Dienstag, 14. Februar 2012

Eltern für Afrika schließt Transitheim

Eltern für Afrika meldet auf seiner Website folgende strukturelle Veränderungen:
"Bei einem Treffen von in Äthiopien tätigen Vermittlungsstellen mit dem Ministry of Women's and Children's Affairs in Addis Abeba, teilte der zuständige Minister mit, dass in Transitkinderheimen in Zukunft grundsätzlich nur Kinder für die Zeitspanne nach Gerichtstermin und Abholung durch die Adoptiveltern aufgenommen werden dürfen. Weil es sich dabei nur um eine Zeitspanne von ca. 2-3 Wochen handelt, haben wir uns entschieden unser Transitkinderheim in Addis Abeba aufzulösen und die bereits vorhandene und gut funktionierende Zusammenarbeit mit anderen Kinderheimen fortzuführen und zu verstärken."
Die Schließung weiterer privater Kinderheime in Äthiopien ist in diesem blog mehrfach thematisiert worden. Daher kommt die Ankündigung keineswegs überraschend. Auch das Für und Wider von Transitheimen wurde besprochen:
"Transitheime ausländischer Adoptionsvermittlungsstellen sind problematische Einrichtungen. Einerseits folgen sie ein wenig dem Modell der Bereitschaftspflege, wie sie in Deutschland praktiziert wird. Anderseits tragen sie zum Aufbau einer Nachfragestruktur bei und die Vermittlungsstellen sind schon aus finanziellen Gründen darauf angewiesen, dass neue Kinder ins Heim kommen."
Da Transitheime besser ausgestattet sind als staatliche Kinderheime, geben sie weitere Anreize für Eltern, ihre Kinder zur Adoption freizugeben anstatt sie vielleicht nur vorübergehend einem Heim anzuvertrauen. Sie blockieren auch weitere Investitionen in staatliche Heime. Die Mittel, die Eltern für Kinder für ihr Transitheim aufgewandt haben, wären bessser in staatliche Heime oder andere Formen der Pflegschaft geflossen. Auch wenn die Beweggründe des Ministeriums andere sein mögen, ist es daher letztlich richtig, Transitheime zu schließen und stattdessen allein auf die Kooperation mit staatlichen Heimen zu setzen. Es ist schade, dass es einer Anweisung des Ministeriums bedurfte, um diese von amerikanischen Vermittlungsstellen vorangetriebene Fehlentwicklung zu korrigieren. Aber es bleibt zu hoffen, dass die äthiopischen Vermittlungsverfahren sich langsam zum Besseren wandeln.


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