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Samstag, 9. April 2016

Äthiopisches Gericht annulliert Adoption von Masho

Masho ist das Mädchen, dessen Adoption mit ihrem jüngeren Bruder nach Dänemark in dem Film 'Mercy, Mercy' gezeigt wird. Die Adoption ist von Beginn an fragwürdig, da beide Eltern leben und auch völlig gesund sind. Die leiblichen Eltern verstehen nicht, was Adoption bedeutet und glauben, sie bleiben mit den Kindern in Kontakt. In Dänemark angekommen zeigt der Film eine dramatische Entwicklung bis zum Zusammenbruch der neuen Adoptivfamilie. Die Adoptiveltern traktieren das Mädchen mit lieblosen Erziehungsmaßnahmen, gegen die es sich mit seinen Mitteln wehrt. Schon im Film wird gezeigt, wie die Eltern sich von dem Kind trennen. Es lebt seitdem in einem Kinderheim in Dänemark.

Jetzt hat ein äthiopisches Gericht die Adoption von Masho auf Antrag der leiblichen Eltern annulliert. Welche Auswirkungen die Entscheidung für Masho in Dänemark hat, ist nicht ersichtlich. Die  dänischen Behörden haben auch aufgrund des Films Auslandsadoptionen aus Äthiopien eingestellt.

Ein Bericht der Organisation Against Child Trafficking, die die Eltern bei dem Prozess unterstützten, findet man hier.

Mittwoch, 30. September 2015

Eltern für Afrika stellt Vermittlung aus Äthiopien ein

Es wurde jetzt bekannt, daß Eltern für Afrika zum 31.08.2015 die Vermittlung von Kindern aus Äthiopien eingestellt hat. Auch in der Schweiz wird es ab Ende des Jahres keine Vermittlungen aus Äthiopien mehr geben. In anderen afrikanischen Ländern sind Auslandsadoptionen heftig umkämpft. Im Kongo hat ein Ausreisestop für bereits adoptierte Kinder zu schwierigen Situationen für die Familien geführt. Das amerikanische Außenministerium rät von Adoptionen aus dem Kongo ab.

Mittwoch, 8. Juli 2015

Die Debatte ist vorbei

Vor dem Hintergrund der Austrahlung des Films "Die Adoption" in der ARD gestern abend möchten wir auf unseren blogpost "mercy, mercy" hinweisen, der nichts an Aktualität eingebüßt hat. "Mercy, mercy" ist mit Abstand der am meisten gelesene und kommentierte Beitrag auf unserem Blog. Der Film berührt und verstört.

Unabhängig von der Ausstrahlung des Films hat David Smolin einen neuen Beitrag über die Situation in den USA veröffentlicht, der auch unserer Wahrnehmung entspricht: "Die Debatte ist vorbei". Sie wurde nicht mit Argumenten entschieden sondern mit Zahlen. Weltweit sinken die Zahlen internationaler Adoptionen. Ideologische Grabenkämpfe verkümmern angesichts der veränderten Praxis. In Deutschland wurde keine Debatte über die Praxis der Auslandsadoption geführt, sondern die Vermittlungsstellen finden sich mit den geänderten Realitäten ab. Manchmal muss niemand überzeugt werden, um Missstände zu verändern. Vielmehr wehren sich die Herkunftsländer gegen die Ausbeutung der Kinder und lassen den Adoptionsstrom versiegen. Das ist gut so.

Sonntag, 15. März 2015

Das Mädchen Hirut

Das Mädchen Hirut ist ein Film über Gewalt gegen Frauen in Äthiopien, über starke Mädchen und Frauen und den Konflikt zwischen Tradition und den fundamentalen Rechten von Frauen. Er spielt in Äthiopien in den neunziger Jahren und basiert auf einer wahren Begebenheit. Das Mädchen Hirut, das mit seiner Familie auf dem Land lebt, wird auf dem Weg von der Schule nach Hause von einer Gruppe junger Männer entführt. Anführer der Gruppe ist ein Mann, der sie zur Heirat zwingen möchte. Sie halten sie versteckt und ihr Entführer vergewaltigt sie. Entführungen waren früher ein akzeptiertes Mittel der Eheschliessung in Äthiopien und wurden nicht bestraft. Sie kommen heute noch in Zentralasien vor.

Hirut kann sich befreien und erschiesst auf der Flucht in Notwehr ihren Peiniger. Sie kommt in Haft und wird des Mordes angeklagt. Die Dorfältesten beschliessen, sie aus dem Dorf zu verstossen. Die Anwältin und Frauenrechtlerin Meazza Ashenafi hört von dem Fall und übernimmt die Verteidigung. Dabei kämpft sie gegen tradierte Formen der Gewalt und die Realität des Lebens im Dorf. Der Film gibt tiefe Einblicke in das ländliche Leben in Äthiopien, in die Familie von Hirut und ihre Wünsche und Ängste. Äthiopienkennern werden viele Bilder bekannt vorkommen.

Die Geschichte von Hirut hat nichts mit Adoptionen zu tun, aber sie erinnert an das Schicksal vieler junger Frauen, die von Vergewaltigungen schwanger werden, ihre Dörfer verlassen müssen und später ihre Kinder abgeben.

Der Film von Zeresenay Berhane Mehari berührt. Er gewann den Publikumspreis der Berlinale und ist seit dieser Woche im Kino zu sehen.  Einen trailer und weitere Informationen findet man hier.

