In VIA Adoption 1/2013, dem Informationsmagazin des Verbands Internationaler Adoptionsfamilien, erschien ein Interview mit Karen Husemann über Ethische Adoptionen.
Wir sind eine Gruppe Eltern, die Kinder aus Äthiopien adoptiert haben. Im Prozess der Adoption wurden wir zunehmend mit ethischen Fragen der Internationalen Adoption konfrontiert, die wir durch Dialog, Aufklärung und Diskussion mit Betroffenen und Interessierten klären wollen. Dieser Blog ist offen für alle, die mit uns über ethische Fragen in Auslandsadoptionen diskutieren wollen. Wir freuen uns über Fragen und Kommentare.
Ethical International Adoptions
Montag, 10. Juni 2013
Sonntag, 2. Juni 2013
Der schlechte Ruf Internationaler Adoptionen
Wenn man heute die Berichterstattung über internationale
Adoptionen verfolgt, dann muss man zu dem Schluss kommen, dass die Welt nur aus
Skandalen besteht. Die Fälle von Masho, Journee und Betty Lub berichten
ausführlich von dem Unrecht, das sie erfahren haben. Ist das die Spitze des
Eisbergs oder sind es die Ausnahmen, die zwar bedauerlich sind aber nicht Grund
genug von der Praxis der IA Abstand zu nehmen? Was bedeuten drei oder auch zehn
persönliche Schicksale in Anbetracht von mehr als jährlich mehreren Tausend
Adoptionen aus Äthiopien? Leider kann man die Frage weder in die eine noch in
die andere Richtung abschließend beantworten. Das Bild ist komplizierter.
Die eine Seite ist die des Adoptionsunrechts: Dokumente werden gefälscht, die falschen Eltern adoptieren, Kinder werden misshandelt und leibliche Eltern betrogen und belogen. Intakte Familien werden auseinandergerissen und kriminelle Organisationen und Menschen bereichern sich an dem Leid anderer. Wer in diese Welt hineingerät, wird Opfer von Menschenhandel, Missbrauch und mafiösen Strukturen. Viele Adoptierte aber auch Adoptiveltern, die sich im Bereich ethische Adoptionen engagieren, sind entweder Opfer geworden oder zumindest mit der Unterwelt in Berührung gekommen.
Die andere Seite ist die der Adoption im Sinne des Kindeswohls. Dort werden Kinder adoptiert, die in der Tat niemand haben möchte und deren Schicksal ansonsten ein langjähriger Aufenthalt in Kinderheimen oder ein früher Tod wäre. Kinderheime, in denen sie geschlagen und missbraucht werden, nur rudimentäre Schulbildung erhalten und im Anschluss mittellos und ohne Familie in die Gesellschaft entlassen werden. Sie haben keine Eltern, die betrogen worden sind, sondern wurden von ihren Müttern – aus welchen Gründen auch immer - dauerhaft verlassen. Sie sind Vollwaisen ohne Verwandte, die sich um sie kümmern könnten oder wollen. Sie sind krank oder einfach im Weg, wenn Ehen auseinandergehen oder ein Elternteil stirbt. Nach ihnen fragt niemand im Kinderheim. Niemand. Liest man die Antiadoptionsberichterstattung haben alle adoptierten Kinder irgendwo eine Mutter, die ihre Entscheidung lieber heute als morgen revidieren möchte. Das stimmt oft nicht. Es gibt elternlose Kinder in Not. Manche Mütter sind tot; manche Mütter sind krank und manche Mütter sind sehr froh, weil sie ihre Kinder in guten Händen wissen. Diese Mütter kommen in der Welt von ACT oder von poundpublegacy einfach nicht vor, weil sie nicht ins Konzept passen.
Die Wirklichkeit der internationalen Adoption ist kompliziert. Manchen Kindern geht es besser, wenn sie adoptiert werden, manche werden Opfer von korrupten Machenschaften. Jedes Kind, das zu Unrecht adoptiert wird, ist eins zu viel. Jedes Kind, das eltern- und familienlos ist und es nicht sein müsste, ist ein ebenso tragischer Fall. Man kann die Position haben, dass die Korruption in IA so schädlich ist, dass kein Kind mehr adoptiert werden sollte. Für manche Länder, wie z.B. in Guatemala, ist dies auch der Fall. Man kann auch der Auffassung sein, dass IA auf keinen Fall von amerikanischen Vermittlungsstellen dominiert werden darf, für die dies unter dem Deckmantel christlicher Nächstenliebe ein einträgliches Geschäftsmodell ist. Auch dem kann man sich anschließen. IA sollte von Menschen betrieben werden, deren Einkommen nicht davon abhängt, bzw. deren Einkommen so transparent sind, dass man ein Gewinnstreben ausschließen kann. Das ist derzeit das Problem in Äthiopien, das wir an dieser Stelle schon oft beschrieben haben.
Die eine Seite ist die des Adoptionsunrechts: Dokumente werden gefälscht, die falschen Eltern adoptieren, Kinder werden misshandelt und leibliche Eltern betrogen und belogen. Intakte Familien werden auseinandergerissen und kriminelle Organisationen und Menschen bereichern sich an dem Leid anderer. Wer in diese Welt hineingerät, wird Opfer von Menschenhandel, Missbrauch und mafiösen Strukturen. Viele Adoptierte aber auch Adoptiveltern, die sich im Bereich ethische Adoptionen engagieren, sind entweder Opfer geworden oder zumindest mit der Unterwelt in Berührung gekommen.
Die andere Seite ist die der Adoption im Sinne des Kindeswohls. Dort werden Kinder adoptiert, die in der Tat niemand haben möchte und deren Schicksal ansonsten ein langjähriger Aufenthalt in Kinderheimen oder ein früher Tod wäre. Kinderheime, in denen sie geschlagen und missbraucht werden, nur rudimentäre Schulbildung erhalten und im Anschluss mittellos und ohne Familie in die Gesellschaft entlassen werden. Sie haben keine Eltern, die betrogen worden sind, sondern wurden von ihren Müttern – aus welchen Gründen auch immer - dauerhaft verlassen. Sie sind Vollwaisen ohne Verwandte, die sich um sie kümmern könnten oder wollen. Sie sind krank oder einfach im Weg, wenn Ehen auseinandergehen oder ein Elternteil stirbt. Nach ihnen fragt niemand im Kinderheim. Niemand. Liest man die Antiadoptionsberichterstattung haben alle adoptierten Kinder irgendwo eine Mutter, die ihre Entscheidung lieber heute als morgen revidieren möchte. Das stimmt oft nicht. Es gibt elternlose Kinder in Not. Manche Mütter sind tot; manche Mütter sind krank und manche Mütter sind sehr froh, weil sie ihre Kinder in guten Händen wissen. Diese Mütter kommen in der Welt von ACT oder von poundpublegacy einfach nicht vor, weil sie nicht ins Konzept passen.
