Wir sind eine Gruppe Eltern, die Kinder aus Äthiopien adoptiert haben. Im Prozess der Adoption wurden wir zunehmend mit ethischen Fragen der Internationalen Adoption konfrontiert, die wir durch Dialog, Aufklärung und Diskussion mit Betroffenen und Interessierten klären wollen. Dieser Blog ist offen für alle, die mit uns über ethische Fragen in Auslandsadoptionen diskutieren wollen. Wir freuen uns über Fragen und Kommentare.
Ethical International Adoptions
Mittwoch, 22. Juni 2011
Begrenzung der Adoptionsverfahren
Sonntag, 12. Juni 2011
Verstörende Berichte
Ein weiterer schmerzhafter Bericht über die Vermischung von Pädophilie, Kinderheimen und internationalen Adoptionen in Nepal von einem Mitarbeiter von Terre des Hommes findet sich hier. Zugleich mehren sich die Berichte über die kommerzielle Vermittlung von Kleinkindern aus China und die Rolle finanzieller Zuwendungen von Adoptiveltern an Kinderheime.
Schliesslich fand sich auf Huffington Post ein lesenswerter Beitrag von Mark Canavera der den Begriff 'Aids-Waisen' als Phrase kritisiert und dazu auffordert, hier sehr genau nach Einzelfällen zu differenzieren.
Donnerstag, 9. Juni 2011
Offene Internationale Adoption
Dienstag, 7. Juni 2011
Waisen 2.Klasse?
Äthiopien hat erst vor relativ kurzer Zeit die Adoptionsfreigabe zugelassen – auch um die Zahl der Säuglinsaussetzungen zu verringern. Man kann getrost davon ausgehen, dass die Verbreitung dieser Fälle dort wohlbekannt ist.
Es wäre fatal, wenn die Not der Kinder darüber in Vergessenheit gerät.
Montag, 6. Juni 2011
Mythos und Wirklichkeit - Regeln II
Die Reaktionen haben uns überrascht. Statt von der Adoptionslobby werden wir seit Tagen von Adoptionskritikern persönlich und mit unterschwelliger Drohung angegriffen. Jeder, der sich nur ansatzweise von der Schwarzweissmalerei zwischen 'Kinderrettung' und 'Kinderhandel' entfernen möchte, ist scheinbar ein erklärtes Ziel selbsternannter Kinderrechtsaktivisten, denen weniger das Wohl der Kinder am Herzen liegt als ihr eindimensionales Weltbild. Der Kampf um Adoption findet leider auch auf unserem Blog statt, der eigentlich ein Forum für Offenheit und Toleranz sein will.
Wir bedauern dies sehr, können aber unsere persönliche Integrität nicht schutzlos weiteren Angriffen aussetzen. Wir werden daher in Zukunft die Kommentare moderieren müssen. Sachliche Beiträge sind weiterhin herzlich willkommen.
Samstag, 4. Juni 2011
Gelgela
- Dass EVAP reagiert hat und auf die Einhaltung bestimmter Standards drängt.
- Dass im Sommer diesen Jahres die Zusammenarbeit erneuert werden muss und die erneute Zusammenarbeit von der Einhaltung der Standards abhängig ist.
Dienstag, 31. Mai 2011
Die Bilder, die wir lieben
Belege für diese Argumentation gibt es genügend. Babyhandel gab es in Guatemala und neuerdings in China. Kindesentführungen sind aus Indien und Nepal bekannt. Skrupellose Heimleitungen gibt es in den meisten Ländern, die Kinder ins Ausland vermitteln. Diese Art der Berichterstattung ist sinnvoll, um die Beteiligten ein wenig wach zu rütteln und ihnen zu verstehen zu geben, dass die Öffentlichkeit ein Auge auf die Praktiken hat.
