die Begründung interessant:

"Seit einigen Jahren schon beobachten wir einen regelmässigen Rückgang internationaler Adoptionen. Davon betroffen sind alle Aufnahmeländer, sowohl in Nordamerika als auch Europa. Der Verbleib des Kindes in seiner leiblichen Familie, Alternativen zur Institutionalisierung der Kinder und die Zunahme nationaler Adoptionen sind teilweise für diese Abnahme verantwortlich. In den Vereinigten Staaten zum Beispiel wurden 2004 rund 24’000 Kinder aus anderen Ländern adoptiert. 2011 zählte man nur noch 9300 internationale Adoptionen.

Dieser Rückgang wirkt sich auch auf das Profil der zur Adoption freigegebenen Kinder aus: Es handelt sich um ältere Kinder manchmal mit einer schweren Vergangenheit, Geschwistergruppen oder Kinder mit besonderen Bedürfnissen, Behinderungen oder Krankheiten. Die Kluft zwischen dem Wunsch der Eltern, ein gesundes Kleinkind zu adoptieren und den reell für eine Adoption verfügbaren Kindern wird immer grösser. Angesichts dieser Realität der internationalen Adoption geben zahlreiche Paare ihr Vorhaben auf. Andere wenden sich in schlecht organisierten und ungenügend kontrollierten Ländern zweifelhaften oder gar betrügerischen Kanälen zu. Dank dem starken Lobbying von internationalen Organisationen wie Terre des hommes und einem Erkenntnisprozess in den Herkunftsländern der Kinder sind solche Praktiken, die deren Interesse nicht wahren, heute ebenfalls rückläufig. Es werden nun aber auch andere Wege beschritten wie die Leihmutterschaft, wo die Gefahr einer neuen Form der «Vermarktung» von Kindern droht."

In Deutschland hat Terre des Hommes schon vor Jahren die Vermittlung von Adoptionen eingestellt und sich sehr kritisch über internationale Adoptionen geäußert.

Samstag, 2. März 2013

Dänemark stoppt Adoptionen aus äthiopischem Kinderheim

Ein Artikel der Copenhagen Post vom 01. März 2013 berichtet von einer Inspektionsreise der dänischen Sozialbehörde nach Äthiopien. Dort besuchten die Inspektoren das Kinderheim Enat Alem und fanden katastrophale Bedingungen vor. Als eine Konsequenz stoppte die dänische Sozialministerin Karen Hækkerup alle weiteren Adoptionen von dem Heim nach Dänemark.

Nach Angaben der Inspektoren fehlte es in dem Heim sowohl an Nahrungsmitteln, essentieller Pflege sowie medizinischer Versorgung. In einem Brief an die dänische Vermittlungsstelle DanAdopt führte die Sozialministerin aus, dass die Ausstattung des Heims gegen "fundamentale ethische Prinzipien" verstoße.

Der Brief stellt fest, dass die Bedingungen in dem Heim gegen äthiopische Gesetze verstießen. Das Heim Enat Alem war auch Gegenstand des Films 'Mercy, Mercy - der Preis von Adoptionen'. Der Direktor des Heims wurde in dem Film mit den Worten zitiert, dass die Kinder in Dänemark eine Ausbildung erhielten und dann nach Äthiopien zurückkämen. Die dänische Vermittlungsstelle DanAdopt erklärte diese Lüge des Direktors mit "kulturellen Differenzen". Die Ermittlungen der dänischen Sozialbehörde sind noch nicht abgeschlossen.

Donnerstag, 24. Januar 2013

Kompetenzzentrum Internationale Adoption

Auf dem Blog "Betyie" findet sich ein begrüßenswerter offener Brief an Frau Rupprecht, der Vorsitzenden der Kinderkommission im Deutschen Bundestag, der sich für ein Kompetenzzentrum Internationale Adoption einsetzt. Dieses Kompetzenzentrum wäre eine leicht umzusetzende Kombination aus einer "Dokumentations- und Beratungsstelle für die Vermittlung von medizinischen, psychologischen und sonderpädagogischen Beratungsangeboten speziell für international adoptierte Kinder und kooperierenden Forschungsstellen, z. B. für den (Zweit)spracherwerb für Kinder aus internationaler Adoption. Diese könnte an jedem sonderpädagogischen, pädagogischen oder psychologischen Institut angegliedert sein und sollte sich besonders um die Umsetzung von Forschungsergebnissen in didaktische Materialien und Empfehlungen für die Sprachförderung in und außerhalb eines differenzierenden Regelunterrichts bemühen."

