Sonntag, 15. März 2015

Das Mädchen Hirut

Das Mädchen Hirut ist ein Film über Gewalt gegen Frauen in Äthiopien, über starke Mädchen und Frauen und den Konflikt zwischen Tradition und den fundamentalen Rechten von Frauen. Er spielt in Äthiopien in den neunziger Jahren und basiert auf einer wahren Begebenheit. Das Mädchen Hirut, das mit seiner Familie auf dem Land lebt, wird auf dem Weg von der Schule nach Hause von einer Gruppe junger Männer entführt. Anführer der Gruppe ist ein Mann, der sie zur Heirat zwingen möchte. Sie halten sie versteckt und ihr Entführer vergewaltigt sie. Entführungen waren früher ein akzeptiertes Mittel der Eheschliessung in Äthiopien und wurden nicht bestraft. Sie kommen heute noch in Zentralasien vor.

Hirut kann sich befreien und erschiesst auf der Flucht in Notwehr ihren Peiniger. Sie kommt in Haft und wird des Mordes angeklagt. Die Dorfältesten beschliessen, sie aus dem Dorf zu verstossen. Die Anwältin und Frauenrechtlerin Meazza Ashenafi hört von dem Fall und übernimmt die Verteidigung. Dabei kämpft sie gegen tradierte Formen der Gewalt und die Realität des Lebens im Dorf. Der Film gibt tiefe Einblicke in das ländliche Leben in Äthiopien, in die Familie von Hirut und ihre Wünsche und Ängste. Äthiopienkennern werden viele Bilder bekannt vorkommen.

Die Geschichte von Hirut hat nichts mit Adoptionen zu tun, aber sie erinnert an das Schicksal vieler junger Frauen, die von Vergewaltigungen schwanger werden, ihre Dörfer verlassen müssen und später ihre Kinder abgeben.

Der Film von Zeresenay Berhane Mehari berührt. Er gewann den Publikumspreis der Berlinale und ist seit dieser Woche im Kino zu sehen.  Einen trailer und weitere Informationen findet man hier.

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