Donnerstag, 12. Dezember 2013

Erwachsene Adoptierte im Gespräch

Auf youtube gibt es ein bemerkenswertes Video zweier junger Adoptierter, die über ihre Erfahrungen, Ansichten und Wünsche berichten. Aselefech Evans, adoptiert im Alter von 6 Jahren aus Äthiopien, und Jenni Fang Lee, adoptiert im Alter von 6 Jahren aus China, tauschen sich frei über Adoptionen aus.

Beiden ist es anzumerken, dass sie mit sich und ihrer Identität als Adoptierte, Nichtweiße und junge Frauen eigentlich im Reinen sind, aber im deutlichen Abstand zu Vermittlungsstellen und der Adoptionsindustrie stehen. Die Fragen, die sie umtreiben sind:
  • Warum zahlen amerikanische Familien 30.000$ für eine Adoption, wenn mit diesem Geld die Gründe für die Adoption aus der Welt geschafft werden können? 
  • Warum wird in der Adoptionswelt und von den Betreibern von Vermittlungsstellen so viel Geld verdient?
Fang Lee drückt ihr Unbehagen besonders deutlich aus, wenn sie sagt, dass Adoptiveltern mit dem Geld abstimmen und sich nicht bewusst sind, was die indirekte Effekte einer Auslandsadoption für die Betroffenen aber auch für das gesamte System der Auslandsadoption sind. Sie wünscht sich, dass erwachsene Adoptierte eine Plattform finden, auf der sie ihre gemeinsamen Erfahrungen publik machen können, um von dem individuellen Schicksal zu abstrahieren und zum Kern des Problems vorzudringen.

Kommentare:

  1. Es ist eine Randbemerkung wert, dass die Adoptivmutter der äthiopischstämmigen jungen Frau in jüngeren Jahren eine Adoptionsagentur geleitet hat und zu ihrem jetzigen moderat kritischen Blick auf die Strukturen der internationalen Adoption offensichtlich mit dem Erwachsenwerden ihrer Töchter gelangt ist.

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  2. Ich wage zu bezweifeln, dass man mit dem Geld, welches für Adoptionen gezahlt wird, die Gründe für Adoptionen aus der Welt schaffen könnte. Das wäre schön, aber da ist unsere Welt doch wesentlich komplexer!

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