Langfristig verdeckt jedoch die skandalisierende Presse mehr, als sie aufklärt. Sie mobilisiert anstatt zu informieren. Sie agitiert, indem sie den Betrug in den Vordergrund stellt und pars pro toto den Betrug zum System erklärt. Z.B. ist der Hinweis dass die Auslandsadoption eine unregulierte Industrie sei, eine beliebte aber falsche Behauptung. Jede Adoptionsanerkennung eines ausländischen Gerichts durch ein deutsches, jede Visaerteilung und Einbürgerung im Ausland adoptierter Kinder sind hochgradig regulierte Verfahren. Deutsche Gerichte lehnen Anerkennungsanträge regelmäßig ab, wenn die Verfahren nicht den deutschen analog sind und Alternativen nicht geprüft wurden. Dies schmerzt die betroffenen Familien, ist aber für Vermittlungsstellen Grund genug, die bestehende Regulierung ernster zu nehmen.
Wenn die Visastellen amerikanischer Botschaften sich bei vielen Visaanträgen "unwohl" (Graff, S. 65) fühlen, dann ist dies der Moment, an dem sie tätig werden müssen. Und im Unterschied zum Mythos der unregulierten Industrie werden amerikanische Botschaften immer wieder tätig und erkennen die Adoptionspapiere in den Visaanträgen nicht an. Im letzten Jahr strandeten 80 Familien in Nepal; zurzeit gibt es Prüfungen in Kambodscha. Notfalls werden Länder komplett geschlossen. In der Folge gibt es trotz des Mythos einer vernetzten und scheinbar profitablen Industrie mit einer machtvollen Lobby im Rücken stetig fallende Zahlen von Adoptionen und immer mehr für Adoptionen geschlossene Länder.
Auslandsadoptionen sind nicht optimal reguliert. Sie weisen zu viele Unregelmäßigkeiten und korrupte Mittelsmänner in vielen Verfahren auf. Die bestehende Regulierung über Visaerteilung und Anerkennungsverfahren von Gericht ist zu indirekt, bürokratisch und greift zu spät. Das ist unbestritten. Das Bild einer unregulierten Milliardenindustrie trifft jedoch ebensowenig zu. Es ist in einer Welt voller Skandale ein Bild, das als Gegenpart zur Idylle der Adoptivfamilie gerne porträtiert wird. Die Wahrheit ist, wie so oft, in der Mitte angesiedelt; komplex, kompliziert und weniger geeignet für eine gute Story.
Montag, 30. Mai 2011
Better Care Network
Donnerstag, 26. Mai 2011
T.i.A.
Mittwoch, 25. Mai 2011
Einige grundlegende Regeln
Um nicht in Polemik abzugleiten, brauchen wir ein paar Regeln:
- Wenn ein Vorwurf insbesondere ein schwerwiegender erhoben wird, müssen Ross und Reiter benannt werden, bzw. Belege erbracht werden.
- Persönliche Anfeindungen und Anspielungen auf private Erfahrungen auch unterschwelliger Art ("ihr Ethiker") provozieren ohne die Diskussion weiter zu bringen. In Zukunft werden Kommentare mit diesem Inhalt gelöscht.
Montag, 23. Mai 2011
Ethik definieren und umsetzen
Es gibt darüber hinaus noch weitere Dokumente, die die ethischen Prinzipien, die einer Adoption zu Grunde liegen müssen, weiter definieren. Ein umfassender Prinzipienkatalog stammt vom Schweizer Service Social International (SSI) und wurde in Zusammenarbeit mit Experten in der ganzen Welt erarbeitet.
Auch die europäische Dachorganisation für Vermittlungsstellen euradopt hat einen Katalog ethischer Prinzipien verabschiedet, die denen von SSI ähnlich sind.
Die Prinzipien dürften unstrittig sein - es sei denn, man lehnt Auslandsadoptionen grundsätzlich ab. Gleichwohl wird schnell klar, dass wohlmeinende Prinzipien häufig fern der Praxis sind. Insbesondere der Sozialbericht über das Kind, die Abklärung der Alternativen im Land, die Zukunftsprognose werden schnell in Richtung Auslandsadoption und wenig in Richtung Rückführung in die Herkunftsfamilie geprüft.
