Dienstag, 25. November 2014

Sie stehlen Babies, oder nicht?

E.J. Graff vom Schuster Institute für Investigativen Journalismus der Brandeis University beschäftigt sich schon lange mit den Praktiken der Internationalen Adoption. Jetzt hat sie im Pacific Standard Magazin einen neuen Artikel veröffentlicht, der auf Dokumenten der amerikanischen Botschaft in Addis Ababa beruht, die sie mit einer Freedom of Information Abfrage erhalten hat. Dieser Artikel enthält nicht viel Neues, aber belegt noch einmal die schon lange vermutete Dynamik von Internationalen Adoptionen insbesondere in die USA.

Graff teilt die Adoptionsgeschichte in Äthiopien in drei Phasen ein: zunächst die Phase der humanitären Adoptionen, als engagierte Menschen ihre Hilfe anbieten und dafür geschätzt werden. Dann die Phase des "Goldrauschs", als immer mehr Vermittlungsagenturen ins Land kommen, um mit zweifelhaften Methoden und dubiosen Kooperationspartnern die Adoptionszahlen in die Höhe treiben. Als drittes folgt die Phase der Begrenzung, als die äthiopische Regierung beginnt Vermittlungsstellen zu kontrollieren. Graff stellt einen direkten Zusammenhang zwischen dem Rückgang der Adoptionen und der Haager Konvention her. Dies ist eine eher optimistische Interpretation. Interessant ist jedoch die Innensicht der amerikanischen Botschaft, die schon lange von den problematischen Vermittlungen wusste und dennoch sehr wenig tat. Die internen Dokumente des State Department können hier eingesehen werden.

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