Als Beispiel wird in dem Brief genannt:
    "Es wäre hilfreich, wenn allen Eltern international adoptierter Kinder eine zentral verwaltete, kommentierte Datenbank zur wohnortnahen (tropen)medizinischen Versorgung zur Verfügung stünde, die solche Ärzte auflistet, die nicht nur im Bereich der medizinischen Versorgung von Kindern aus der so genannten “Dritten Welt” Erfahrungen mitbringen, sondern auch in der Lage sind, mit den Kindern in einer ihnen entsprechenden Form diagnostisch gut umzugehen."
Und:
"Gleiches gilt bei der Diagnostik und Therapieangebote für Kinder mit psychischen oder so genannten “Verhaltensauffälligkeiten”. Auch hier sind mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit Angebote je notwendiger, desto älter die Kinder zum Zeitpunkt ihrer Adoption waren. Und auch hier bestehen erfahrungsgemäß relativ eng umrissene Kriterien, nach denen es sich leicht ermitteln lässt, ob eine Praxis geeignet ist. Dazu würde gehören, ob die Ausbildung der Mitarbeiter darauf ausgerichtet ist, zwischen Traumatisierung und Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen zu unterscheiden, dass die Diagnostik und Therapie vorwiegend nicht-sprachlich verfährt und dass ein gewisser Erfahrungshintergrund in der Arbeit mit international adoptierten Kindern vorliegt."
Diese Initiative kann man nur vorbehaltslos unterstützen. Ärzte, Jugendämter und Schulen gehen in der Regel fraglos davon aus, dass die Vermittlungsstellen diese Nachsorgearbeit willig und kompetent übernehmen. Das ist nicht der Fall. Den Vermittlungsstellen fehlt in der Regel das Geld und Personal, um eine solche Beratung und Dokumentation zu übernehmen. Bestenfalls gibt es aktive Adoptiveltern, die über persönliche oder Vereinsnetzwerke ihr eigenes Wissen weitergeben. Ein Kompetenzzentrum Internationale Adoption wäre ein wichtiger Baustein zur Unterstützung adoptierter Kinder und ihrer Eltern.

Samstag, 1. Dezember 2012

Denn sie wissen nicht, was sie tun

Adoptionen sind ein tiefer Eingriff in das Leben eines Kindes und der Familien. Dieser Eingriff bedarf einer besonders guten Vorbereitung, einer Begründung und großer Professionalität der Beteiligten. Wer sich länger mit Internationalen Adoptionen beschäftigt, weiß, dass alle diese Faktoren nicht zutreffen. 

Die Geschichte, die dem Dokumentarfilm Mercy, Mercy zugrunde liegt, illustriert das Dilemma und das Fehlverhalten auf verschiedenen Ebenen. Kein Sozialarbeiter in einem entwickelten Land, auch nicht in Dänemark, käme auf die Idee eine Adoption von Kindern in einer intakten Familie anzuregen oder gar zu erlauben, weil die Eltern HIV infiziert sind. Die Kinder würden in der Familie verbleiben, bis es nicht anders geht oder die Eltern wirklich versterben. Wären die Kinder dann im Heim und keine Angehörigen in der Nähe, könnte man über Adoptionen nachdenken. Warum gilt das, was in Europa selbstverständlich ist, in Afrika nicht? Warum kann eine dänische Adoptionsvermittlungsstelle andere Maßstäbe in internationalen Adoptionen anlegen als in dänischen?

Es ist im Übrigen bei Adoptionen aus Äthiopien gang und gäbe, dass die Kinder nicht Waisen sind sondern noch ein Elternteil, meistens Mütter, haben, die einfach zu arm und manchmal auch zu krank sind, um viele Kinder zu versorgen. Dass zwischen den Müttern und den adoptierten Kindern eine Beziehung besteht, die auch durch Gerichtsbeschluss nicht einfach aufgehoben wird, wird sowohl von Vermittlungsstellen als auch von Adoptiveltern oftmals ignoriert und verursacht viel Leid auf beiden Seiten. Manchmal lehnen die Kinder einen Kontakt zur leiblichen Mutter oder Familie lange Zeit ab. Manchmal hilft es ihnen aber auch, um mit der Situation umzugehen, weil sie sich um die Mutter und zurückbleibende Geschwister sorgen. Manchmal gab es Konflikte in der Familie, die nicht aufgearbeitet sind. Die Vermittlungsstellen wie auch viele Adoptiveltern sind auf dieses Problem viel zu wenig eingestellt. (Es gibt dazu unterschiedliche Praktiken der Vermittlungsstellen, die wir auf Anfrage gerne genauer erläutern.)