Wie kann man die Praxis stärken? Zum einen könnten die Jugendämter höhere Anforderungen an die Sozialberichte der Kinder stellen. Sie könnten die Vermittlungsstellen auffordern, die Herkunft des Kindes nachzurecherchieren, wenn z.B. die Identität der Eltern nicht festgestellt wurde, obwohl Angehörige auffindbar sind. Sie könnten um Stellungnahmen der Familien zur Adoption bitten sowie Ungereimtheiten aufklären. Sie könnten Sozialberichte für die Adoptiveltern selbst durchführen, anstatt sie an die Vermittlungsstellen zu delegieren und somit Rollen- und Interessenkonflikte verhindern. Sie könnten als Aufsichtsbehörden stärker tätig werden, wenn fehlerhafte Angaben im weiteren Adoptionsverlauf bekannt werden.
Zum anderen könnten Vermittlungsstellen selbst aktiv werden. Der Ethikkatalog von Euradopt ist reaktiv; er greift also erst, wenn Skandale bekannt werden. Vermittlungsstellen könnten sich jedoch proaktiv Zertifizierungsverfahren unterziehen, die dokumentieren, wie sie den ethischen Prinzipien in ihrer Arbeit nachkommen. Sie könnten ihre Nachsorgeseminare und Betreuung ausbauen. Sie könnten Jahresberichte publizieren, in denen sie die Maßnahmen zur Umsetzung ethischer Prinzipien dokumentieren.
Adoptiveltern wiederum können ethische Verfahrenswege und Verhaltensweisen im Adoptionsprozess nachfragen. Sie können Vermittlungsstellen nicht nur nach der Verfahrensdauer sondern auch nach ihren ethischen Prinzipien aussuchen.
Alle drei Seiten könnten stärker zusammenarbeiten, Erfahrungen austauschen, Bewusstsein schaffen und somit die Werbetrommel für ethische Auslandsadoptionen rühren. Sie könnten Selbstverpflichtungen unterzeichnen und diese offen proklamieren. Sie könnten einen Tag der Ethischen Adoption einführen. Es gibt viele Möglichkeiten.
Mittwoch, 18. Mai 2011
Was bedeutet das Leben im Heim?
Frühe Heimunterbringung hat folgende Auswirkungen für die betroffenen Kinder:
- physische Unterentwicklung (Gewicht, Größe, Kopfumfang)
- Hör- und Sehbehinderungen
- verzögerte motorische Entwicklung
- schlechterer Gesundheitszustand allgemein
- Lernschwierigkeiten
- soziale Auffälligkeiten
- Bindungsschwierigkeiten
- emotionale Probleme
- niedrigere Intelligenz
- verminderte kognitive Leistungsfähigkeit
In der Studie wird zudem am Beispiel rumänischer Kinder, die nach Großbritannien adoptiert wurden, gezeigt, dass bei Kinder diese frühen Schäden durchaus wieder reparabel sind, wenn sie in Familien kommen, die sie in ihrer Entwicklung unterstützen.
Die Studie schliesst mit folgenden Worten: "Analytische epidemiologische Studiendesigns (einschliesslich Kontrollgruppen) zeigen, dass junge Kinder in Heimunterbringung ohne Eltern Risiken von Schädigungen bezüglich Bindungsstörungen und Entwicklungsverzögerungen in sozialen, verhaltens- und kognitiven Bereichen ausgesetzt sind. Verzögerung in Wachstum, Nervenentwicklung und abnormale Gehirnentwicklungen wurden zudem festgestellt. Die Vernachlässigung und der Schaden, der durch Heimunterbringung erfolgt, ist einer Gewaltanwendung an kleinen Kindern gleichzusetzen."
Es sei als Reaktion auf einen Kommentar noch darauf hingewiesen, dass keiner der Autoren von Adoptionsagenturen finanziert wurde und zumindest einer der Autoren der Metastudie internationalen Adoptionen ausgesprochen kritisch gegenübersteht, da diese oftmals nicht vom Kindeswohl getrieben seien.
Dienstag, 17. Mai 2011
IDENTITÄTEN
Die TAZ ist im übrigen dankbar für Spenden bei Nutzung ihres Online-Archivs.
Montag, 16. Mai 2011
CHILD GRABBING?
