Montag, 30. Mai 2011

Better Care Network

Seit 2003 gibt es das Better Care Network als einen Zusammenschluss von mehreren UN-Organisationen, der amerikanischen Entwicklungsorganisation USAID und NGOs (Save the Children UK). Ursprünglich als ein loses Netzwerk gedacht gibt es seit 2005 eine Koordinierungsstelle unter dem Dach von UNICEF in New York. Die Arbeit des Netzwerks zielt auf die Lücke zwischen der Erkenntnis, dass Kinder ein Recht auf eine Familie haben, und der Tatsache, dass Millionen Kinder in Kinderheimen leben. Über eine Million Kinder haben ihre Eltern in Bürgerkriegen und Kriegen verloren und mehr als 15 Millionen Kinder einen oder beide Elternteile durch AIDS. In vielen Ländern sind Kinderheime noch immer die Antwort auf Armut und zerbrochene Familien. In noch mehr Ländern gibt es nur wenige Maßnahmen, die dafür sorgen, dass die Kinder angemessen untergebracht werden und Pflegefamilien unterstützt aber auch kontrolliert werden. Es gibt einen großen Bedarf an Altenativen zur Heimunterbringung, wenn eine Trennung von den Eltern erfolgt  oder unausweichlich ist.

Im November 2009 verabschiedete die Generalversammlung der UNO eine Resolution, in der sie die "Guidelines for the Alternative Care of Children" im Zusammenhang mit dem 20. Jahrestag der UN-Kinderrechtskonvention begrüßt. Die Richtlinien sind lesenswert, da sie der Prävention einen überragenden Stellenwert einräumen. Die Eltern oder der Vormund eines Kindes, die dieses abgeben möchten, sollen betreut und unterstützt werden, um das Verlassen des Kindes zu verhindern. Die Reintegration der Familie ist vorrangig. Nur wenn die Reintegration der Familie nicht gewährleistet werden kann, kommen andere Formen der Pflege verlassener Kinder in Betracht. Dazu gehören neben Pflegefamilien und familienähnlichen Unterbringungen auch die Adoption und Kafala. Notwendigkeit und Angemessenheit sind die Stichworte, die den Richtlinien zugrunde liegen. Ein richtiger und wichtiger Schritt nach vorn.  

Kommentare:

  1. Ihr beschreibt es sehr fein selber.- tatsächlich würden mit der Implementierung der neuen UN Guidelines Millonen von Kindern adoptierbar. Eine Goldgrube für Vermittlungstellen. Es sei auch nochmal erwähnt, dass der Geldgeber USAID sich nicht an der KRK halten muss, da die USA die KRK nicht ratifiziert hat. Auch wenn die Guidelines eben nur Guidelines sind und eigentlich eine UN Konvention nicht überschreiben können, so läuft Europa Gefahr ein "Child Welfare" ( die Amerikaner benutzen immer noch den Begriff " Welfare" im Gegensatz zu Protection/ Rights= Rechte)System, so wie es in Amerika existiert zu bekommen. Die Zahl der Inlandsadoptionen in den USA ist um in enormes Vielfache höher als in Deutschland.- das hat mit Geschäft zu tun und damit, dass die USA keine Kinderrechte ( KRK) (an)erkennen. Das soll "ethisch" sein?

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  2. Wenn das Ziel der Guidelines Reintegration und die Verhinderung von Heimunterbringung ist, wie sollte dadurch Millionen von Kindern adoptierbar werden? Eine Heimunterbringung ist Voraussetzung für eine Adoption.
    Auch wenn Geld ursächlich für die Korruption in internationalen Adoptionen ist, macht es keinen Sinn hinter den Guidelines einen Komplott von Vermittlungsstellen zu vermuten. Genausowenig macht es Sinn die Kinderrechtskonvention mit tatsächlichem Kinderschutz zu verwechseln.

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  3. "Genausowenig macht es Sinn die Kinderrechtskonvention mit tatsächlichem Kinderschutz zu verwechseln."

    Das mag zutreffen. Allerdings ist die Unterzeichnung der Konvention zumindest eine Absichtserklärung und auch Voraussetzung dafür, dass bestimmte Rechte überhaupt geltend gemacht werden können.

    Wenn ein Land die hinter dieser Konvention stehende Absicht eben nicht teilt und den Beitritt ablehnt, dann aber einen großen Teil der Finanzierung und Steuerung eines bestimmten Projekts übernimmt (wie hier USAID),sollten Zweifel über Intentionen und Verlässlichkeit schon erlaubt sein.

    Überhaupt erscheint es (von außen betrachtet) mindestens ebenso blauäugig, dieser Absichtserklärung zu vertrauen und sie sofort als Schritt in die richtige Richtung zu werten, wie eine "Komplott-theorie" zunächst paranoid wirkt.

    Die Taktik der meisten Lobbygruppen ist doch, die gegnerischen Argumente in Wort und Tat zu entkräften. Man stellt sich selbst als "der bessere Kritiker" eines bestimmten Sachverhaltes dar, dem wegen Kritik eine Beeinträchtigung droht, und hofft damit, seine Position zu retten.

    So viel zu der Arbeitsweise von Lobbyisten ist ja nun wirklich allgemein bekannt.

    Vor diesem Hintergrund darf man sich schon überlegen dürfen, welche Interessenskonflikte sich aus dem unbestritten auf den ersten Blick schön klingenden Programm verbergen könnten.

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  4. Darf man. Aber dann wäre es gut zu wissen, wie und mit welchem Interesse USAID mit den amerikanischen Vermittlungsstellen zusammenwirkt.

    Wir können uns darauf einigen, dass die Guidelines programmatisch in die richtige Richtung gehen. Wenn dem keine Praxis folgt, sind wir für Hinweise dankbar.

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  5. Ein wesentliches Mitglied des Better Care Networks ( NL) ist Wereldkinderen. Trotz nachweislich krimineller Praktiken, hält Wereldkinderen an der äthiopischen Representantin weiterhin fest und feiert sie.

    Die Guidelines, sind an vielen Stellen konträr zu der UN Kinderechtskonvention. Sie zielen auf Zeitlimits, und bspw. " permanency" - ein Wort das es in der KRK nicht gibt und letztlich ein anderer Ausdruck für Adoption ist.

    In der Praxis wird das bspw für Deutschland bedeuten, dass bspw. nur für einen begrenzten Zeitraum versucht wird ein Pflegekind in die leibliche Familie zurückzuführen. Sollte dass bspw. nach 6 Monaten nicht möglich sein, wird es zur Adoption freigegeben, im Zweifel auch durch die Ersetzung der Einwilligung. Für den Staat ist das die deutliche billigere Variante.

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  6. http://www.voanews.com/english/news/africa/Pilot-Project-Helps-Ethiopian-Orphans-Avoid-Overseas-Adoption-102394554.html

    Susan Jacobs und Senatorin Landrieu dürften wohl beide Namen mit ziemlichem Wiedererkennungswert haben; sie feiern -laut diesem Bericht- die Einrichtung eines entsprechenden Programms in Äthiopien.

    Muss man annehmen,dass Sie ihre sonst vertretenen Vorstellungen zu dieser Gelegenheit geändert haben (und dann wieder retour) oder sollte man das Projekt als eines der Adoptionsagenturen betrachten, welche sich hier von den Vorwürfen unethischer Praktiken sozusagen befreien?

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  7. Tja- soweit ich mich erinner steckt da Bethany hinter. - tatsächlich ist es ein Projekt einer Adoptionsagentur, Marketing und sie bekommen dafür öffentliche Gelder.

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