Darüber hinaus ist die gesamte Diskussion über Adoptionen und deren Erfolgsbedingungen mehr von Mythen und Ideologien bestimmt als von wirklichen Erkenntnissen, was gut für Kinder ist. Die Forschungslage ist erschreckend dünn und die Praxis ist in der Regel handgestrickt. Einige Beispiele: das Alter zum Zeitpunkt ist nicht entscheidend für das Gelingen einer Adoptivfamilie. Entscheidend ist die Traumatisierung des Kindes. Ein älteres Kind kann bereits mehr Leid erlebt haben und damit die neue Adoptivfamilie mehr belasten. Aber auch kleinste Kinder können durch Hungererfahrung schwerstens traumatisiert sein. Ein anderes Beispiel: angehenden Adoptiveltern wird nur wenig Vorbereitung für ihre Aufgabe zugemutet. Insbesondere gilt das Motto: Eltern sollen Eltern sein und keine Therapeuten. Das wird ihrer neuen Rolle nicht gerecht. Adoptiveltern müssen eine Vorbildung im Umgang mit Trauma und Bindungsverlust haben, um auf die Signale der Kinder richtig reagieren zu können. Und zwar nicht erst dann wenn die Krise eingetreten ist. Angehende Pflegeeltern müssen mehrere Seminare absolvieren, um sich für ihre neue Rolle zu qualifizieren. Bei Adoptiveltern reicht ein Tagesseminar.

Adoptionskritiker sprechen gerne von der Adoptionsindustrie und der starken Nachfrage nach Babys, um die Missstände zu beschreiben. Um im Bild zu bleiben: viele Probleme mit internationalen Adoptionen haben in der Tat mit dem Geschäftsmodell zu tun. Eine bessere Kontrolle der Praktiken im Land und eine intensivere Vorbereitung von Adoptiveltern kostet Geld und schreckt vielleicht auch Bewerber ab. Der Mythos, dass in Afrika kleine Kinder in Waisenhäusern auf gutwillige Eltern warten, reduziert die Erwartungen bei Eltern wie Behörden, dass auch bei solchen Adoptionen strenge Kriterien angelegt werden müssen. In vieler Hinsicht handeln wir noch heute so wie Mitte der achtziger Jahre, als die Hungersnot in Äthiopien den Startschuss für Adoptionen aus Afrika gegeben hat und Menschen aus reichen Ländern genuin Kinder retten wollten. Seitdem ist jedoch mehr als ein Vierteljahrhundert vergangen. Es wird Zeit, die Praxis zu überprüfen und heutigen Standards anzupassen.

Samstag, 10. November 2012

Verschärfte Maßnahmen des äthiopischen Familienministeriums zur Bekämpfung von Missständen

Seitdem die Missstände in Adoptionsverfahren aus Äthiopien im Sommer 2009 bekannt wurden, gab es eine Reihe von Maßnahmen von Seiten der äthiopischen Regierung, um sie zu bekämpfen. In den letzten Wochen wurden weitere Schritte bekannt. Sie betreffen insbesondere die Sicherstellung des Kindeswohls nach der Vermittlung.

Zum einen verlängerte das äthiopische Familienministerium den Zeitraum, für den Adoptivfamilien jährliche Entwicklungsberichte schreiben müssen. War es bislang bis zum 15. Lebensjahr, wurde der Zeitraum auf das vollenendete 18. Lebensjahr erweitert.

Zeitgleich wurden zwei amerikanischen Vermittlungsstellen, International Adoption Guides und Adoption Advocates International die Lizenz vorläufig entzogen. Beide Vermittlungsstellen hatten Kinder in Familien vermittelt, in denen die Kinder später misshandelt wurden. Es gab im Laufe des letzten und diesen Jahres mehrere Berichte über Kindermisshandlungen in amerikanischen Adoptivfamilien, die in zumindest einem Fall zum Tod des Kindes führten.

Drittens hat das Familienministerium angekündigt, Delegationen in die Empfängerländer zu senden, um die Arbeit der Vermittlungsstellen vor Ort zu überprüfen. In den USA hat dies schon dazu geführt, dass sich 19 Vermittlungsstellen zusammen geschlossen haben, um die Delegation auf ihre Kosten in die USA zu bringen. Sie hatten nach einem Bericht des Wall Street Journals beim Justizministerium angefragt, ob eine Kostenübernahme gegen die amerikanischen Antikorruptionsgesetze verstossen würden, die eine finanzielle Zuwendung an ausländische Behördenmitarbeiter im Kontext von Geschäftsinteressen verbieten. Während die Finanzierung der Reise vom amerikanischen Justizministerium genehmigt wurde, stellt sich die Frage der Korruptionsanfälligkeit dieser Besuche natürlich dennoch. Vermittlungsstellen haben ein großes Interesse daran, es der Delegation während ihrer Dienstreise besonders gut gehen zu lassen, damit sie später bei der Verlängerung ihrer Lizenzen keine Probleme bekommen. Eine Übernahme der Kosten durch die Vermittlungsstellen ist daher keine gute Idee.