Kann man die Kosten einer Adoption eigentlich von der Steuer absetzen? In Deutschland nicht, in anderen Ländern, auch in europäischen, durchaus. In den USA als klassischem Einwanderungsland gibt es einen National Adoption Day, an dem dann auch die Einbürgerung von ausländischen Adoptivkindern zeremoniell begangen werden kann.
Staatlicherseits sind bei uns ausgebildete ausländische IT-Spezialisten willkommen, Kinder nicht, Flüchtlinge schon gar nicht. Adoption fühlt sich da leicht an wie eine Extremsportart, die eben jeder auf eigenes Risiko betreibt.
Aber muss das für alle Zeiten so bleiben? Manche Statistiken sagen heute schon für die nicht allzu ferne Zukunft Vollbeschäftigung und dann auch Arbeitskräftemangel voraus. Die Überalterung der Gesellschaft ist thematisch längst in der Mitte der öffentlichen Debatten angekommen. Wird vielleicht demnächst Auslandsadoption als ein Gegenmittel entdeckt und entsprechend gefördert? Kommt es nach dem ‚land grabbing’ in Afrika zu einem ‚child grabbing’? Oder ist das schon längst im Gange, nur Deutschland hinkt noch hinterher? Sind die Risikosportler von heute vielleicht ohne es zu wollen die Avantgarde einer neuen Entwicklung?
Das alles mag noch sehr nach Zukunftsmusik klingen, vor allem wenn man die aktuell rückgängigen Adoptionszahlen berücksichtigt. Aber wenn plötzlich die Bundesfamilienministerin ankündigt, die Adoptionsregeln lockern zu wollen, dann lässt das aufhorchen. Das Mitleid mit ungewollt kinderlosen Paaren steht zwar im Vordergrund, doch den Hintergrund bilden deutlich demographische Überlegungen. Was im Grunde auch legitim ist: Von einer an der Zukunft des Gemeinwesens orientierten Politik kann man verlangen, dass sie über den Tellerrand der jeweiligen Legislaturperioden blickt.
Wir werden aber sehr genau verfolgen müssen, wie ernst künftig die Nachrangigkeit der Auslandsadoption genommen wird – gegenüber Versorgungsmöglichkeiten der Kinder in ihrem Heimatland. Und ob es eine Tendenz gibt, das Kindeswohl kategorisch in den Ländern der Nordhalbkugel anzusiedeln.
Mittwoch, 11. Mai 2011
Wie kommt das Kind ins Heim?
Das erste ist der Hinweis, dass Adoptionen an sich bereits zum Verlassen von Kindern führen. Weil es die Möglichkeit der Adoption gibt, seien Eltern oder Verwandte bereit ihre Kinder ins Heim zu geben, um ihnen durch die Adoption ein besseres Leben zu ermöglichen. Ohne das Vorhandensein von Adoptionen würden weniger Kinder verlassen. Einen Beleg für diese Behauptung gibt es leider nicht, obwohl er nicht so schwer zu erbringen wäre. Viele Länder kennen das Instrument der Auslandsadoption überhaupt nicht. Werden dort weniger Kinder verlassen als in Ländern mit Auslandsadoptionen? Hat sich in Äthiopien die Zahl der verlassenen Kinder erhöht, seitdem die Zahl der Adoptionen anstieg? Ist dies auf Adoptionen zurückzuführen? Schafft die Nachfrage tatsächlich das Angebot? Wir wissen es nicht und sind für jeden belastbaren Hinweis dankbar. Allerdings sei nochmals darauf verwiesen, dass UNICEF die Zahl der (halb)Waisen in Äthiopien auf knapp 5 Millionen schätzt und die Zahl der Adoptionen im Jahr bislang nicht höher als 5000 lag. Das ist weniger als ein Promille. Das soll nicht die Korruptionsproblematik beschönigen sondern nur darauf hinweisen, dass es höchstwahrscheinlich einen tatsächlichen Bedarf gibt, der durch unethische Praktiken erstmal nicht beseitigt wird.