Donnerstag, 1. Januar 2015

Prinz Alemayehu

Prinz Alemayehu war der Sohn von Kaiser Theodor II von Abessinien (ca. 1820 bis 1868). Kaiser Theodor war ein Modernisierer des Landes, jedoch innenpolitisch umlagert und insbesondere unter Druck von der orthodoxen Kirche in Abessinien und Ziel von Angriffen islamischer Einflüsse. Kaiser Theodor bat Königin Viktoria von England um Hilfe. Diese liess jedoch seinen Hilferuf unbeantwortet (wahrscheinlich auch, weil die Briten seinen Brief nicht lesen konnten). Aus Enttäuschung darüber bestrafte Kaiser Theodor die Briten, in dem er erst den britischen Missionar Henry Aaron Stern in Ketten legen liess und später den britischen Konsul inhaftierte. All dies führte zu einer Strafexpedition der britischen Armee nach Äthiopien und die Schlacht um Magdala 1868. Die Äthiopier waren den Briten hoffnungslos unterlegen. Theodor nahm sich das Leben; seine zwei Frauen überlebten.

Sein Sohn Prinz Alemayehu war bei der Schlacht von Magdala 7 Jahre alt. Die britische Armee brachte ihn nach England, wo er zunächst von einem Offizier der Armee, Captain Speedy, erzogen wurde. Königin Viktoria nahm regen Anteil an seinem Schicksal. Die britische Regierung verfügte, dass er eine Offiziersausbildung erhalten sollte und schickte ihn dafür nach Sandhurst. Nach einer für ihn furchtbaren Zeit in Sandhurst und den zunehmenden Schwierigkeiten eines äthiopischen Offiziersanwärters in der britischen Armee ging er nach Leeds, wo er im Alter von 18 Jahren wahrscheinlich an Tuberkulose starb.

Die  BBC hat in ihrer Reihe Great Lives ein Portrait von Prinz Alemayehu produziert. Gesprächspartner im Studio sind Elizabeth Laird und Lemn Sissay. Elizabeth Laird ist für ihre Sammlung äthiopischer Erzählungen bekannt und hat selbst ein Kinderbuch über Alemayehu geschrieben. Das Buch "The Prince who Walked with Lions"ist die traurige Geschichte eines äthiopischen Jungen in der Kälte englischer Privatschulen. Lemn Sissay ist ein englischer Dichter. Er wurde von seiner äthiopischen Mutter in England geboren und in Pflege gegeben. Er wuchs bei streng religiösen Pflegeltern auf, die ihn im Alter von 12 Jahren in ein Kinderheim gaben und danach nie wieder mit ihm Kontakt hatten. Als er mit 18 Jahren seine Akten lesen konnte, fand er Briefe seiner Mutter, die ihn vergeblich zurück forderte.

In ihrem Blog Light of Days Stories nennt Maureen McCauley Evans Prinz Alemayehu das erste Adoptivkind aus Äthiopien (obwohl er nie offiziell adoptiert wurde). Sein Schicksal und früher Tod ist ein Symbol für das Verlorensein zwischen zwei Welten. Das Portrait der BBC ist hörenswert.

Montag, 21. Juli 2014

EVAP stellt Adoptionsvermittlung aus Äthiopien ein

Der evangelische Verein für Adoptions- und Pflegekindervermittlung Rheinland hat die von ihm betreuten Adoptionsbewerber und Adoptiveltern unterrichtet, dass er die Vermittlung von Adoptivkindern aus Äthiopien einstellt. Die Nachricht kommt nicht überraschend sondern war seit längerem absehbar. Zum einen folgt sie einem langfristigen Trend der Reduzierung von Adoptionen aus Äthiopien weltweit. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts kamen 2010 noch 97 Kinder aus Äthiopien nach Deutschland. 2012 waren es noch 61. Neuere Zahlen gibt es noch nicht.

Zum anderen gab es immer wieder Berichte über die schwierige Situation in Äthiopien selbst. Waren vor zehn Jahren noch Auslandsadoptionen in Äthiopien ein Symbol für Mitgefühl und Empathie, haben die Praktiken vieler Adoptionsvermittler und der beteiligten Behörden zu einem großen Misstrauen in der Bevölkerung geführt. Zu viele gefälschte Herkunftsberichte, zu viele Lügen und zu viel Geld im System in einem sehr armen Land. Das hat einerseits die Regierung veranlasst Adoptionen stärker zu regulieren und einzuschränken und andererseits den Druck auf die Vermittlungsstellen erhöht, hohe Gebühren für Lizenzen zu bezahlen.

Ist es ein Fortschritt, wenn nun keine Adoptionen mehr von EVAP durchgeführt werden? Das ist - wie immer bei dem Thema - ein zweischneidiges Schwert. Konkreten Schicksalen von Kindern, denen es in Deutschland eindeutig besser geht als in Äthiopien, stehen Fragen von Korruption, Zwangslagen, gefälschten Papieren und anderen Skandalen gegenüber. Und nicht zu vergessen die Kinder, die von ihren Adoptiveltern in den USA zu Tode gequält wurden. Der Film Mercy, Mercy hat (trotz der Fragwürdigkeit einer Dokumentation, die über Jahre Elend dokumentiert ohne Hilfestellungen auch nur anzubieten) das ganze Spektrum von Missverständnissen, falschen Erwartungen und Informationen, sowie fehlgeleiteten Sozialarbeitern aufgedeckt. Kann man dieses Verhalten überhaupt verteidigen? Nur wenn man Einzelschicksale höher bewertet als ein korruptes und im Kern fehlgeleitetes System. Diese Abwägung von Zweck und Mitteln wird uns wohl immer in der Frage der internationalen Adoptionen begleiten.

Eindeutig ist jedoch, dass die beteiligten Akteure nach einer Reihe von Skandalen das System weder reformiert noch wirklich infrage gestellt haben. Die Haager Konvention ist gescheitert und mit ihr der Anspruch, rechtsstaatliche Normen und das Wohl des Kindes auf internationale Adoptionen anwenden zu können. Ob das Blatt sich in Zukunft wenden wird, wissen wir nicht. Wenn ja, wird es nicht hier sondern auf amerikanischem Boden entschieden. Solange amerikanische Behörden nicht bereit sind, das Geschäftsmodell Auslandsadoption grundsätzlich zu reformieren, wird die Grenze zwischen Adoption und Kinderhandel fließend und die Tür zum Missbrauch offen bleiben. Dass jetzt auch gerade die Vermittlungsstelle ihr Programm einstellt, die keine finanziellen Interessen verfolgt, während die privaten und profitorientierten übrig bleiben, wirft auch kein gutes Licht auf die Lage.