Ein weiterer Vorwurf der skandalisierenden Berichterstatter
sind die kinderwunschgetriebenen Adoptiveltern, die sich mit offenen Augen an
einem korrupten System beteiligen. Ihnen wird Rassismus unterstellt, wenn sie
aus Russland adoptieren und farbenblinde Attitüden, wenn sie afrikanische
Kinder aufnehmen. Auch das ist weit übertrieben. Ohne Kinderwunsch kann man und
sollte man nicht adoptieren. Ein Kinderwunsch bedeutet jedoch nicht, dass alles
andere unerheblich wird. Viele Adoptiveltern unternehmen alles
menschenmögliche, um mit den Familien in Äthiopien Kontakt aufzunehmen.
Erwachsene Adoptierte kommen dabei viel zu selten zu Wort.
Sie melden sich dann, wenn sie gegen ein korruptes System wettern und ihr Leid
öffentlich machen wollen. Sie melden sich weniger, wenn es ihnen gut geht. Studien
über die Lebenssituation von Adoptierten kommen oft zu positiven Ergebnissen,
die auch nicht ins Bild der Skandalberichterstattung passen. Die Wirklichkeit der internationalen Adoption ist kompliziert. Manchen Kindern geht es besser, wenn sie adoptiert werden, manche werden Opfer von korrupten Machenschaften. Jedes Kind, das zu Unrecht adoptiert wird, ist eins zu viel. Jedes Kind, das eltern- und familienlos ist und es nicht sein müsste, ist ein ebenso tragischer Fall. Man kann die Position haben, dass die Korruption in IA so schädlich ist, dass kein Kind mehr adoptiert werden sollte. Für manche Länder, wie z.B. in Guatemala, ist dies auch der Fall. Man kann auch der Auffassung sein, dass IA auf keinen Fall von amerikanischen Vermittlungsstellen dominiert werden darf, für die dies unter dem Deckmantel christlicher Nächstenliebe ein einträgliches Geschäftsmodell ist. Auch dem kann man sich anschließen. IA sollte von Menschen betrieben werden, deren Einkommen nicht davon abhängt, bzw. deren Einkommen so transparent sind, dass man ein Gewinnstreben ausschließen kann. Das ist derzeit das Problem in Äthiopien, das wir an dieser Stelle schon oft beschrieben haben.
Folgt daraus, dass man IA unter keinen Umständen gut heißen
kann? Wir meinen nein und haben dabei die Kinder und adoptierten Erwachsenen im
Sinn, die in Deutschland und anderswo ein zuhause gefunden haben und denen es
damit gut geht. Vielmehr geht es um einen Reformprozess, um Korruption und
Intransparenz zu verhindern. Kontakte zur leiblichen Familie und die strikte
Regulierung des Vermittlungsprozesses sind wichtige Bestandteile. Es geht
jedoch nicht um eine Kampagne, um IA endgültig abzuschaffen. Es ist oftmals einfacher,
etwas komplett zu verbieten als es zu verbessern. Das wäre jedoch die falsche
Alternative. Gerade ältere verlassene Kinder können von Adoptionen profitieren,
wenn die Verfahren belastbar und die Beteiligten ausreichend vorbereitet sind.
Donnerstag, 30. Mai 2013
Aus erster Hand: Barmherzigkeit - eine Herzensangelegenheit
Nachdem ich den Film Mercy Mercy gesehen habe und mich auf die Suche nach meiner inneren Haltung
begeben habe, stelle ich fest, dass ich nicht das Adoptionsthema schwierig finde
(das kann in der Tat hier wie dort klappen oder schief gehen), sondern irritiert
über die Haltung der Filmemacherin bin, die der Verwertung des Materials Vorrang
gibt, das Reality TV interessierte Publikum bedient, und für mich am
wesentlichsten: die realen Personen leiden lässt und dabei beobachtet. Die im
Film gezeigten, betroffenen Menschen - insbesondere die beiden Kinder - leben ja
tatsächlich in ihrem Leben weiter.
Wenn unterstellt wird, dass der Film andere schützen soll, vor was und wie?
Davor, dass Menschen nicht auf ihr Herz hören? Dann ist der Film gut. Denn das
wird dokumentiert.
Was wird im Film gezeigt? Eine äthiopische Mutter, die vermutet, dass sie
auf Grund einer lebensbedrohlichen Erkrankung nicht mehr lange lebt, gibt zwei
ihrer Kinder zur Adoption frei. Sie lebt dank guter medikamentöser Behandlung
länger als befürchtet und erwartet und bereut ihren Schritt. Zusätzlich war für
sie nicht transparent, was Adoption bedeutet, da es in Äthiopien kein Wort dafür
gibt. Eine Adoptionsagentur vermittelt die Geschwisterkinder nach Dänemark. Die
Adoptiveltern fühlen sich überfordert von der (über die Entwurzelung)
unglücklichen und abweisenden fünfjährigen Tochter. Sie werden von Therapeuten
schlecht beraten, hören auf die schlechten Ratschläge, obwohl die Adoptivmutter
fühlt, dass sie gegen ihre Natur handelt. Das Mädchen bleibt unverstanden und
extrem unglücklich- über den Bruder erfahren wir nicht viel- was droht ihm, wenn
auch er sein Unglück zeigt, oder ist er gar nicht traurig? Die leiblichen Eltern
in Äthiopien fühlen sich belogen und sind zutiefst verletzt. Der Prozess geht
über fünf Jahre in denen zwei Familien zu Opfern werden, obwohl die ganze Zeit
interveniert werden kann, die Kamera aber "nur" dokumentiert. Wir sehen Bilder
des weinenden Mädchens und der versteinerten Mutter, die ich zumindest kaum
ertragen kann. Der Reflex von unbeteiligten und uninformierten Zuschauern MUSS
sein: Adoption ist des Teufels. Hartherzige Adoptiveltern, unfähige Therapeuten,
skrupellose Adoptionsvermittler und belogene, trauernde leibliche Eltern,
weinende Kinder, die am Ende immer noch unglücklich sind und im Kinderheim
landen.
Im Interview mit der Regisseurin erfahren wir, dass die leibliche Mutter
ihre Tochter nicht zurück haben möchte, die Adoptiveltern das Mädchen nicht in
ihre Ursprungsheimat ziehen lassen wollen. Und mit diesem Film muß die Tochter
nun leben.
Die Regisseurin ist in mehrere Loyalitätskonflikte geraten. Mache ich
meinen Film weiter und zeige welch dramatische Entwicklung die Adoption nimmt
oder interveniere ich? Schütze ich die Adoptiveltern und ihre Rechte oder die
leiblichen Eltern? Engagiere ich mich und spreche mit der Adoptionsagentur oder
misstraue ich denen sowieso? Hat sie genügend Kenntnis oder ist das ein
Reflex?
Die Belohnung für ihre Arbeit am Film ist die Nominierung für einen
Dokumentarfilmpreis und die Aufmerksamkeit der Medien.
