In mehreren Kommentaren wurde hier das Kinderheim Gelgela genannt und mit unethischen Praktiken in Verbindung gebracht. Dazu wurde der Vorwurf erhoben, EVAP arbeite trotz dieser Vorwürfe weiter mit Gelgela zusammen.
Zum Hintergrund: Im März 2010 hat das amerikanische Außenministerium Vermittlungsstellen darauf aufmerksam gemacht, dass aufgrund von Unregelmäßigkeiten Visaanträge für Kinder aus Gelgala gesondert geprüft würden und daher bis zu acht Wochen dauern können. Die amerikanische Elternorganisation PEAR hat daraufhin eine Liste von Vermittlungsstellen ins Netz gestellt, auf der auch die deutsche Vermittlungsstelle "Eltern für Afrika" als Kooperationspartner von Gelgela genannt wurde.
Uns liegt eine halböffentliche Stellungnahme des EVAP dazu vor, datiert vom August 2010. Darin heißt es u.a,, dass EVAP in seiner Zusammenarbeit keine Anhaltspunkte dafür habe, dass das Heim wissentlich falsche Angaben, über die zur Adoptionsvermittlung vorgeschlagenen Kinder gemacht, oder die äthiopischen Bestimmungen für die Aufnahme von Kindern in Heime nicht eingehalten habe. Die leiblichen Verwandten der Kinder hätten EVAP gegenüber immer die Richtigkeit der Angaben bestätigt. Dennoch habe EVAP aufgrund der aufgetauchten Vorwürfe auf Verbesserungen im Heim gedrungen und die weitere Zusammenarbeit nurmehr auf ein Jahr befristet.
Zweierlei wäre demnach festzuhalten:
- Dass EVAP reagiert hat und auf die Einhaltung bestimmter Standards drängt.
- Dass im Sommer diesen Jahres die Zusammenarbeit erneuert werden muss und die erneute Zusammenarbeit von der Einhaltung der Standards abhängig ist.
Grundsätzlich ist es richtig, Vorwürfen zunächst nachzugehen und den Beteiligten die Möglichkeit zu geben, Missstände auszuräumen und die Praxis zu verbessern. Gleichwohl reicht es nicht aus, wenn das Heim sich hinter Nichtwissen versteckt. Es hängt nun davon ab, ob seit Sommer letzten Jahres Unregelmäßigkeiten in Gelgela stattfanden und wenn ja, wie EVAP darauf reagieren wird.