Was bleibt, sind die Kinder. Die elternlosen Kinder in Äthiopien, die Mütter in verzweifelten Situationen und die Kinder, die heute in Deutschland leben. Es wäre zu wünschen, sie würden in Zukunft mehr in den Mittelpunkt der Diskussion gestellt. Wenn junge Adoptierte ihre Geschichte und Meinung zum Thema Adoption an dieser Stelle berichten wollen, sind sie herzlich willkommen.

Donnerstag, 30. Januar 2014

Neues zum Thema internationale Adoptionen aus Äthiopien

Nachdem am 26.12.2013 die äthiopische Familienministerin Zenebu Tadesse öffentlich erklärte, dass sie ein völliges Ende der Auslandsadoptionen anstrebe, wurden immer mehr Stimmen laut, dass sich dieses Ende bald abzeichnen könnte.

An einem Treffen Ende Dezember 2013 mit Vertretern der Vermittlungstellen soll sich die Ministerin Zenebu Tadesse dahingehend geäussert haben, dass Äthiopien die Verbreitung von Aids in den Griff bekommen habe, es gewagt habe einen Staudamm am Nil zu bauen und es darum sicherlich auch möglich sei, Auslandsadoptionen zu stoppen. Diese Aussage habe beim anwesenden Parlamentssprecher Zustimmung gefunden. Eine Kommission sollte innerhalb von zehn Tagen einen Plan zur Umsetzung dieses Vorhabens erarbeiten. Dieser Plan hätte in der Folge vom äthiopischen Parlament genehmigt werden müssen, um danach dem Premierminister zur schlussendlichen Unterschrift vorgelegt zu werden.

Am 28.01.2014 soll nun ein erneutes Treffen von Vertretern der Vermittlungsstellen und Vertretern der Ministry Of Women Children and Youth Affairs (MOWCYA) stattgefunden haben. Ministerin Zenebu Tadesse soll an diesem Treffen versichert haben, dass weder sie noch die äthiopische Regierung beabsichtigen würden internationale Adoptionen zu stoppen. Vielmehr sei der Fokus darauf gerichtet, Unregelmässigkeiten im Adoptionsprozess auszumerzen und in gute Adoptionsprozesse zu investieren.

Dienstag, 21. Januar 2014

Linsen und Berbere

Für ältere adoptierte Kinder ist äthiopisches Essen ein wichtiger Teil ihrer Identität. Es bedeutet Heimat und ist meistens mit frühesten Kindheitserinnerungen verbunden. Für all diejenigen, die kein äthiopisches Restaurant um die Ecke haben, ist hier ein super einfaches Rezept für ein fantastisches Linsengericht, das in jeder Küche in wenigen Minuten äthiopische Düfte und Erinnerungen verbreitet.  Berbere bekommt man in Afrikaläden oder im online Shop von "Menschen für Menschen".

2 klein geschnittene Zwiebeln glasig dünsten, 2 Zehen Knoblauch, 250 Gramm rote Linsen und zwei Teelöffel Berbere hinzufügen. Dann eine Dose Tomaten und die gleiche Menge Wasser dazu geben. Auf kleiner Hitze ca. 20 Minuten köcheln lassen. Salzen und pfeffern. Mit Brot und Joghurt, oder aber auch Reis essen. 

Man findet es auch auf der webseite des Guardian:

Basically an Ethiopian recipe, but most East African countries have something similar.
Serves 4
2 medium onions, chopped
Sesame oil (untoasted) or peanut oil, for frying
2–3 garlic cloves, chopped
250g red lentils, rinsed
2 tbsp berbere spice mix (recipe below)
400g tin chopped tomatoes
400ml water
Salt and black pepper
For the berbere
2 cloves
1 tbsp fenugreek seeds
½ tsp cumin seeds
1 tsp coriander seeds
2 tbsp cayenne pepper
2 tbsp paprika
1 tbsp salt
1 tsp ground turmeric
½ tsp each of ground allspice, black pepper, ground cardamom, and ground nutmeg
To make the berbere, toast the cloves with the fenugreek, cumin and coriander. Grind in a pestle and mortar or coffee grinder and add the cayenne, paprika, salt, black pepper, cardamom, nutmeg, turmeric and allspice.
Fry the onions. When softened, add the garlic, lentils and berbere to the pan. Mix well, then add the tomatoes and water. Bring to the boil, turn down the heat and simmer for 30 minutes, adding more water if necessary. The lentils should be soft, but not quite dissolved.
Season; eat with bread and thick yoghurt.

Donnerstag, 16. Januar 2014

Reiseimpressionen aus Äthiopien

Spiegel online hat derzeit ganz aktuell faszinierende Bilder aus Äthiopien auf seiner Webseite. Die Autoren schreiben dazu:
Felsenkirchen, Danakil-Wüste und gelobtes Land der Rastafari: Äthiopien fasziniert immer mehr Globetrotter. Das afrikanische Land ist voller Kultur- und Naturschätze, die Uhren ticken hier aber ganz anders. Buchstäblich.
Reisen in Äthiopien ist nichts für Anfänger. Komfortable Hotels nach westlichen Standard gibt es kaum, schon Busfahrten sind ein Wagnis. Und doch steigt die Zahl derjenigen ständig, die einen Trip in die Republik im Nordosten Afrikas und zugleich in eins der ärmsten Länder der Welt wagen.
Während eine Reise in den Norden Äthiopiens in der Tat ein bewegendes Erlebnis ist, sind die Voraussetzungen doch deutlich bescheidener, als es die Spiegelautoren beschreiben. Man muss kein Abenteurer sein, um Äthiopien zu erkunden. Es gibt zwischen Rucksacktourismus mit öffentlichen Bussen und teuren Studienreisen mit Studiosus noch andere Möglichkeiten das Land zu entdecken.