Was mich so traurig und ärgerlich macht, ist, dass wir Zuschauer Zeuge
eines großen Unglücks werden, dass sich vor unseren Augen entrollt und aktuell
ja immer noch fortwährt, während dessen wir schon wieder anderen Themen
nachgehen. Das Leben des Mädchens und ihres Bruders geht aber weiter- ihnen
bleibt ein Leben als mehrfach verlassene und unverstandene Kinder. Die Bilder
bleiben und der Basso continuo dröhnt: Adoption ist Kinderhandel von der armen
Welt in die reiche Welt, gelenkt von den Interessen hartherziger, kinderloser
Langnasen, die arme, kranke Menschen in Drittweltländern ausbeuten.
Meine Lebenserfahrung und mein Wissen stehen dem entgegen.
Mittwoch, 29. Mai 2013
20 Jahre Haager Konvention - Eine Zwischenbilanz von Terre des Hommes
Zum 20. Jahrestag der Haager Konvention am 29. Mai 2013 hat Terre des Hommes eine Zwischenbilanz veröffentlicht und angemahnt, dass die Bestimmungen der Konvention auch eingehalten werden sollten. Leider wirft die Zwischenbilanz mehr Fragen auf als Antworten und Terre des Hommes ist scheinbar nicht in der Lage oder genügend interessiert daran, den Fragen tatsächlich auf den Grund zu gehen.
Schade eigentlich, denn die ständige Wiederholung alter Erkenntnisse von den Marktmechanismen, der überschießenden Nachfrage durch kinderlose Paare, den nicht nachhaltigen Geschäftsmodellen freier Träger und des ungeklärten Bedarfs an internationalen Adoptionen lenkt von den interessanten und relevanten Fragen ab:
Schade eigentlich, denn die ständige Wiederholung alter Erkenntnisse von den Marktmechanismen, der überschießenden Nachfrage durch kinderlose Paare, den nicht nachhaltigen Geschäftsmodellen freier Träger und des ungeklärten Bedarfs an internationalen Adoptionen lenkt von den interessanten und relevanten Fragen ab:
- Reicht die Haager Konvention zur Regulierung Internationaler Adoptionen aus?
- Wie kann der Bedarf analysiert werden?
- Wie können Aufsichtsmechanismen funktionieren?
- Wird Kindern durch Internationale Adoptionen eigentlich geholfen?
Dienstag, 21. Mai 2013
Filmtipp
Im Rahmen der Wissenschaft am Donnerstag zeigt 3sat am Donnerstag,
den 23. Mai 2013, um 21 Uhr, scobel mit dem Thema "Entwicklungszusammenarbeit
auf dem Prüfstand".
Gert Scobel diskutiert mit seinen Gästen die großen Linien und Veränderungen der Entwicklungszusammenarbeit und blickt kritisch hinter die Kulissen staatlicher und nichtstaatlicher Entwicklungspolitik, die sich angesichts von Globalisierung und Klimawandel von der Entwicklungshilfe der 1960er Jahre zu einer Art Weltinnenpolitik gewandelt hat.
Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.3sat.de/?169611
Gert Scobel diskutiert mit seinen Gästen die großen Linien und Veränderungen der Entwicklungszusammenarbeit und blickt kritisch hinter die Kulissen staatlicher und nichtstaatlicher Entwicklungspolitik, die sich angesichts von Globalisierung und Klimawandel von der Entwicklungshilfe der 1960er Jahre zu einer Art Weltinnenpolitik gewandelt hat.
Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.3sat.de/?169611
Mittwoch, 8. Mai 2013
Bindung und Psychosomatik
Bindung - für Adoptiv- und Pflegekinder sowie für deren Eltern ist das
ein großes Thema. Wen wundert's? Die Lebensläufe der Kinder sind meist von
Beziehungsabbrüchen bestimmt, und deren Folgen machen sich im seelischen wie im
körperlichen Bereich bemerkbar. Hinter der Diagnose ‚Bindungsstörung’ steht ein ganzes Bündel
von Ursachen – glücklicherweise stehen aber auch Therapiemöglichkeiten zur
Verfügung. In München findet vom 11.-13.Oktober 2013 eine große, von der LMU
initiierte international besetzte Tagung zum Thema ‚Bindung und Psychosomatik’
statt, die den aktuellen Forschungs- und Kenntnisstand auf diesem Gebiet darstellt. Teilnahme ist nach Voranmeldung möglich.
Interview mit Kathryn Joyce
Aktuell zum Buch gibt es auch ein Interview mit Kathryn Joyce auf NPR.
How Evangelical Christians Are Preaching The New Gospel Of Adoption.
http://www.npr.org/2013/04/16/177350912/how-evangelical-christians-are-preaching-the-new-gospel-of-adoption
How Evangelical Christians Are Preaching The New Gospel Of Adoption.
http://www.npr.org/2013/04/16/177350912/how-evangelical-christians-are-preaching-the-new-gospel-of-adoption
Sonntag, 5. Mai 2013
Die Kinderfänger
Endlich ist das neue Buch von Kathryn Joyce erschienen, auf deren Arbeiten wir in diesem Blog schon mehrfach verwiesen haben. The Child Catchers - Rescue, Trafficking, and the New Gospel of Adoption ist ein gut geschriebenes und gut recherchiertes Buch, das den Leserinnen und Lesern die Augen öffnet und leider auch die Haare zu Berge stehen lässt.
Amerikanische Evangelisten haben das Feld der Adoption für sich entdeckt und organisieren eine ganze Ideologie/Theologie um das Konstrukt der 'Waisen' und der Verantwortung von Christen für diese Waisen. Aus dem Bibelvers: "Pure religion is this, to help widows and orphans in their need" leiten sie ein Handlungsprogramm ab, das immer wieder auf die gleiche Lösung hinausläuft. Adoption ist die Antwort auf viele Probleme: ungewollte Schwangerschaften, Armut, alleinerziehende Mütter, Abtreibungen. Kirchen predigen, praktizieren und bejubeln den neuen Trend, fremde Kinder in ihre Familien aufzunehmen. Da in diesen Kreisen der Zweck die Mittel immer noch heiligt, folgt aus der Adoptionsideologie ein sehr instrumenteller Umgang mit der Frage, wer eigentlich adoptionsbedürftig ist und was aus der Herkunftsfamilie wird. Egal was die Umstände sind, Hauptsache es werden Kinder gerettet.
Kathryn Joyce verfolgt die Spuren der christlichen Adoptionsmissionare insbesondere nach Äthiopien, das in den letzten zehn Jahren zum Zentrum der internationalen Adoption wurde. Dort arbeitet sie die Skandale und Misstände nochmals von Anfang an auf. Das Kapitel Inside the Boom enthält alles, was in den letzten Jahren über Korruption in Adoptionen aus Äthiopien in die USA berichtet wurde. Leider enthält es jedoch wenig, was nicht bereits vorher schon - zum Teil von Kathryn Joyce selbst - an anderer Stelle geschrieben wurde. Ihre Recherchen in Äthiopien konzentrieren sich auf die bekannten Skandale und nur am Rande auf die Stimmen der Herkunftsfamilien und Betroffenen. Sie begleitet einen Searcher auf einer Reise in ein abgelegenes Dorf, wo ein Film über eine Herkunftsfamilie gedreht wird. Dabei stellt sie fest, wie sich die Gelegenheit ein Kind nach Amerika schicken zu können herumspricht und damit erst das Verlassen von Kindern auslöst.