In diesem Kontext haben sich auch die Kosten für die Lizenzen von Vermittlungsstellen in diesem Jahr drastisch erhöht. Das äthiopische Familienministerium verlangt im Gegenzug für eine Lizenz eine Finanzierung von Schulprojekten. Die Finanzierung öffentlicher Aufgaben durch Vermittlungsstellen ist natürlich sehr problematisch, da auf beiden Seiten Abhängigkeiten entstehen: der äthiopische Staat macht sich in seiner Sozial- und Schulpolitik von den Zahlungen der Vermittlungsstellen abhängig und die Vermittlungsstellen kommen in die Gefahr für die Vermittlung von Kindern ein "Kopfgeld" bezahlen zu müssen. Auch das ist eine ungute Entwicklung und nicht im Sinne des Kindeswohls.

In jedem Fall werden Delegationen äthiopischer Behörden im nächsten Jahr auch nach Deutschland kommen. Sie werden ganz konkret auch Adoptivfamilien und adoptierte Kinder treffen wollen. Die Vermittlungsstellen müssen diese Treffen organisieren, um den Delegationen entgegen zu kommen. Man kann nur hoffen, dass bei diesen Treffen ein Dialog darüber entsteht, wie sich die Standards verbessern und Korruption eliminieren lässt, und nicht stattdessen die Delegationsreise als solche schon Bestandteil korrupter Praktiken sein wird.    

Montag, 5. November 2012

Offener Brief an diejenigen, die mit Adoptionen aus Äthiopien zu tun haben

Dina McQueen hat auf Huffington Post einen offenen Brief an die äthiopische Adoptionscommunity veröffentlicht. Er endet mit den harschen Worten, dass viele Adoptiveltern das führende Personal einiger Vermittlungsstellen gerne im Gefängnis sehen würden...

"I am an adoptive mother of one Ethiopian-born girl. I also am a writer with a passionate belief that in order for our planet to survive, all children, everywhere, need to be provided with the opportunity to go to school. In a utopian world, all children would remain with their families of origin and receive an education through college, if this was their desire. But the current state of the planet being what it is -- with commerce and acquisition taking priority over education and environmental protection -- often, especially in Africa and Asia, this means governments providing assistance for their country's children through international adoption.

I love my daughter. I love her birth country and the people of Ethiopia. I love my daughter's birth mother for possessing the courage and faith to trust that the baby she gave life to would have opportunities she could not provide, opportunities that would impart a level of health, safety, and education her child would need to thrive in this often very challenging world. Our daughter's first mother handed her infant to somebody who most likely promised her that the American couple who would become the baby's parents would be able to give her a better life.

The things that I discovered after the fact, so to speak, about our daughter's background are enough to make even the strongest woman crumble. Though other Ethiopian adoption "stories" I have heard are surely more heart breaking than ours, whenever a child is presented to potential future parents with assurance that they are being given all of the available "facts," only to find out weeks, months, or years after the adoption is final, that little of the truth was actually disclosed, well...

We used a small agency to assist us in the delivery of our daughter. I described our adoption process "ordeal" in my book, Finding Aster -- Our Ethiopian Adoption Story. (Names throughout the book were changed.) In the Epilogue, written August 2010, I predicted a little bit of what eventually happened with Ethiopian adoption procedures the following March, 2011. A mother's intuition, a journalist's inner eye, or whatever; I knew there was not a chance in this crazy world that we were the only ones to suffer from American adoption agencies not telling adoptive parents all that they knew, or could know with a little bit of leg work. Something in the system would surely have to change.

For a while, adoptions slowed to nearly a halt. Policies were given an overhaul. Unfortunately, this turned out to be for the better. Why unfortunately? One: because now children would remain institutionalized far longer than necessary; or, far longer than necessary if transparency, honesty, and the children's best interests were top priority. Two: because now adoption agencies would work even harder to hide what they knew, or could know, in order to quicken the process and promise potential adoptive parents unrealistic wait times. Money being a motivating factor in the business of international adoption, the children, it seems, often end up becoming a mere commodity, with no regard to the fallout of lying to one human being, about another human being's background, existence, and/or circumstances.

Though my words here may seem vague, in the end I write to share the truth. I write with the intention to bring light into dark places and hope where there may be despair. Many adoptive parents, birth parents, and adopted children, too many, really, have suffered as a result of various agencies lying about the adoptive children's social history. Everybody ends up losing this game of deceit that only one party agreed to play.

Many adoptive mothers of Ethiopian-born children "chat" in private online venues and express strong desires to see heads of adoption agencies imprisoned. We mothers continue to feel angry and saddened every time a new story further illustrates what sometimes transpires to get a child out of Africa."