Kleine äthiopische Reiseveranstalter bieten maßgeschneiderte Rundfahrten mit komfortablen Minibussen an. Die Fahrt von Addis Abeba bis Lalibela dauert so zwei Tage über weitgehend asphaltierte Landstraßen im Hochgebirge. Das allein vermittelt bereits einen faszinierenden Eindruck vom Leben in äthiopischen Dörfern. Lalibela liegt ca. 3 Stunden von der Hauptstraße entfernt und hat eine Reihe von Hotels mit sauberen und komfortablen Zimmern. Das im Stil von Blüten erbaute Restaurant Ben Ababa mit einem atemberaubenden Blick über die Gebirgslandschaft ist ein äthiopisch-schottisches Joint Venture und bietet neben äthiopischem Essen auch Shepherds Pie und einen gemütlichen Abend am Lagerfeuer an. Lalibela selbst überwältigt durch seine 11 in Felsen gehauene und teils unterirdische Kirchen inmitten der Stadt. Ein absolutes Muss.

Die Fahrt kann dann weiter ins mittelalterliche Gondar fortgesetzt werden, wo im 15. und 16. Jahrhundert gleich mehrere Burgen und Schlösser gebaut wurden, deren Ruinen zu besichtigen sind. Gondar war auch Provinzhauptstadt unter der kurzen Kolonialherrschaft der Italiener. Deren Architektur ist wie in Addis Ababa und Asmara noch in der Innenstadt zu finden. Auch dort gibt es gute Hotels wie auch gute Restaurants. Das bei Touristen beliebte Restaurant der Vier Schwestern wird tatsächlich von Schwestern betrieben, die neben bedienen auch noch singen und tanzen. Noch weiter nördlich im Semiongebirge gibt es Lodges, die für Touristen ausgestattet sind. Weitere Stationen der historischen Route sind Axum und Mekele.

Zwischen Gondar und Bahir Dar kann man noch das Dorf Awre Amba besuchen, das nach solidarischen Prinzipien wirtschaftet und mittlerweile nach langen Auseinandersetzungen zu einem Vorzeigeprojekt der äthiopischen Regierung geworden ist. Dort gibt es nicht nur eine Dorfbibliothek sondern auch ein Altenheim, eine große Schule und kleine Kooperativen mit Webereien, Mühle und Schneiderei. Man sieht Männer beim Wassertragen (ansonsten eine Seltenheit in Äthiopien) und beim Kochen. Im Dorf kann man in einfachen äthiopischen Hütten übernachten.

In jedem Fall zu empfehlen ist Bahir Dar am Tanasee für seine Vögel und Nilpferde, die man bei einer Bootsfahrt beobachten kann.  Das mittelalterlichen Kloster Kidane Meheret auf einer Halbinsel gelegen beeeindruckt mit fantastischen Wandmalereien. Von Bahir Dar fährt man zurück nach Addis Ababa durch einen großen Canyon über den Nil und macht einen kurzen Abstecher zur portugiesischen Brücke, in deren Nähe eine Deutsche eine kleine Lodge betreibt.

Zwischendurch kann man immer wieder anhalten, durch die Berge wandern, Affen, Kamele, Esel, Rinder, Schafen und Ziegen sehen und natürlich viele Äthiopier treffen. Man sieht und erlebt den Einfluss chinesischer Investoren in Äthiopien hautnah und ist immer wieder erstaunt und beeindruckt, wieviele junge Menschen zwar keine Schuhe aber dafür Mobiltelefone besitzen.

Die Reise kostet im Schnitt ca. €100 pro Person und Tag alles inklusive. Reiseveranstalter können bei Bedarf empfohlen werden. Für Familien mit etwas älteren äthiopischen Adoptivkinder ist diese Reise sehr zu empfehlen.

 




Thunderclap for Ethiopian journalist Reeyot Alemu Gobebo

The Committee to Protect Journalists is seeking support for a Thunderclap for Ethiopian journalist Reeyot Alemu Gobebo, who has been imprisoned since 2011. Her birthday is next Tuesday. Reeyot was a journalist for Feteh and was convicted on three counts under the terrorism law for her writings. Her sentence was reduced from 14 years to 5 years on appeal. Reeyot received a Hellman-Hammett award in 2012 (http://www.hrw.org/news/2012/12/20/ethiopia-4-journalists-win-free-speech-prize) and the 2013 UNESCO/Guillermo Cano World Press Freedom Prize.

https://www.thunderclap.it/projects/8039-a-birthday-wish-for-reeyot

The birthday of Reeyot Alemu, an award-winning female Ethiopian journalist, who has become a global icon of courage and the struggle for a free press since her imprisonment in 2011 is next Tuesday.
Would you give us a hand with a couple of clicks in support of our Thunderclap "A Birthday Wish for Reeyot"? Thunderclap is a crowd-speaking platform that helps people be heard by saying something together. If enough people support it, Thunderclap will blast out a timed Facebook Post or Tweet from all your supporters, creating a wave of attention. We have already gotten 100 people to support the Thunderclap. We would like to reach 250 and possibly 500 supporters by next Tuesday.

Go to https://www.thunderclap.it/projects/8039-a-birthday-wish-for-reeyot
Click on the Facebook/Twitter buttons below the birthday message - when you do that, your total number of your twitter followers/facebook connections amplilfy the "social reach" of the message.