Sie spricht mit Vertretern von UNICEF, die diesen Mechanismus bestätigen: erst die Gründung eines Waisenhauses produziert Waisen. Die Schließung von Kinderheimen ist daher wahrscheinlich das wirksamste Instrument der äthiopischen Regierung, um die Adoptionsindustrie einzudämmen. Ob jedoch die anderen Maßnahmen der äthiopischen Regierung wirksam sind, weiß nicht einzuschätzen. Nach einem Rückgang der Zahlen geht UNICEF davon aus, dass sie wieder auf ein hohes Niveau gestiegen sind.
Die Botschaft wird in dem Kapitel sehr deutlich: Evangelisten auf dem Adoptionspfad schaffen mehr Probleme als sie lösen. Und in der Tat, wenn man Michelle Gardner in dem Film "Fly away children" dabei zusieht, wie sie in äthiopischen Dörfern die Eltern fragt, wer gerne sein Kind nach Amerika schicken möchte, dann wird klar, dass es hier in keiner Weise um "Waisen" in irgendeinem Sinne des Wortes geht. Die explodierende Adoptionsindustrie in Äthiopien hat demnach auch wenig mit christlichen Werten oder Familien zu tun sondern mit einem Versuch dem eigenen Leben mehr Sinn zu geben, wenn vermeintlich Leben gerettet werden können.
Für Adoptionsinteressierte ist dieses Buch eine wichtige Information und zwar auch für solche, die mit der christlichen Adoptionsbewegung nichts am Hut haben. Adoptionsmissionare haben in Äthiopien die Strukturen weitgehend korrumpiert. Daran kommen auch europäische Vermittlungsstellen nicht vorbei. Und zweitens ist jenseits aller Rhetorik die Haltung der Europäer nicht so anders. Bis heute sind Vermittlungsstellen für den Wahrheitsgehalt der Dokumente der vermittelten Kinder nicht verantwortlich. Auch deutsche Vermittlungsstellen weisen eine Verantwortung für das, was im Sozialbericht über die Kinder und deren Familien steht, weit von sich. Vielmehr werden angehende Adoptiveltern mit einem Augenzwinkern zu Komplizen gemacht, da man afrikanischen Dokumenten nicht zu viel Glauben schenken sollte. Erst wenn Vermittlungsstellen diese Verantwortung übernehmen und vielleicht auch rechtlich dazu gezwungen würden, wären sie an der Wahrheit wirklich interessiert. Davon sind wir aber noch weit entfernt.
Amerikanische Evangelisten haben das Feld der Adoption für sich entdeckt und organisieren eine ganze Ideologie/Theologie um das Konstrukt der 'Waisen' und der Verantwortung von Christen für diese Waisen. Aus dem Bibelvers: "Pure religion is this, to help widows and orphans in their need" leiten sie ein Handlungsprogramm ab, das immer wieder auf die gleiche Lösung hinausläuft. Adoption ist die Antwort auf viele Probleme: ungewollte Schwangerschaften, Armut, alleinerziehende Mütter, Abtreibungen. Kirchen predigen, praktizieren und bejubeln den neuen Trend, fremde Kinder in ihre Familien aufzunehmen. Da in diesen Kreisen der Zweck die Mittel immer noch heiligt, folgt aus der Adoptionsideologie ein sehr instrumenteller Umgang mit der Frage, wer eigentlich adoptionsbedürftig ist und was aus der Herkunftsfamilie wird. Egal was die Umstände sind, Hauptsache es werden Kinder gerettet.
Kathryn Joyce verfolgt die Spuren der christlichen Adoptionsmissionare insbesondere nach Äthiopien, das in den letzten zehn Jahren zum Zentrum der internationalen Adoption wurde. Dort arbeitet sie die Skandale und Misstände nochmals von Anfang an auf. Das Kapitel Inside the Boom enthält alles, was in den letzten Jahren über Korruption in Adoptionen aus Äthiopien in die USA berichtet wurde. Leider enthält es jedoch wenig, was nicht bereits vorher schon - zum Teil von Kathryn Joyce selbst - an anderer Stelle geschrieben wurde. Ihre Recherchen in Äthiopien konzentrieren sich auf die bekannten Skandale und nur am Rande auf die Stimmen der Herkunftsfamilien und Betroffenen. Sie begleitet einen Searcher auf einer Reise in ein abgelegenes Dorf, wo ein Film über eine Herkunftsfamilie gedreht wird. Dabei stellt sie fest, wie sich die Gelegenheit ein Kind nach Amerika schicken zu können herumspricht und damit erst das Verlassen von Kindern auslöst.
Sie spricht mit Vertretern von UNICEF, die diesen Mechanismus bestätigen: erst die Gründung eines Waisenhauses produziert Waisen. Die Schließung von Kinderheimen ist daher wahrscheinlich das wirksamste Instrument der äthiopischen Regierung, um die Adoptionsindustrie einzudämmen. Ob jedoch die anderen Maßnahmen der äthiopischen Regierung wirksam sind, weiß nicht einzuschätzen. Nach einem Rückgang der Zahlen geht UNICEF davon aus, dass sie wieder auf ein hohes Niveau gestiegen sind.
Die Botschaft wird in dem Kapitel sehr deutlich: Evangelisten auf dem Adoptionspfad schaffen mehr Probleme als sie lösen. Und in der Tat, wenn man Michelle Gardner in dem Film "Fly away children" dabei zusieht, wie sie in äthiopischen Dörfern die Eltern fragt, wer gerne sein Kind nach Amerika schicken möchte, dann wird klar, dass es hier in keiner Weise um "Waisen" in irgendeinem Sinne des Wortes geht. Die explodierende Adoptionsindustrie in Äthiopien hat demnach auch wenig mit christlichen Werten oder Familien zu tun sondern mit einem Versuch dem eigenen Leben mehr Sinn zu geben, wenn vermeintlich Leben gerettet werden können.
Für Adoptionsinteressierte ist dieses Buch eine wichtige Information und zwar auch für solche, die mit der christlichen Adoptionsbewegung nichts am Hut haben. Adoptionsmissionare haben in Äthiopien die Strukturen weitgehend korrumpiert. Daran kommen auch europäische Vermittlungsstellen nicht vorbei. Und zweitens ist jenseits aller Rhetorik die Haltung der Europäer nicht so anders. Bis heute sind Vermittlungsstellen für den Wahrheitsgehalt der Dokumente der vermittelten Kinder nicht verantwortlich. Auch deutsche Vermittlungsstellen weisen eine Verantwortung für das, was im Sozialbericht über die Kinder und deren Familien steht, weit von sich. Vielmehr werden angehende Adoptiveltern mit einem Augenzwinkern zu Komplizen gemacht, da man afrikanischen Dokumenten nicht zu viel Glauben schenken sollte. Erst wenn Vermittlungsstellen diese Verantwortung übernehmen und vielleicht auch rechtlich dazu gezwungen würden, wären sie an der Wahrheit wirklich interessiert. Davon sind wir aber noch weit entfernt.