Montag, 30. April 2012

Der Adoptionsboom in Äthiopien

Das Wall Street Journal veröffentlichte am 28. April einen Bericht über eine Adoption aus Äthiopien, der viele typische Situationen gut beschreibt und daher als symptomatisch angesehen werden kann:

Die heute 7 Jährige Melesech wurde vor drei Jahren aus Äthiopien adoptiert. Ihre Mutter starb an Malaria; der Vater hat weitere sechs Kinder und eine zweite Frau. Er wurde vor vier Jahren von einem Mittelsmann angesprochen, ob er seine Kinder nicht abgeben wolle.

Zunächst war der Vater bereit, zwei seiner Söhne abzugeben, die damals acht und neun Jahre alt waren. Doch das Waisenhaus wollte nur Kinder, die jünger als fünf Jahre  waren. Daher kam er zurück mit Melesech. Er brachte seine Tochter nach Hosanna, ca. 60 Kilometer von seinem Dorf entfernt. "Ich gab sie weg, weil ich arm bin", sagte der Vater. Man versprach ihm, dass sie ihm später Geld schicken würde. Die Adoptiveltern besuchten ihn einige Jahre später und er freute sich über die Bilder von Melesech. Nach den Angaben des Wall Street Journals erwartete der Vater des Mädchens auch Geld von den Adoptiveltern, was diese jedoch bestreiten. Bis heute hat er gemischte Gefühle über die Adoption. Einerseits wartet er auf ihre Rückkehr, andererseits überlegt er, weitere Kinder zur Adoption freizugeben. "Wenn ich Bilder von Melesech sehe und wie glücklich sie ist", sagt er, "wünschte ich, ich könnte meine anderen Kinder auch schicken."

In einem Kommentar zum Artikel schreibt eine Adoptivmutter über ihre Erfahrungen in Äthiopien. Sie berichtet, wie sie von der Familie ihres Kindes um Geld gebeten wurde. Dabei beobachtete sie Sozialarbeiter einer Vermittlungsstellen, die den leiblichen Müttern Geld für ihre Kinder anboten. Die Adoptivmutter ist zurecht von der Art der Kindervermittllung schockiert. Ihren Kommentar schließt sie mit Konsequenzen für Internationale Adoptionen. Zwar sollten Adoptionen weiterhin möglich sein, aber man solle solche Kinder adoptieren, die über 5 Jahre alt und Waisen sind oder gesundheitliche Probleme haben. Die äthiopische Regierung solle endlich die Haager Konvention unterzeichnen. Alle Beteiligten sollten darauf hin arbeiten, dass Familien zusammen  bleiben. Und man solle gegen die vorherrschende Form der Ausbeutung in internationalen Adoptionen protestieren.

Dienstag, 14. Februar 2012

Eltern für Afrika schließt Transitheim

Eltern für Afrika meldet auf seiner Website folgende strukturelle Veränderungen:
"Bei einem Treffen von in Äthiopien tätigen Vermittlungsstellen mit dem Ministry of Women's and Children's Affairs in Addis Abeba, teilte der zuständige Minister mit, dass in Transitkinderheimen in Zukunft grundsätzlich nur Kinder für die Zeitspanne nach Gerichtstermin und Abholung durch die Adoptiveltern aufgenommen werden dürfen. Weil es sich dabei nur um eine Zeitspanne von ca. 2-3 Wochen handelt, haben wir uns entschieden unser Transitkinderheim in Addis Abeba aufzulösen und die bereits vorhandene und gut funktionierende Zusammenarbeit mit anderen Kinderheimen fortzuführen und zu verstärken."
Die Schließung weiterer privater Kinderheime in Äthiopien ist in diesem blog mehrfach thematisiert worden. Daher kommt die Ankündigung keineswegs überraschend. Auch das Für und Wider von Transitheimen wurde besprochen:
"Transitheime ausländischer Adoptionsvermittlungsstellen sind problematische Einrichtungen. Einerseits folgen sie ein wenig dem Modell der Bereitschaftspflege, wie sie in Deutschland praktiziert wird. Anderseits tragen sie zum Aufbau einer Nachfragestruktur bei und die Vermittlungsstellen sind schon aus finanziellen Gründen darauf angewiesen, dass neue Kinder ins Heim kommen."
Da Transitheime besser ausgestattet sind als staatliche Kinderheime, geben sie weitere Anreize für Eltern, ihre Kinder zur Adoption freizugeben anstatt sie vielleicht nur vorübergehend einem Heim anzuvertrauen. Sie blockieren auch weitere Investitionen in staatliche Heime. Die Mittel, die Eltern für Kinder für ihr Transitheim aufgewandt haben, wären bessser in staatliche Heime oder andere Formen der Pflegschaft geflossen. Auch wenn die Beweggründe des Ministeriums andere sein mögen, ist es daher letztlich richtig, Transitheime zu schließen und stattdessen allein auf die Kooperation mit staatlichen Heimen zu setzen. Es ist schade, dass es einer Anweisung des Ministeriums bedurfte, um diese von amerikanischen Vermittlungsstellen vorangetriebene Fehlentwicklung zu korrigieren. Aber es bleibt zu hoffen, dass die äthiopischen Vermittlungsverfahren sich langsam zum Besseren wandeln.