Freitag, 27. Dezember 2013

Äthiopische Familienministerin strebt Ende von Auslandsadoptionen an

Wie AllAfrica auf seiner Webseite berichtet, haben Vertreter der äthiopischen Regierung auf einer Pressekonferenz angekündigt, dass sie das Ende aller Auslandsadoptionen anstreben. Der Präsident des Parlaments Abadula Gemeda und die Ministerin für Frauen, Kinder und Jugendliche Zenebu Tadessa forderten die Öffentlichkeit und alle beteiligten Akteure auf, sich für eine inländische Lösung mit einheimischen NGOs einzusetzen. Die Ministerin sagte, dass die Regierung alle Auslandsadoptionen aus Äthiopien abschaffen will. In den letzten Jahren konnte die Zahl der in Ausland adoptierten Kinder von 9000 auf 1000 Kinder im Jahr reduziert werden. Sie führte dies auf die Umsetzung von Gesetzen und die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zurück.

Ethiopia: Stakeholders, Public Has to End Foreign Adoption



The House of Peoples' Representatives and the Ministry of Women, Children and Youth urged stakeholders and the public to undertake integrated work to totally stop adoption of Ethiopian children by foreign families.

In a press conference, House Speaker Abadula Gemeda and the Minister Zenebu Tadesse told journalists that stakeholders should work closely to end foreign adoption.

Abadula urged the importance to give priority to use local means to raise orphaned children rather than giving them away to foreign families.

He suggested the importance to establish and support local NGOs which raise orphaned children with the close collaboration of the public.

He urged stakeholders and the public to support these initiatives and protect children from any kind of abuse.

The Minister Zenebu on her part said the government is working hard to end foreign adoption and facilitate situations to raise the children within their community.

Over 9,000 children were adopted by foreign families during the previous years, in a yearly basis, she said.

Through various activities carried out over the past years, number of children adopted by foreign families reduced to less than 1,000 in 2005EC.

She attributed the success to implementation of various laws and increasing knowledge of the public

Samstag, 21. Dezember 2013

Efa berichtet über Schwierigkeiten bei Adoptionen aus Äthiopien

Betyie schreibt aktuell über Adoptionen aus Äthiopien:

Die Vermittlungsstelle “Eltern für Afrika” ihrerseits berichtet von acht Adoptionen im vergangenen Jahr und davon, dass die verwaltungstechnische Seite der Adoptionsfreigaben in Äthiopien immer noch nicht hinreichend geklärt sei, woraus sich ableite, dass die künftigen Entwicklungen bei internationalen Adoptionen nicht prognostizierbar seien. Die Lage in den Kinderheimen sei angespannt, die Versorgung der Kinder nicht jederzeit gut gewährleistet und künftig müsse man bei aus Äthiopien adoptierten Kindern mit einem Alter von wenigstens zwei Jahren rechnen.

Gleichzeitig meldet die Washington Post unter Berufung auf den Innenminister im Kongo, dass Internationale Adoptionen aufgrund von kriminellen Machenschaften temporär suspendiert seien.

Samstag, 24. August 2013

Adoptionen aus Äthiopien im Jahr 2013

Wer vor vier Jahren mit offenen Augen durch Addis Abeba spazierte, sah überall Adoptivfamilien. Insbesondere amerikanische Eltern mit äthiopischen Babies und Kleinkindern bevölkerten das National Museum, das Blue Tops Restaurant und die großen internationalen Hotels. Abends auf dem Flughafen sah man ein Dutzend oder mehr Familien abreisen. Auf der Straße wurden sie begrüßt und Äthiopier bedankten sich bei ihnen, dass sie sich ihrer Kinder annehmen. Heute ist das Straßenbild ganz anders.

Man sieht in den typischen Touristenorten noch vereinzelt Adoptivfamilien. Amerikanische Familien sind jedoch weit und breit nicht zu sehen. Äthiopier geben Europäer den Tipp im Gespräch deutlich zu machen, dass man kein US-Amerikaner sei. Die Stimmung auf der Straße hat sich gedreht: Antiamerikanismus ist stark ausgeprägt wie auch eine Abneigung gegen internationale Adoptionen. Mitarbeiter von Vermittlungsstellen werden mit Vorwürfen konfrontiert am Kinderhandel gut zu verdienen. Die amerikanischen Vermittlungsstellen haben ihre Mitarbeiter sehr gut bezahlt und mit großen Autos ausgestattet. Manche Mitarbeiter von (amerikanischen) Adoptionsagenturen sind in kurzer Zeit sehr wohlhabend geworden. Die Äthiopier nehmen diese Entwicklung wahr und wissen, dass dort nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Zudem sind die Vorfälle in den USA - wie das Gerichtsverfahren gegen die Adoptiveltern von Hana Williams - in Äthiopien bekannt. Ebenso das Schicksal von Masha und der Film Mercy, Mercy.

Die meisten Vermittlungsstellen sind auf dem Rückzug. Zwei große amerikanische Agenturen haben ihre Büros geschlossen und eine Reihe von europäischen haben ihre Vermittlungen reduziert. Die neuen Vorschriften zum Gerichtsverfahren sowie die Schließung von Transitheimen und staatlichen Kinderheimen hat die Zahl der adoptierbaren Kindern deutlich reduziert. Als Folge steigt der Preis, den einige Heime für die Vermittlung von Kindern erwarten. Statt einer Unkostenpauschale für die Heimunterbringung werden hohe Summen für einzelne Kinder verlangt. Die Vermittlungsstellen, die solche Praktiken ablehnen, bekommen in der Tendenz keine Kinder mehr vermittelt oder nur solche, die niemand sonst will. Nach Auskunft einiger Beteiligter hat durch die stärkere Regulierung die Korruption eher zu- als abgenommen. Von einer möglichen Ratifizierung und Umsetzung der Haager Konvention ist nichts zu spüren. Die äthiopische Regierung will das Thema Adoption eher zurückfahren als durch weitere gesetzliche Maßnahmen neu aufwerten. Weder will man den Antiamerikanismus weiter schüren noch will man die Aufmerksamkeit neu auf Adoptionen richten. Politische Konsolidierung und ausländische Investitionen stehen im Mittelpunkt der Politik. Wirtschaftliche Entwicklung soll die Abgabe elternloser Kinder überflüssig machen.