Sonntag, 28. April 2013
Postkolonialismus
Internationalen Adoptionen wird häufig vorgeworfen in den Spuren des Kolonialismus zu wandeln. Früher wurden Afrikaner versklavt, heute werden ihre Kinder auf dem Markt der internationalen Adoption verkauft. Wenn das Kindeswohl nicht im Mittelpunkt steht, verliert die Institution der Internationalen Adoption schnell seine Legitimation.
Allerdings kann das Pendel auch in die andere Richtung ausschlagen. Gegner Internationaler Adoptionen nutzen Skandale, um ihre Positionen weiter zu bringen und führen auf dem Rücken Betroffener ihre Kampagnen durch. So kann man die neue Kampagne von ACT (Against Child Trafficking) auch sehen. Sie nahmen den Film Mercy, Mercy zum Anlass nach Äthiopien zu reisen, um Mashos Eltern zu besuchen und ihnen eine Reise nach Dänemark zu versprechen. Darüber hinaus wollen sie weitere 10 bis 20 äthiopische Mütter nach Dänemark bringen, um im dänischen Parlament über ihre Erfahrungen zu berichten.
Auf der website heißt es:
Man sollte in der Tat Besuche von äthiopischen Verwandten in den Ländern, in denen die Kinder heute leben, begrüßen und aktiv unterstützen. Kontakt zur leiblichen Familie ist der beste Weg Korruption und Lügen im Adoptionsprozess zu verhindern.
Das alles ist eine großartige Idee. Und es wäre wünscheswert, wenn das dänische Sozialministerium und die dänische Vermittlungsstelle sich der Sache annehmen. Und ACT sollte es dem Ministerium vorschlagen. Aber sie sollten es nicht selbst organisieren. ACT ist eine Antiadoptionskampagne. Ihr muss es primär um den Medieneffekt und den politischen Druck gehen, den dies mit sich bringt. Adoptiveltern können sich nicht positiv mit den leiblichen Eltern ihrer Kinder treffen, wenn sie dabei und dadurch auf die mediale Anklagebank gesetzt werden. Es geht daher nicht um die Familienzusammenführung, nicht um die Mütter oder die Kinder. Sondern um Fotos und Berichterstattung. Bei jeder Aktion von ACT ist die Kamera mit dabei. Das kann im Sinne der Kampagne sein; im Sinne der Betroffenen ist es meistens nicht.
Allerdings kann das Pendel auch in die andere Richtung ausschlagen. Gegner Internationaler Adoptionen nutzen Skandale, um ihre Positionen weiter zu bringen und führen auf dem Rücken Betroffener ihre Kampagnen durch. So kann man die neue Kampagne von ACT (Against Child Trafficking) auch sehen. Sie nahmen den Film Mercy, Mercy zum Anlass nach Äthiopien zu reisen, um Mashos Eltern zu besuchen und ihnen eine Reise nach Dänemark zu versprechen. Darüber hinaus wollen sie weitere 10 bis 20 äthiopische Mütter nach Dänemark bringen, um im dänischen Parlament über ihre Erfahrungen zu berichten.
Auf der website heißt es:
ACT has met so many mothers in Ethiopia who lost their children. Their heartbreaking stories are stuck in our minds. Yet, authorities deny wrong doing.
By bringing the Ethiopian mothers to the country that took their children, a strong impact can be made. It may prevent further injustice.
It also might be a beginning of reconnecting these mothers with their lost children.Eine solche Reise wäre in vielen Fällen - nicht nur im Fall Masho - sinnvoll. Es wäre gut und positiv, wenn äthiopische Eltern (warum nur Mütter?) erleben würden, wie ihre Kinder im Ausland leben. Es ist auch positiv, wenn sie im Parlament oder bei der Vermittlungsstelle darüber berichten können, dass sie nicht wussten, dass sie ihre Kinder wahrscheinlich nie mehr wieder sehen würden. Dass viele Unterschriften unter Dokumente gesetzt wurden, die sie nicht verstanden. Das würde die Einstellung von Politik und Vermittlungsstellen zu den Verfahren der Internationalen Adoption nachhaltig verändern.
Man sollte in der Tat Besuche von äthiopischen Verwandten in den Ländern, in denen die Kinder heute leben, begrüßen und aktiv unterstützen. Kontakt zur leiblichen Familie ist der beste Weg Korruption und Lügen im Adoptionsprozess zu verhindern.
Das alles ist eine großartige Idee. Und es wäre wünscheswert, wenn das dänische Sozialministerium und die dänische Vermittlungsstelle sich der Sache annehmen. Und ACT sollte es dem Ministerium vorschlagen. Aber sie sollten es nicht selbst organisieren. ACT ist eine Antiadoptionskampagne. Ihr muss es primär um den Medieneffekt und den politischen Druck gehen, den dies mit sich bringt. Adoptiveltern können sich nicht positiv mit den leiblichen Eltern ihrer Kinder treffen, wenn sie dabei und dadurch auf die mediale Anklagebank gesetzt werden. Es geht daher nicht um die Familienzusammenführung, nicht um die Mütter oder die Kinder. Sondern um Fotos und Berichterstattung. Bei jeder Aktion von ACT ist die Kamera mit dabei. Das kann im Sinne der Kampagne sein; im Sinne der Betroffenen ist es meistens nicht.
Donnerstag, 25. April 2013
Eine Adoption aus Uganda
Ein Film auf Youtube macht derzeit die Runde, in der über eine Adoption aus Uganda berichtet wird. Eine arme Familie wird von einem Familienmitglied angesprochen, ob sie nicht eines ihrer Kinder nach Amerika schicken möchte. Das Kind würde dort zur Schule gehen und der Familie würde geholfen. Die Eltern stimmen zu und sind sogar bereit, bei der Fälschung einer Sterbeurkunde mitzuwirken, weil in Uganda nur Voll- und Halbwaisen adoptiert werden können. Als später weder Hilfe noch eine Nachricht von dem Jungen kommen, kommen der Familie Zweifel und sie fechten die Adoption an.