Dienstag, 7. Februar 2012

Stellungnahme der Kinderkommission

Die Kinderkommission des Deutschen Bundestages hat bereits im November 2011 eine Stellungnahme zum Thema „Kinderrechte“ abgegeben, auf die wir erst jetzt aufmerksam wurden. Darin berichtet die Kinderkommission über ihre Arbeit in der 17. Wahlperiode. Zum Thema Adoptionen führt die Kinderkommission aus:

"Bei allen Adoptionen muss das Kindeswohl im Mittelpunkt stehen. Deshalb sollten diese sorgfältig durch eine staatlich anerkannte Fachstelle begleitet werden. Die Kinderkommission macht sich daher für eine Unterbindung von unbegleiteten Adoptionen stark. Die entsprechenden gesetzlichen Regelungen zu Optimierung von (vor allem) Auslandsadoptionen sollten auch die Zuständigkeiten im gesamten Auslandsadoptionsgeschehen klar regeln. So könnte die Schaffung eines Kompetenzzentrums, die Trennung von Vermittlung, Zulassung und Aufsicht sowie die Etablierung einer aussagekräftigen internationalen Adoptionsstatistik sinnvoll sein."

Die Empfehlungen der Kinderkommission sind aus der Sicht von Adoptiveltern in jedem Fall zu unterstützen. Unbegleitete Adoptionen sind keine Option in einer Welt, in der fast täglich Fälle von Korruption und Kinderhandel in der internationalen Adoption berichtet werden. Klarere Regelungen zur Auslandsadoptionen müssen sich mit dem Verhalten von Vermittlungsstellen in den Sendeländern auseinandersetzen, insbesondere mit der mangelhaften Dokumentierung der Herkunft von Kindern und den geflossenen Geldzahlungen an Mittelspersonen. Ein Kompetenzzentrum könnte und sollte die Forschungslage zum Thema Adoption verbessern und könnte viele der von uns hier thematisierten Probleme bearbeiten. Dazu gehören neben den Fragen zum Vermittlungsprozess auch die Beratung und Vorbereitung von Eltern in Deutschland und die Hilfe für Eltern mit stark traumatisierten Kindern. Es ist illusorisch, dass in Zeiten leerer Kassen die Bundesregierung ein solches Kompetenzzentrum ausstatten würde. Aber es sollte im Interesse aller sein, die mit internationaler Adoption in Berührung sind,  diese Fragen systematischer anzugehen, als es zurzeit der Fall ist.

Montag, 28. November 2011

Amerikanische Verhältnisse?

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden im Jahr 2010 382 ausländische Kinder zur Adoption nach Deutschland gebracht, deren Adoptiveltern nicht mit den Kindern verwandt sind. Äthiopien war das größte Senderland mit 97 Kindern gefolgt von Russland, Thailand und Bulgarien. 2009 waren es noch 72 Kinder aus Äthiopien und 2008 waren es 47 und 2007 29. Damit sind in Deutschland die Zahlen adoptierter Kinder aus Äthiopien ähnlich schnell in die Höhe geschossen wie in den USA. Gleichzeitig sind jedoch die Gesamtzahlen aller Auslandsadoptionen nach Deutschland im gleichen Zeitraum deutlich gesunken. 2007 kamen noch 567 Kindern aus dem Ausland nach Deutschland.*

Die Zahlen verdeutlichen zum einen wie groß der Abstand zum Adoptionsland USA ist; zum anderen aber auch dass das in den Medien gerne gezeichnete Bild der Auslandsadoption als Lösung für die zunehmende ungewollte Kinderlosigkeit verwöhnter Mittelschichtsfamilien kaum zutrifft. 660.000 Geburten im Jahr stehen knapp 400 Auslandsadoptionen gegenüber. Die Zahl der vorgemerkten Adoptionsbewerbungen sank in den letzten zwanzig Jahren um über 60%.