Dass es jedoch weiterhin eine große und zunehmende Zahl elternloser Kinder gibt, ist auch offensichtlich. Die Lage der Landbevölkerung hat sich in den letzten Jahren kaum verbessert. Kinder verlassen ihre Dörfer und Eltern, weil die Familie auseinanderbricht oder das Land schlicht nicht genug zum Überleben der Familie bietet. Sie schlagen sich nach Addis Abeba durch, wo sie auf der Straße landen. Mitarbeiter von Straßenkinderprojekte berichten, dass die Rückführung der Kinder in ihre Familien oft unmöglich ist, da sie dort nicht bleiben können oder wollen. Nur eine finanzielle Unterstützung der Familien kann das in einigen Fällen ändern. Die Not dieser elternloser Kinder ist groß. Eine Organisation, die sich ihrer annimmt, ist Hope for the Hopeless, die wir an dieser Stelle empfehlen möchten.

Sonntag, 5. Mai 2013

Die Kinderfänger

Endlich ist das neue Buch von Kathryn Joyce erschienen, auf deren Arbeiten wir in diesem Blog schon mehrfach verwiesen haben. The Child Catchers - Rescue, Trafficking, and the New Gospel of Adoption ist ein gut geschriebenes und gut recherchiertes Buch, das den Leserinnen und Lesern die Augen öffnet und leider auch die Haare zu Berge stehen lässt.

Amerikanische Evangelisten haben das Feld der Adoption für sich entdeckt und organisieren eine ganze Ideologie/Theologie um das Konstrukt der 'Waisen' und der Verantwortung von Christen für diese Waisen. Aus dem Bibelvers: "Pure religion is this, to help widows and orphans in their need" leiten sie ein Handlungsprogramm ab, das immer wieder auf die gleiche Lösung hinausläuft. Adoption ist die Antwort auf viele Probleme: ungewollte Schwangerschaften, Armut, alleinerziehende Mütter, Abtreibungen. Kirchen predigen, praktizieren und bejubeln den neuen Trend, fremde Kinder in ihre Familien aufzunehmen. Da in diesen Kreisen der Zweck die Mittel immer noch heiligt, folgt aus der Adoptionsideologie ein sehr instrumenteller Umgang mit der Frage, wer eigentlich adoptionsbedürftig ist und was aus der Herkunftsfamilie wird. Egal was die Umstände sind, Hauptsache es werden Kinder gerettet.

Kathryn Joyce verfolgt die Spuren der christlichen Adoptionsmissionare insbesondere nach Äthiopien, das in den letzten zehn Jahren zum Zentrum der internationalen Adoption wurde. Dort arbeitet sie die Skandale und Misstände nochmals von Anfang an auf. Das Kapitel Inside the Boom enthält alles, was in den letzten Jahren über Korruption in Adoptionen aus Äthiopien in die USA berichtet wurde. Leider enthält es jedoch wenig, was nicht bereits vorher schon - zum Teil von Kathryn Joyce selbst - an anderer Stelle geschrieben wurde. Ihre Recherchen in Äthiopien konzentrieren sich auf die bekannten Skandale und nur am Rande auf die Stimmen der Herkunftsfamilien und Betroffenen. Sie begleitet einen Searcher auf einer Reise in ein abgelegenes Dorf, wo ein Film über eine Herkunftsfamilie gedreht wird. Dabei stellt sie fest, wie sich die Gelegenheit ein Kind nach Amerika schicken zu können herumspricht und damit erst das Verlassen von Kindern auslöst.

Sie spricht mit Vertretern von UNICEF, die diesen Mechanismus bestätigen: erst die Gründung eines Waisenhauses produziert Waisen. Die Schließung von Kinderheimen ist daher wahrscheinlich das wirksamste Instrument der äthiopischen Regierung, um die Adoptionsindustrie einzudämmen. Ob jedoch die anderen Maßnahmen der äthiopischen Regierung wirksam sind, weiß nicht einzuschätzen. Nach einem Rückgang der Zahlen geht UNICEF davon aus, dass sie wieder auf ein hohes Niveau gestiegen sind.

Die Botschaft wird in dem Kapitel sehr deutlich: Evangelisten auf dem Adoptionspfad schaffen mehr Probleme als sie lösen. Und in der Tat, wenn man Michelle Gardner in dem Film "Fly away children" dabei zusieht, wie sie in äthiopischen Dörfern die Eltern fragt, wer gerne sein Kind nach Amerika schicken möchte, dann wird klar, dass es hier in keiner Weise um "Waisen" in irgendeinem Sinne des Wortes geht. Die explodierende Adoptionsindustrie in Äthiopien hat demnach auch wenig mit christlichen Werten oder Familien zu tun sondern mit einem Versuch dem eigenen Leben mehr Sinn zu geben, wenn vermeintlich Leben gerettet werden können.

Für Adoptionsinteressierte ist dieses Buch eine wichtige Information und zwar auch für solche, die mit der christlichen Adoptionsbewegung nichts am Hut haben. Adoptionsmissionare haben in Äthiopien die Strukturen weitgehend korrumpiert. Daran kommen auch europäische Vermittlungsstellen nicht vorbei. Und zweitens ist jenseits aller Rhetorik die Haltung der Europäer nicht so anders. Bis heute sind Vermittlungsstellen für den Wahrheitsgehalt der Dokumente der vermittelten Kinder nicht verantwortlich. Auch deutsche Vermittlungsstellen weisen eine Verantwortung für das, was im Sozialbericht über die Kinder und deren Familien steht, weit von sich. Vielmehr werden angehende Adoptiveltern mit einem Augenzwinkern zu Komplizen gemacht, da man afrikanischen Dokumenten nicht zu viel Glauben schenken sollte. Erst wenn Vermittlungsstellen diese Verantwortung übernehmen und vielleicht auch rechtlich dazu gezwungen würden, wären sie an der Wahrheit wirklich interessiert. Davon sind wir aber noch weit entfernt.   