In dem Beitrag werden die ethischen, rechtlichen und sozialen Dilemmata deutlich: die soziale Dynamik in dem ugandischen Dorf, das die Mutter unter Druck setzt der Adoption zuzustimmen; die fehlende Verantwortungsbereitschaft des eingeschalteten Anwalts; die falschen Hoffnungen und Vorstellungen der Familienmitglieder sowie die Rolle der Armut der Familie. Er zeigt auch, dass Gesetze alleine nicht ausreichen, sondern dass diese auch gegen windige Geschäftemacher durchgesetzt werden müssen. Leider wird die Sicht der Adoptiveltern auf den Fall nicht dargestellt.
http://www.youtube.com/watch?v=yEeDL70WKOA
In den USA
Der Streit um die Todesurkunde
Wie weiter
Sonntag, 21. April 2013
Äthiopische Adoptierte lässt Adoption widerrufen
Bereits im Februar berichtete Voice of America über eine in die Niederlande adoptierte Äthiopierin, die ihre Adoption widerrufen ließ. Betty Lub wurde im Alter von 7 Jahren von einer holländischen Familie über die Vermittlungsstelle Wereldkinderen adoptiert. Ihre Vermittlungsakte enthielt eine ganze Reihe falscher Angaben u.a. dass ihre Eltern verstorben seien. Die Adoption in den Niederlanden scheiterte und Betty versucht seitdem ihre Adoption zu widerrufen. Nach dem Gerichtsprozess in Äthiopien will sie nun versuchen, auch in den Niederlanden die Adoption zu annullieren. Es ist der erste Fall in Äthiopien, in dem eine Adoption widerrufen wurde.
In this photo made available by Loes Zuidervaart, Betty Lub's current foster parent, the 14-year-old Ethiopian girl shares her court victory against her adoptive Dutch parents with her current foster mother in Addis Ababa, February 9, 2012.
February 11, 2013
ADDIS ABABA, ETHIOPIA — An Ethiopian court has revoked the adoption of a girl by a family in the Netherlands. This is the first time a foreign adoption has been revoked in Ethiopia’s long history of overseas adoption.
Betty Lub is a 14-year-old Ethiopian girl that was adopted at the age of seven by a Dutch family that abused her. She stayed with them for two years, but still carries their last name because of legal procedures.
Betty got the adoption revoked through an Ethiopian court. Her lawyer, Mulemebet Tilahua, said Betty now wants to change her name to Betty Demoze, her Ethiopian last name.
“Revocation of the adoption contract will have an effect on Betty and in a way she will be reinstated to her family of origins. And the other thing is, she will not be forced to be called after the adoptive parents who abused her in their home for a long time,” said Tilahua.
Falsified documents
The documents in Betty’s adoption file were falsified and were full of errors. They gave the wrong age, and wrongly stated that Betty’s parents had died. After a failed criminal case two years ago against those involved with providing the papers, the 14-year-old started a civil case.
Betty said that getting her adoption revoked in Ethiopia is only the first step of her journey.
“I want to try in Holland to also revoke my adoption and then we will see,” she said.
Almost 4,500 children were adopted from Ethiopia in 2010, with about half of them going to American families. Because a growing number of adoption cases from Ethiopia appear to have irregularities, the legal process has been under investigation in Ethiopia and other countries.
Child trafficking
Arun Dohle investigated the files of Ethiopian children going to the Netherlands for the Against Child Trafficking NGO. He said Betty’s case is just the tip of the iceberg.
“We found that the adoption process is riddled by fraud and other clear-cut criminal activities. But most important, the demand-driven inter-country adoption process is breaking up families who could be helped in building up their lives with a fraction of the money involved in inter-country adoption,” said Dohle.
Adoptions are big business in development countries, with Western parents usually paying more than $20,000 for a child. Ethiopia’s adoption business grew rapidly after several countries in the world, such as Romania and Vietnam, stopped allowing overseas adoptions because of legal irregularities and corruption.
Dohle believes that the inter-country adoption process is systematically misleading parents.
“Most of the Ethiopian and African parents in general, do not understand the Western concept of adoption, which completely severs all ties with the child. The child gets a new birth certificate a new identity, and all ties are completely severed, there is no such thing as international foster care,” said Dohle.
Preying on parents
Many parents are not told they are losing their child, they are promised financial support and are made to believe their child will receive a better education somewhere else and will return home soon.
Lawyer Mulemebet said parents in developing countries are an easy target for adoption agencies.
“Most of the time they are not aware of their legal rights and they are not in a position, especially in a financial position, to claim their rights and to ensure the best interests of their children,” said Mulemebet.
Betty was adopted through the Dutch adoption agency Wereldkinderen. It is accused of fraud and criminal activities in research done by the Against Child Trafficking group. Wereldkinderen chose not to comment on the first revoked adoption case.Betty hopes her actions will inspire other adoptees.
“I hope that it will have impact on other children to do the same thing that I have done,” she said.
The Ethiopian Ministry of Women’s, Children’s and Youth Affairs decided in 2011 to cut adoptions by 90 percent because of fraud during the adoption processes.
Betty Lub is a 14-year-old Ethiopian girl that was adopted at the age of seven by a Dutch family that abused her. She stayed with them for two years, but still carries their last name because of legal procedures.
Betty got the adoption revoked through an Ethiopian court. Her lawyer, Mulemebet Tilahua, said Betty now wants to change her name to Betty Demoze, her Ethiopian last name.
“Revocation of the adoption contract will have an effect on Betty and in a way she will be reinstated to her family of origins. And the other thing is, she will not be forced to be called after the adoptive parents who abused her in their home for a long time,” said Tilahua.
Falsified documents
The documents in Betty’s adoption file were falsified and were full of errors. They gave the wrong age, and wrongly stated that Betty’s parents had died. After a failed criminal case two years ago against those involved with providing the papers, the 14-year-old started a civil case.
Betty said that getting her adoption revoked in Ethiopia is only the first step of her journey.
“I want to try in Holland to also revoke my adoption and then we will see,” she said.
Almost 4,500 children were adopted from Ethiopia in 2010, with about half of them going to American families. Because a growing number of adoption cases from Ethiopia appear to have irregularities, the legal process has been under investigation in Ethiopia and other countries.
Child trafficking
Arun Dohle investigated the files of Ethiopian children going to the Netherlands for the Against Child Trafficking NGO. He said Betty’s case is just the tip of the iceberg.
“We found that the adoption process is riddled by fraud and other clear-cut criminal activities. But most important, the demand-driven inter-country adoption process is breaking up families who could be helped in building up their lives with a fraction of the money involved in inter-country adoption,” said Dohle.
Adoptions are big business in development countries, with Western parents usually paying more than $20,000 for a child. Ethiopia’s adoption business grew rapidly after several countries in the world, such as Romania and Vietnam, stopped allowing overseas adoptions because of legal irregularities and corruption.
Dohle believes that the inter-country adoption process is systematically misleading parents.
“Most of the Ethiopian and African parents in general, do not understand the Western concept of adoption, which completely severs all ties with the child. The child gets a new birth certificate a new identity, and all ties are completely severed, there is no such thing as international foster care,” said Dohle.
Preying on parents
Many parents are not told they are losing their child, they are promised financial support and are made to believe their child will receive a better education somewhere else and will return home soon.
Lawyer Mulemebet said parents in developing countries are an easy target for adoption agencies.