Während also die Gesamtzahlen von Inlands- und Auslandsadoptionen in Deutschland seit langem sinken, war Äthiopien in den letzten Jahren ein Ausreißer. Das hängt zum einen mit dem 'Erschließen' von Äthiopien als Senderland durch amerikanischen Vermittllungstellen und zum anderen mit der Gründung einer neuen Vermittlungsstelle zusammen. Die bayerische Vermittlungsstelle Eltern für Afrika hat 2007 seine erste Vermittlung aus Äthiopien durchgeführt und ist seitdem rasant gewachsen. Mit Eltern für Afrika wurde das Vermittlungsverfahren aus Äthiopien nach Deutschland insofern 'amerikanisiert', als dass Eltern für Afrika wie viele amerikanische Vermittlungsagenturen ein eigenes Transitheim in Addis Abeba betreibt, in das Kinder zur Adoption nach Deutschland aufgenommen werden. Transitheime ausländischer Adoptionsvermittlungsstellen sind problematische Einrichtungen. Einerseits folgen sie ein wenig dem Modell der Bereitschaftspflege, wie sie in Deutschland praktiziert wird. Anderseits tragen sie zum Aufbau einer Nachfragestruktur bei und die Vermittlungsstellen sind schon aus finanziellen Gründen darauf angewiesen, dass neue Kinder ins Heim kommen. Gekoppelt mit sozialen Projekten wie z.B. einem Projekt für Straßenmütter kann sehr schnell eine Beziehung entstehen, bei der Straßenmütter ihre Kinder ins Heim abgeben, um selbst wieder Unterkunft und Arbeit zu bekommen. Es geht jedoch bei internationalen Adoptionen darum, keine zusätzlichen Anreize zur Abgabe von Kindern zu schaffen.

Sind wir also auf dem Weg in amerikanische Verhältnisse? Die Erfahrung der letzten Jahrzehnte macht das eher unwahrscheinlich. Zum einen wurden Vermittlungsstellen mit umstrittenen Geschäftspraktiken wie ICCO und Pro Infante die Lizenzen entzogen. Zum anderen tragen die zentralen Behörden wie zum Beispiel die Zentralen Behörde für Auslandsadoptionen der norddeutschen Bundesländer (GZA) und das Bundesamt für Auslandsadoptionen immer wieder kritische Beiträge zur Auslandsadoption in die Diskussion. Das gilt ebenso für Terre des Hommes, die jedoch nach eigenen Angaben ihre Vermittlungen nicht aufgrund ethischer Überlegungen eingestellt haben. Und schließlich ist die Rechtsprechung zur Umwandlung ausländischer Adoptionen zunehmend restriktiv und hat den Vermittlungsstellen weitere Prüfpunkte auferlegt.

Der ausgesprochen kritische Leiter der GZA, Rolf Bach, spricht sogar von Adoptionen als einem aussterbenden Rechtsinstitut und misst auch dem Handel mit Adoptivkinder in Deutschland keine größere Bedeutung zu. Im Unterschied zu den USA greifen jedoch deutsche Medien das Thema Kinderhandel immer wieder gerne und skandalisierend nach dem Motto "Suche Kind, zahle bar" auf, während tatsächlich der "Handel" mit Kindern im Sinne von Geldzahlungen für die Abgabe von Kindern oder gar Kinderdiebstahl nur in den allerseltensten Fällen ein Thema ist. Auch in dem Bericht, den ACT über die Vermittlung 19 äthiopischer Kinder durch die niederländische Vermittlungsstelle Wereldkinderen wurden keine Anzeichen für Geldzahlungen an Angehörige gefunden. Das soll die Probleme mit gefälschten oder fehlerhaften Herkunftspapieren, den fehlenden Alternativen zur Abgabe der Kinder und die oftmals mangelnde Aufklärung äthiopischer Angehöriger über den endgültigen Charakter der Adoption nicht verharmlosen und macht die Diskussion über ethische Auslandsadoptionen nicht weniger relevant.

Letztlich leben die USA und Deutschland in zwei sehr unterschiedlichen Adoptionswelten. In den USA wird öffentlich für Adoptionen missioniert; in Deutschland suggerieren die Medien regelmäßig und oftmals mit behördlicher Unterstützung, dass Auslandsadoptionen an Kinderhandel grenzen.

* Die Zahlen beinhalten nicht Privatadoptionen. Es war uns nicht möglich, eine fundierte Angabe über die tatsächliche Praxis der Privatadoption zu finden. 

Montag, 10. Oktober 2011

Andauernde unethische Praktiken amerikanischer Vermittlungsstellen

Selbst nachdem die äthiopische Regierung die Zahlen der Adoptionsfälle drastisch reduziert hat, gibt es nur wenig Neues über Verbesserungen zu berichten. Das amerikanische Außenministerium hat erneut eine Warnung an Adoptionsbewerber auf seine Webseite gesetzt. Danach warnt das Außenministerium eindringlich davor, unzureichende Dokumente bei der Botschaft einzureichen. Adoptiveltern müssen mittels einer I-600 Petition bei der Einwanderungsbehörde nachweisen, dass das Kind der amerikanischen Definition von 'Waise" entspricht und damit adoptierbar ist. Das Außenministerium führt dazu aus:

"Approximately 80% of I-600 petitions submitted to the U.S. Embassy in Addis Ababa in recent months were incomplete, contained inconsistencies or errors, or did not contain sufficient evidence to document the child as an orphan under U.S. law. In addition, the Embassy continues to see cases which involve abandoned children but do not include sufficient evidence to document the abandonment and/or evidence of appropriate efforts to locate a child’s birth family. The Embassy also has received evidence of unethical recruitment of children from birth relatives and cases involving known birth parents from whom parental rights have not been severed by the Ethiopian courts. In these cases, consular officers in Addis will need to take additional measures to confirm that a child meets the legal definition of orphan, which could delay processing by several months."