Sonntag, 28. April 2013

Postkolonialismus

Internationalen Adoptionen wird häufig vorgeworfen in den Spuren des Kolonialismus zu wandeln. Früher wurden Afrikaner versklavt, heute werden ihre Kinder auf dem Markt der internationalen Adoption verkauft. Wenn das Kindeswohl nicht im Mittelpunkt steht, verliert die Institution der Internationalen Adoption schnell seine Legitimation.

Allerdings kann das Pendel auch in die andere Richtung ausschlagen. Gegner Internationaler Adoptionen nutzen Skandale, um ihre Positionen weiter zu bringen und führen auf dem Rücken Betroffener ihre Kampagnen durch. So kann man die neue Kampagne von ACT (Against Child Trafficking) auch sehen. Sie nahmen den Film Mercy, Mercy zum Anlass nach Äthiopien zu reisen, um Mashos Eltern zu besuchen und ihnen eine Reise nach Dänemark zu versprechen. Darüber hinaus wollen sie weitere 10 bis 20 äthiopische Mütter nach Dänemark bringen, um im dänischen Parlament über ihre Erfahrungen zu berichten.

Auf der website heißt es:
ACT has met so many mothers in Ethiopia who lost their children. Their heartbreaking stories are stuck in our minds. Yet, authorities deny wrong doing.
By bringing the Ethiopian mothers to the country that took their children, a strong impact can be made. It may prevent further injustice.
It also might be a beginning of reconnecting these mothers with their lost children.
 
Eine solche Reise wäre in vielen Fällen - nicht nur im Fall Masho - sinnvoll. Es wäre gut und positiv, wenn äthiopische Eltern (warum nur Mütter?) erleben würden, wie ihre Kinder im Ausland leben. Es ist auch positiv, wenn sie im Parlament oder bei der Vermittlungsstelle darüber berichten können, dass sie nicht wussten, dass sie ihre Kinder wahrscheinlich nie mehr wieder sehen würden. Dass viele Unterschriften unter Dokumente gesetzt wurden, die sie nicht verstanden. Das würde die Einstellung von Politik und Vermittlungsstellen zu den Verfahren der Internationalen Adoption nachhaltig verändern.

Man sollte in der Tat Besuche von äthiopischen Verwandten in den Ländern, in denen die Kinder heute leben, begrüßen und aktiv unterstützen. Kontakt zur leiblichen Familie ist der beste Weg Korruption und Lügen im Adoptionsprozess zu verhindern.

Das alles ist eine großartige Idee. Und es wäre wünscheswert, wenn das dänische Sozialministerium und die dänische Vermittlungsstelle sich der Sache annehmen. Und ACT sollte es dem Ministerium vorschlagen. Aber sie sollten es nicht selbst organisieren. ACT ist eine Antiadoptionskampagne. Ihr muss es primär um den Medieneffekt und den politischen Druck gehen, den dies mit sich bringt. Adoptiveltern können sich nicht positiv mit den leiblichen Eltern ihrer Kinder treffen, wenn sie dabei und dadurch auf die mediale Anklagebank gesetzt werden. Es geht daher nicht um die Familienzusammenführung, nicht um die Mütter oder die Kinder. Sondern um Fotos und Berichterstattung. Bei jeder Aktion von ACT ist die Kamera mit dabei. Das kann im Sinne der Kampagne sein; im Sinne der Betroffenen ist es meistens nicht.

Sonntag, 21. April 2013

Äthiopische Adoptierte lässt Adoption widerrufen

Bereits im Februar berichtete Voice of America über eine in die Niederlande adoptierte Äthiopierin, die ihre Adoption widerrufen ließ. Betty Lub wurde im Alter von 7 Jahren von einer holländischen Familie über die Vermittlungsstelle Wereldkinderen adoptiert. Ihre Vermittlungsakte enthielt eine ganze Reihe falscher Angaben u.a. dass ihre Eltern verstorben seien. Die Adoption in den Niederlanden scheiterte und Betty versucht seitdem ihre Adoption zu widerrufen. Nach dem Gerichtsprozess in Äthiopien will sie nun versuchen, auch in den Niederlanden die Adoption zu annullieren.  Es ist der erste Fall in Äthiopien, in dem eine Adoption widerrufen wurde.



In this photo made available by Loes Zuidervaart, Betty Lub's current foster parent, the 14-year-old Ethiopian girl shares her court victory against her adoptive Dutch parents with her current foster mother in Addis Ababa, February 9, 2012.
In this photo made available by Loes Zuidervaart, Betty Lub's current foster parent, the 14-year-old Ethiopian girl shares her court victory against her adoptive Dutch parents with her current foster mother in Addis Ababa, February 9, 2012.
 

Sonntag, 10. März 2013

Betrug bei Adoptionen aus Äthiopien

Die Journalistin Kathryn Joyce betreibt ein Projekt beim Pulitzer Center on Crisis Reporting über die Opfer des Adoptionsboom in Äthiopien. Auf der Projektseite finden sich einige Artikel, videoclips und Vorträge zum Thema. Ein Videoclip begleitet einen Searcher in den Süden Äthiopiens im Sommer 2011. Mit der steigenden Zahl von Adoptionen mit gefälschten Dokumenten steigt auch die Zahl derjenigen Familien, die mit Hilfe von Searchern die Familien ihre Kinder suchen, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. In dem Video wird auch gezeigt, wie gefährlich die Arbeit von Searchern ist, die von Vermittlungsstellen bedroht werden und auch im Gefängnis landen können.