“Most of the time they are not aware of their legal rights and they are not in a position, especially in a financial position, to claim their rights and to ensure the best interests of their children,” said Mulemebet.
Betty was adopted through the Dutch adoption agency Wereldkinderen. It is accused of fraud and criminal activities in research done by the Against Child Trafficking group. Wereldkinderen chose not to comment on the first revoked adoption case.Betty hopes her actions will inspire other adoptees.
“I hope that it will have impact on other children to do the same thing that I have done,” she said.
The Ethiopian Ministry of Women’s, Children’s and Youth Affairs decided in 2011 to cut adoptions by 90 percent because of fraud during the adoption processes.
Dienstag, 16. April 2013
Deutlich weniger Vermittlungen von Kindern aus Afrika nach Deutschland
In einem Beitrag der Augsburger Allgemeine vom 3. April macht die Geschäftsführerin der Vermittlungsstelle "Eltern für Afrika" Judith Marz Angaben über die Zahlen der vermittelten Kinder.
2009 hatte die Fachstelle für internationale Adoptionen mehr als 50 Kinder aus Äthiopien, Kenia und Mali nach Deutschland vermittelt, 2012 waren es nur halb so viele.
Dienstag, 9. April 2013
Bericht über "Kindersucher" in äthiopischen Kinderheimen
Ein Artikel in der dänischen Copenhagen Post vom 8. April 2013 berichtet über "Kindersucher" von Enat Alem. Enat Alem ist das Kinderheim, mit dem die dänische Vermittlungsstelle DanAdopt kooperierte. Die Kooperation wurde nach der Ausstrahlung des Films "Mercy, Mercy" aufgekündigt. Mittlerweile hat die dänische Regierung Adoptionen aus Äthiopien gänzlich gestoppt.
"Kindersucher" sind Angestellte von Vermittlungsstellen oder Heimen, die für ein Vermittlungshonorar Kinder für Auslandsadoptionen akquirieren. Dabei wird den leiblichen Eltern oftmals ein falsches Bild von Adoptionen vermittelt; z.B. dass die Kinder nur zu Ausbildungszwecken ins Ausland entsandt werden und später zurück kommen. Ein australischer Fernsehbericht, der eine Kindersucherin einer amerikanischen Vermittlungsstelle im Süden Äthiopiens zeigte, hatte im Jahr 2009 die kritische Berichterstattung über Adoptionen aus Äthiopien ausgelöst. Die amerikanische Vermittlungsstelle ist mittlerweile in Konkurs.
"Kindersucher" sind Angestellte von Vermittlungsstellen oder Heimen, die für ein Vermittlungshonorar Kinder für Auslandsadoptionen akquirieren. Dabei wird den leiblichen Eltern oftmals ein falsches Bild von Adoptionen vermittelt; z.B. dass die Kinder nur zu Ausbildungszwecken ins Ausland entsandt werden und später zurück kommen. Ein australischer Fernsehbericht, der eine Kindersucherin einer amerikanischen Vermittlungsstelle im Süden Äthiopiens zeigte, hatte im Jahr 2009 die kritische Berichterstattung über Adoptionen aus Äthiopien ausgelöst. Die amerikanische Vermittlungsstelle ist mittlerweile in Konkurs.
The Copenhagen Post
Ethiopian orphanage used ‘child harvesters’ to find children
Ray Weaver
April 8, 2013 - 15:05
DanAdopt’s closed orphanage used an intermediary to convince families to put their children up for adoption
Adoptions from the the Enat Alem orphanage in Ethiopia were recently halted by the social and integration minister, Karen Hækkerup (Socialdemokraterne), based on reports of children being deprived of food, basic care and medical treatment at the facility. Now new reports have surfaced that the home used ‘child harvesters’ to lure local families into putting their children up for adoption at Enat Alem in violation of the Hague Conventions.
A local man, Gimma Kebele, told the DR News programme '21 Søndag' that he worked at Enat Alem and that, along with his duties as a night watchman, he went around local villages visiting families in an attempt to persuade them to put their children up for adoption. Kebele says that he has been involved in 145 adoptions at Enat Alem.
According to local authorities, Kebele received a reward for collecting the children that was quite lucrative by Ethiopian standards. He was allegedly paid between 75 and 110 Danish kroner for each child he brought to the home. By comparison, his monthly salary as a guard at the orphanage was about 150 kroner.
A local official said that many parents who were seeking a chance at a better life for their children never fully understood that they would most likely never see them again after agreeing to an adoption through Enat Alem.
“They did not know what the separation meant because they were pressured and tricked and promised many things,” the official told '21 Søndag'. Other sources have said that biological parents were told that their children would receive excellent educations and then be sent back to Ethiopia to help their biological families.
"I am completely shaken," Steen Andersen, the general secretary of UNICEF Denmark, told '21 Søndag'. "This is unethical and illegal. These children are not orphans, and many of these women belive that their children are going on an extended holiday in Denmark."
Records show that 21 children have come to Denmark from Enat Alem via DanAdopt since 2009. The agency said that it had no knowledge that the the orphanage used child harvesters. This past weekend, DanAdopt sent a letter to the parents on the waiting list for Ethiopian children in Denmark, saying that the moratorium on adoptions from Ethiopia was "temporary". The letter goes on to say that there have been no problems with Danish adoptions from Ethiopia since 2009 and that they had not been allowed to see '21 Søndag' before it was aired in order to verify its claims.
The letter from DanAdopt to parents waiting for a child from Ethiopia is here, in Danish.
A local man, Gimma Kebele, told the DR News programme '21 Søndag' that he worked at Enat Alem and that, along with his duties as a night watchman, he went around local villages visiting families in an attempt to persuade them to put their children up for adoption. Kebele says that he has been involved in 145 adoptions at Enat Alem.
According to local authorities, Kebele received a reward for collecting the children that was quite lucrative by Ethiopian standards. He was allegedly paid between 75 and 110 Danish kroner for each child he brought to the home. By comparison, his monthly salary as a guard at the orphanage was about 150 kroner.
A local official said that many parents who were seeking a chance at a better life for their children never fully understood that they would most likely never see them again after agreeing to an adoption through Enat Alem.
“They did not know what the separation meant because they were pressured and tricked and promised many things,” the official told '21 Søndag'. Other sources have said that biological parents were told that their children would receive excellent educations and then be sent back to Ethiopia to help their biological families.
"I am completely shaken," Steen Andersen, the general secretary of UNICEF Denmark, told '21 Søndag'. "This is unethical and illegal. These children are not orphans, and many of these women belive that their children are going on an extended holiday in Denmark."
Records show that 21 children have come to Denmark from Enat Alem via DanAdopt since 2009. The agency said that it had no knowledge that the the orphanage used child harvesters. This past weekend, DanAdopt sent a letter to the parents on the waiting list for Ethiopian children in Denmark, saying that the moratorium on adoptions from Ethiopia was "temporary". The letter goes on to say that there have been no problems with Danish adoptions from Ethiopia since 2009 and that they had not been allowed to see '21 Søndag' before it was aired in order to verify its claims.