("Ungefähr 80% der I-600 Petitionen, die bei der amerikanischen Botschaft in Addis Abeba eingereicht wurden, waren entweder unvollständig, enthielten inkonsistente Informationen oder Fehler, oder unzureichende Information, um ein Kind als Waise nach amerikanischem Recht zu definieren. Zudem gibt es weiterhin Fälle, die Kinder als 'verlassen' klassifizieren, ohne dies nachzuweisen oder die notwendigen Anstrengungen nachweisen, die Eltern des Kindes zu finden. Die Botschaft hat Nachweis über unethische Praktiken des Rekrutierens von Kindern von Verwandten sowie Fälle, bei denen die Eltern ihre Elternrechte nicht aufgegeben haben, bzw. die äthiopischen Gerichte dies nicht festgestellt hat. In diesen Fällen werden die Konsularbeamte in Addis zusätzliche Maßnahmen ergreifen, dass ein Kind die legale Definition eines Waisen entspricht, was den Prozess um mehrere Monate verzögern kann.")

Die Reaktion des Außenministerium auf nachgewiesene unethische Praktiken ist erstaunlich. Anstatt die Anträge mit fehlerhaften, unethischen und nicht legalen Verfahren abzulehnen, ergreifen die Beamten zusätzliche Maßnahmen, um ein fehlerhaftes Verfahren nachträglich zu korrigieren. Das ist vielleicht im Sinne der zukünftigen Adoptiveltern, aber nicht im Sinne eines besseren Verfahrens. Die hohe Zahl von 80% fehlerhafter Anträgen wird nicht reduziert werden, wenn die Botschaft anbietet, durch weitere Maßnahmen das Spiel falscher Dokumentationen weiter mitzuspielen.   

Donnerstag, 29. September 2011

Die Konstruktion von Waisen

Ein neuer Beitrag auf dem Blog Ethiopian Adoption Truth beschreibt die Herkunft eines aus Äthiopien adoptierten Kindes folgendermaßen:

"Stellt euch ein junges unverheiratetes Mädchen vor, das gerade ein Kind zur Welt gebracht hat. Der Vater schämt sich für seine Tochter und ist besorgt darüber, was die Leute im Dorf dazu sagen. So beschämt und besorgt, dass er das kleine Mädchen seiner Tochter eines Morgens mitnimmt und später alleine wieder nach Hause kommt. Er gesteht seiner Tochter später, dass er das Baby in Heim gebracht hat, um sie zur Adoption freizugeben."

Der Großvater hat im Gerichtsprozess angegeben, dass die Eltern des Kindes verstorben sind und er sich nicht um das Baby kümmern kann. Im weiteren Verlauf haben die Adoptiveltern dem Kind schonend beigebracht, dass ihre Mutter tot sei, nur um später zu erfahren, dass sie quicklebendig weiter in der Familie des Großvaters lebt.

In dem Blog fragen die Adoptiveltern recht naiv, ob die Vermittlungsstelle mehr hätte unternehmen können, um die Wahrheit herauszufinden. Natürlich konnte sie. Und natürlich hätte sie gemusst. Bei Kindern, die nicht von den Eltern im Heim abgegeben werden sondern von der weiteren Verwandschaft, muss immer überprüft werden, was aus den Eltern geworden ist. Die amerikanischen Vermittlungsstellen haben die Ressourcen dies zu tun und sie haben auch die Pflicht, da die Adoptiveltern vor der Einwanderungsbehörde nachweisen müssen, dass das Kind adoptierbar ist. Ein Besuch der Familie der Großvaters hätte genügt, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Stattdessen haben sie leichtfertig den Angaben des Großvaters geglaubt. Den Schaden tragen jetzt das Kind, die Mutter und die Adoptiveltern.

Freitag, 16. September 2011

Die Adoptionsindustrie II

Weitere Ausführungen zu den Problemen von Adoptionen in den USA findet sich in einem sehr klaren Beitrag bei Reformtalk unter der Überschrift "Let's Get Real: Adoption Reform".

Aus deutscher Perspektive ist insbesondere die Verquickung von Adoptionen und humanitärer Hilfe ein wichtiger Hinweis, da dies die deutschen Vermittlungsstellen ebenso betrifft. Sie ist ein ernstes Problem und Einfallstor für Korruption und finanzieller Abhängigkeit von Kinderhilfsprojekten und Adoptionen.