 

Samstag, 2. März 2013

Dänemark stoppt Adoptionen aus äthiopischem Kinderheim

Ein Artikel der Copenhagen Post vom 01. März 2013 berichtet von einer Inspektionsreise der dänischen Sozialbehörde nach Äthiopien. Dort besuchten die Inspektoren das Kinderheim Enat Alem und fanden katastrophale Bedingungen vor. Als eine Konsequenz stoppte die dänische Sozialministerin Karen Hækkerup alle weiteren Adoptionen von dem Heim nach Dänemark.

Nach Angaben der Inspektoren fehlte es in dem Heim sowohl an Nahrungsmitteln, essentieller Pflege sowie medizinischer Versorgung. In einem Brief an die dänische Vermittlungsstelle DanAdopt führte die Sozialministerin aus, dass die Ausstattung des Heims gegen "fundamentale ethische Prinzipien" verstoße.

Der Brief stellt fest, dass die Bedingungen in dem Heim gegen äthiopische Gesetze verstießen. Das Heim Enat Alem war auch Gegenstand des Films 'Mercy, Mercy - der Preis von Adoptionen'. Der Direktor des Heims wurde in dem Film mit den Worten zitiert, dass die Kinder in Dänemark eine Ausbildung erhielten und dann nach Äthiopien zurückkämen. Die dänische Vermittlungsstelle DanAdopt erklärte diese Lüge des Direktors mit "kulturellen Differenzen". Die Ermittlungen der dänischen Sozialbehörde sind noch nicht abgeschlossen.

Mittwoch, 27. Februar 2013

Interesse an einer Adoption aus Äthiopien?

Für alle, die eine Adoption aus Äthiopien erwägen, gehört der Film Mercy, Mercy zum Pflichtprogramm. Kein Adoptionsbewerber sollte sich auf die Reise nach Äthiopien machen, ohne ihn bewusst gesehen und die Implikationen verstanden zu haben. Niemand sollte glauben, dass die dort gezeigten Denk- und Handlungsweisen Ausnahmen sind. Sie sind es nicht; weder auf der äthiopischen noch auf der westlichen Seite.

Es gibt in jetzt auf You Tube mit englischen Untertiteln zu sehen.

    

Dienstag, 11. Dezember 2012

Reuniting children with their families - UNICEF

In Ethiopia, placing institutions and adoption practices under scrutiny - and reuniting children with their families

By Indrias Getachew

JARE HINESSA, Ethiopia, 10 December 2012

Emotions run high when baby Meseret comes home. It’s been 14 months since she was placed in an orphanage by her father, a single parent who had hoped that she would be adopted and raised abroad.

UNICEF correspondent Margaret Murphy reports on a programme that is reuniting Ethiopian children with their families.

“I gave her up to an orphanage because she was so young when her mother died,” says Meseret’s father Thomas Hatito. Mr. Hatito’s wife passed away in childbirth, and he was faced with raising Meseret in addition to his seven other children, on his own. “I gave her away so that she could grow up and get a better education than is available here.” Meseret was 6 days old when Mr. Hatito handed her over to the orphanage. Rising international adoptions, rising concerns In recent years, Ethiopia has become one of the most popular countries for international adoptions. More than 4,500 children were placed in inter-country adoption in 2009, double the number of children in 2006. According to the Ministry of Women, Children and Youth Affairs, the rapid increase in inter-country adoptions has spawned a proliferation of child care institutions. However, 45 per cent of these institutions were found to be operating without a valid license.

  Meseret has been reunified with her family 14 months after she was given up for adoption following the death of her mother during childbirth. Here, one month after reunification, she plays with her older sister. Concerns about methods – and facilities Rising demand for Ethiopian children and the lack of adequate mechanisms to ensure compliance with procedures meant to protect their best interests have led to concerns about methods used by adoption agencies and child care institutions. “[Parents] were being told, ‘if your child goes abroad, you will get all types of rewards, you will get more money,’” says Project Officer at the Southern Nations, Nationalities, and People’s Region (SNNPR) Bureau of Women, Children and Youth Affairs Yeshimebet Yirga. Increasing reports of abuse have prompted action by the Government of Ethiopia to address the issue.

In 2010, two assessments of institutional child care were conducted. The assessments looked at child care institutions in five regions, including SNNPR. “There are standards that any organization which raises children needs to meet,” says officer in charge of promoting child rights and protection with the SNNPR Bureau of Women, Children and Youth Affairs Ashenefech Admassu. “But, when many of them were reviewed, it became clear that they were not seeking the best interests of the children, but their own private benefit.”

When Meseret was returned to her village, she was welcomed by her family and members of the village. Here, she is held in the arms of the nanny who brought her home from the orphanage where she spent 14 months. Standing behind them is her father, Thomas Hatito, and next to them is her grandmother. Reuniting families The orphanage that had taken Meseret was among those deemed unfit to continue operating. Meseret and the other children who lived there were placed with caretakers while the process of family reunification began. Ms. Yirga and the rest of the team from the SNNPR Bureau of Women, Children and Youth Affairs were trained with the support of UNICEF to provide care for the children and reunite them with their families. “After convincing the families, we don’t just give the children back empty-handed,” she says. “We prepare a package that we believe a returning child will need, and that will reduce the burden on the family.” Meseret’s family received clothing and household items and a cash grant to ease their financial pressures.

The programme also helps families to set up projects that generate income. Ms. Yirga and her team accompanied Meseret and her nanny from the caretaker institution to Jare Hinessa village. Neighbours and community leaders turned out in large numbers to welcome Meseret home. Reaching as many children as possible According to the Central Statistic, 3.8 million orphans lost one or both parents to AIDS-related causes in 2009. It is likely that some 10,000 such children live under institutional care. “UNICEF is working with the federal and regional authorities to come up with a range of family-based options for children without parental care,” says UNICEF Ethiopia Communication Manager Alexandra Westerbeek. “We all agree that institutions are not the solution for children, and what they need is a family environment.”