Das Thema Ethik in der Auslandsadoption ist kein Neues und daher gibt es bereits eine Reihe von Dokumenten, auf die sich die Diskussion beziehen kann. Zentral sind dafür die UN-Konvention über die Rechte des Kindes von 1989 sowie die Haager Konvention von 1993, auf die wir schon hingewiesen haben.
Es gibt darüber hinaus noch weitere Dokumente, die die ethischen Prinzipien, die einer Adoption zu Grunde liegen müssen, weiter definieren. Ein umfassender Prinzipienkatalog stammt vom Schweizer Service Social International (SSI) und wurde in Zusammenarbeit mit Experten in der ganzen Welt erarbeitet.
Auch die europäische Dachorganisation für Vermittlungsstellen euradopt hat einen Katalog ethischer Prinzipien verabschiedet, die denen von SSI ähnlich sind.
Die Prinzipien dürften unstrittig sein - es sei denn, man lehnt Auslandsadoptionen grundsätzlich ab. Gleichwohl wird schnell klar, dass wohlmeinende Prinzipien häufig fern der Praxis sind. Insbesondere der Sozialbericht über das Kind, die Abklärung der Alternativen im Land, die Zukunftsprognose werden schnell in Richtung Auslandsadoption und wenig in Richtung Rückführung in die Herkunftsfamilie geprüft.
Wie kann man die Praxis stärken? Zum einen könnten die Jugendämter höhere Anforderungen an die Sozialberichte der Kinder stellen. Sie könnten die Vermittlungsstellen auffordern, die Herkunft des Kindes nachzurecherchieren, wenn z.B. die Identität der Eltern nicht festgestellt wurde, obwohl Angehörige auffindbar sind. Sie könnten um Stellungnahmen der Familien zur Adoption bitten sowie Ungereimtheiten aufklären. Sie könnten Sozialberichte für die Adoptiveltern selbst durchführen, anstatt sie an die Vermittlungsstellen zu delegieren und somit Rollen- und Interessenkonflikte verhindern. Sie könnten als Aufsichtsbehörden stärker tätig werden, wenn fehlerhafte Angaben im weiteren Adoptionsverlauf bekannt werden.
Zum anderen könnten Vermittlungsstellen selbst aktiv werden. Der Ethikkatalog von Euradopt ist reaktiv; er greift also erst, wenn Skandale bekannt werden. Vermittlungsstellen könnten sich jedoch proaktiv Zertifizierungsverfahren unterziehen, die dokumentieren, wie sie den ethischen Prinzipien in ihrer Arbeit nachkommen. Sie könnten ihre Nachsorgeseminare und Betreuung ausbauen. Sie könnten Jahresberichte publizieren, in denen sie die Maßnahmen zur Umsetzung ethischer Prinzipien dokumentieren.
Adoptiveltern wiederum können ethische Verfahrenswege und Verhaltensweisen im Adoptionsprozess nachfragen. Sie können Vermittlungsstellen nicht nur nach der Verfahrensdauer sondern auch nach ihren ethischen Prinzipien aussuchen.
Alle drei Seiten könnten stärker zusammenarbeiten, Erfahrungen austauschen, Bewusstsein schaffen und somit die Werbetrommel für ethische Auslandsadoptionen rühren. Sie könnten Selbstverpflichtungen unterzeichnen und diese offen proklamieren. Sie könnten einen Tag der Ethischen Adoption einführen. Es gibt viele Möglichkeiten.
Es gibt darüber hinaus noch weitere Dokumente, die die ethischen Prinzipien, die einer Adoption zu Grunde liegen müssen, weiter definieren. Ein umfassender Prinzipienkatalog stammt vom Schweizer Service Social International (SSI) und wurde in Zusammenarbeit mit Experten in der ganzen Welt erarbeitet.
Auch die europäische Dachorganisation für Vermittlungsstellen euradopt hat einen Katalog ethischer Prinzipien verabschiedet, die denen von SSI ähnlich sind.
Die Prinzipien dürften unstrittig sein - es sei denn, man lehnt Auslandsadoptionen grundsätzlich ab. Gleichwohl wird schnell klar, dass wohlmeinende Prinzipien häufig fern der Praxis sind. Insbesondere der Sozialbericht über das Kind, die Abklärung der Alternativen im Land, die Zukunftsprognose werden schnell in Richtung Auslandsadoption und wenig in Richtung Rückführung in die Herkunftsfamilie geprüft.
Wie kann man die Praxis stärken? Zum einen könnten die Jugendämter höhere Anforderungen an die Sozialberichte der Kinder stellen. Sie könnten die Vermittlungsstellen auffordern, die Herkunft des Kindes nachzurecherchieren, wenn z.B. die Identität der Eltern nicht festgestellt wurde, obwohl Angehörige auffindbar sind. Sie könnten um Stellungnahmen der Familien zur Adoption bitten sowie Ungereimtheiten aufklären. Sie könnten Sozialberichte für die Adoptiveltern selbst durchführen, anstatt sie an die Vermittlungsstellen zu delegieren und somit Rollen- und Interessenkonflikte verhindern. Sie könnten als Aufsichtsbehörden stärker tätig werden, wenn fehlerhafte Angaben im weiteren Adoptionsverlauf bekannt werden.
Zum anderen könnten Vermittlungsstellen selbst aktiv werden. Der Ethikkatalog von Euradopt ist reaktiv; er greift also erst, wenn Skandale bekannt werden. Vermittlungsstellen könnten sich jedoch proaktiv Zertifizierungsverfahren unterziehen, die dokumentieren, wie sie den ethischen Prinzipien in ihrer Arbeit nachkommen. Sie könnten ihre Nachsorgeseminare und Betreuung ausbauen. Sie könnten Jahresberichte publizieren, in denen sie die Maßnahmen zur Umsetzung ethischer Prinzipien dokumentieren.
Adoptiveltern wiederum können ethische Verfahrenswege und Verhaltensweisen im Adoptionsprozess nachfragen. Sie können Vermittlungsstellen nicht nur nach der Verfahrensdauer sondern auch nach ihren ethischen Prinzipien aussuchen.
Alle drei Seiten könnten stärker zusammenarbeiten, Erfahrungen austauschen, Bewusstsein schaffen und somit die Werbetrommel für ethische Auslandsadoptionen rühren. Sie könnten Selbstverpflichtungen unterzeichnen und diese offen proklamieren. Sie könnten einen Tag der Ethischen Adoption einführen. Es gibt viele Möglichkeiten.