Der zweite Hinweis ist ein anderer Umgang mit Heimunterbringung in ärmeren Ländern. Eltern bringen ihre Kinder ins Heim, weil sie vorübergehend nicht für sie sorgen können. Oder um ihnen eine bessere Erziehung zu ermöglichen. Dies wird zum Beispiel in diesem Beitrag über Kinderhandel in Nepal bestätigt. Hierzu ist zu sagen, dass in diesen Fällen offensichtlich keine Adoption angemessen ist. Wo Eltern vorhanden sind, sind Kinder nicht elternlos. Wie in dem Beitrag deutlich wird, gibt es die Heime, die die Kinder von den Eltern fernhalten, weil sie finanzielle Zuwendungen im Falle von Adoptionen erhalten.
Um Korruption und Kinderhandel auf dem Weg ins Heim auszuschliessen, ist die Dokumentation der Herkunft des Kindes von zentraler Bedeutung. In jedem Fall müssen direkte finanzielle Zuwendungen für Adoptionen reguliert, limitiert und in diesen Fällen auch ganz abgestellt werden. Es darf keinen finanziellen Anreiz zur Abgabe oder Adoption eines Kindes geben, weder für die Heime noch für die Eltern.
Adoptionen sind eine Hilfe für verlassene Kinder, sie dürfen aber kein Grund zum Verlassen eines Kindes sein.
Dienstag, 10. Mai 2011
Stark und schwach
Was sind ethische Adoptionen?
Eine ethische Adoption ist eine Einzelfallhilfe für elternlose Kinder, die einer Heimunterbringung vorzuziehen ist. Dazu gehört weiterhin:
- eine wahrheitsgetreue Dokumentation der Herkunft, der Familienentwicklung und des physischen und psychischen Gesundheitszustands des Kindes analog der Adoptionsverfahren in Deutschland;
- der Ausschluss finanzieller, politischer oder anderer privater Interessen an der Adoption;
- die umfassende Information der Herkunftsfamilie über den Adoptionsprozess und die Folgen einer Adoption einschliesslich der Wahrung der Rechte der Eltern;
- bei älteren Kindern auch eine Beteiligung des Kindes am Adoptionsverfahren;
- die umfassende Betreuung und Beratung der adoptierenden Familie über alle das Kind betreffenden Aspekte.
Sonntag, 8. Mai 2011
Was steckt hinter der MOWA Entscheidung?
Donnerstag, 5. Mai 2011
Offene Worte
Und sie führt weiter aus: "Denn die Ära des „Adoptionstourismus" geht langsam zur Neige, wie Dr. Benyam Mezmur aus Südafrika im General Meeting von Euradopt im Oktober 2010 in Oslo beteuerte. Die Suche nach dem Land, aus dem viele gesunde Babys adoptiert werden können, kann im Grunde langsam abgeschlossen werden. Der Vortrag der italienischen Kollegen, in dem sie über die Adoptionen in China berichteten, war die erstaunliche Bestätigung dafür: immer größer seien die Probleme, die bei Vermittlungen von Kindern aus China auftreten würden. Denn mittlerweile könne man sich nicht mehr auf den in den Kinderberichten beschriebenen Gesundheitszustand sowie auf die Altersangaben verlassen.
Auf dem General Meeting 2010 in Oslo ist zudem das Problem der Transparenz von Adoptionsverfahren angesprochen worden, die ewige, berechtigte Frage nach der ethischen Grenze. Dieses Thema wurde insofern diskutiert, da in der Kooperation mit manchen Herkunftsstaaten die Trennung der Adoptionen von humanitärer Hilfe nicht möglich ist. Die afrikanischen Kollegen stellten den europäischen Gästen die Frage: wie viele Spenden lassen Sie sich die Kooperation mit den Partnerorganisationen in den Herkunftsstaaten kosten? Die Vermittlungsstellen, die davon betroffen sind, beklagten sich wiederum darüber, dass die Herkunftsländer manche Prozesse der Aufklärung bzw. der Transparenz blockieren würden. Jede Bemühung, Adoptionen in eine offene Kooperationsstruktur umzuwandeln, würde mit der Androhung der Kündigung der Zusammenarbeit, im Extremfall mit der Durchsetzung dieser, bestraft."