Kebele denied that he was paid to find children for adoption and said that he was simply doing outreach work in order to assist poor families. Soliciting children for adoption for profit is punishable by imprisonment in Ethiopia.
The letter from DanAdopt to parents waiting for a child from Ethiopia is here, in Danish.
Mittwoch, 3. April 2013
Prostitution oder Abschiebung? Aufruf von Terre des Femmes
10.000 bis 30.000 Mädchen und Frauen werden jährlich zur sexuellen Ausbeutung nach Deutschland verschleppt.
Derzeit werden Frauen, die sich aus der Zwangsprostitution befreien konnten, rechtlich als illegal eingereiste Ausländerinnen behandelt. Nur, wenn sie gegen die Täter aussagen, dürfen sie unter Umständen während des Strafverfahrens in Deutschland bleiben. Obwohl sie sich durch die Aussage einem hohen persönlichen Risiko aussetzen, werden sie nach Beendigung des Verfahrens abgeschoben.
Bis zum 6. April muss die deutsche Bundesregierung eine EU-Richtlinie, die den Opferschutz von Menschenhandel regelt, umsetzen. Dies bietet der Bundesregierung die Chance, ihre Versäumnisse im Bereich Opferschutz auszuräumen und eine Verbesserung der aufenthaltsrechtlichen Situation für Betroffene von Menschenhandel zu erwirken.
Mein Name ist Christa Stolle und ich leite die Organisation TERRE DES FEMMES in Deutschland. Um die Rechte der Opfer zu stärken, haben wir eine Petition an Innenminister Friedrich auf Change.org gestartet, die die Verbesserung des Aufenthaltsrechts für Opfer von Zwangsprostitution fordert.
In Italien hat sich im Bereich Opferschutz viel getan. Das „italienische Modell“ entkoppelt das Aufenthaltsrecht der Betroffenen von ihrer Aussagebereitschaft in einem Strafverfahren. Für das Opfer besteht eine realistische Chance, einen unbefristeten Aufenthaltstitel zu erhalten.
Unsere Forderungen an den Bundesinnenminister: Frauen, die es geschafft haben, aus ihrer Zwangslage zu fliehen, sind schwer traumatisiert und benötigen dringend Hilfe. Ihnen muss aus humanitären Gründen ein unbefristeter Aufenthaltstitel in Deutschland erteilt werden, ohne den Zwang vor Gericht aussagen zu müssen. Zudem muss Betroffenen geeignete Betreuung und Entschädigung garantiert werden.
Unser Ziel ist es, 30.000 Unterschriften zu sammeln, damit möglichst viele Menschen den Bundesinnenminister auffordern, sich für die Einführung eines unbefristeten Aufenthaltstitels einzusetzen.
Bis zum 6. April muss Deutschland, eine EU-Richtlinie zum Opferschutz für Betroffenen von Menschenhandel umsetzen. Mit dieser Petition setzen wir uns dafür ein, dass unsere Forderungen in der Umsetzung berücksichtigt werden.
Vielen Dank für Ihre Stimme,
Christa Stolle, Vorsitzende TERRE DES FEMMES
Sonntag, 10. März 2013
Betrug bei Adoptionen aus Äthiopien
Die Journalistin Kathryn Joyce betreibt ein Projekt beim Pulitzer Center on Crisis Reporting über die Opfer des Adoptionsboom in Äthiopien. Auf der Projektseite finden sich einige Artikel, videoclips und Vorträge zum Thema. Ein Videoclip begleitet einen Searcher in den Süden Äthiopiens im Sommer 2011. Mit der steigenden Zahl von Adoptionen mit gefälschten Dokumenten steigt auch die Zahl derjenigen Familien, die mit Hilfe von Searchern die Familien ihre Kinder suchen, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. In dem Video wird auch gezeigt, wie gefährlich die Arbeit von Searchern ist, die von Vermittlungsstellen bedroht werden und auch im Gefängnis landen können.
Freitag, 8. März 2013
Terre des Hommes Schweiz stellt Internationale Adoptionen ein
Terre des Hommes Schweiz hat mitgeteilt, dass sie keine weiteren internationalen Adoptionen durchführen werden. Dabei ist besonders die Begründung interessant:
"Seit einigen Jahren schon beobachten wir einen regelmässigen Rückgang internationaler Adoptionen. Davon betroffen sind alle Aufnahmeländer, sowohl in Nordamerika als auch Europa. Der Verbleib des Kindes in seiner leiblichen Familie, Alternativen zur Institutionalisierung der Kinder und die Zunahme nationaler Adoptionen sind teilweise für diese Abnahme verantwortlich. In den Vereinigten Staaten zum Beispiel wurden 2004 rund 24’000 Kinder aus anderen Ländern adoptiert. 2011 zählte man nur noch 9300 internationale Adoptionen.
Dieser Rückgang wirkt sich auch auf das Profil der zur Adoption freigegebenen Kinder aus: Es handelt sich um ältere Kinder manchmal mit einer schweren Vergangenheit, Geschwistergruppen oder Kinder mit besonderen Bedürfnissen, Behinderungen oder Krankheiten. Die Kluft zwischen dem Wunsch der Eltern, ein gesundes Kleinkind zu adoptieren und den reell für eine Adoption verfügbaren Kindern wird immer grösser. Angesichts dieser Realität der internationalen Adoption geben zahlreiche Paare ihr Vorhaben auf. Andere wenden sich in schlecht organisierten und ungenügend kontrollierten Ländern zweifelhaften oder gar betrügerischen Kanälen zu. Dank dem starken Lobbying von internationalen Organisationen wie Terre des hommes und einem Erkenntnisprozess in den Herkunftsländern der Kinder sind solche Praktiken, die deren Interesse nicht wahren, heute ebenfalls rückläufig. Es werden nun aber auch andere Wege beschritten wie die Leihmutterschaft, wo die Gefahr einer neuen Form der «Vermarktung» von Kindern droht."
In Deutschland hat Terre des Hommes schon vor Jahren die Vermittlung von Adoptionen eingestellt und sich sehr kritisch über internationale Adoptionen geäußert.
"Seit einigen Jahren schon beobachten wir einen regelmässigen Rückgang internationaler Adoptionen. Davon betroffen sind alle Aufnahmeländer, sowohl in Nordamerika als auch Europa. Der Verbleib des Kindes in seiner leiblichen Familie, Alternativen zur Institutionalisierung der Kinder und die Zunahme nationaler Adoptionen sind teilweise für diese Abnahme verantwortlich. In den Vereinigten Staaten zum Beispiel wurden 2004 rund 24’000 Kinder aus anderen Ländern adoptiert. 2011 zählte man nur noch 9300 internationale Adoptionen.
Dieser Rückgang wirkt sich auch auf das Profil der zur Adoption freigegebenen Kinder aus: Es handelt sich um ältere Kinder manchmal mit einer schweren Vergangenheit, Geschwistergruppen oder Kinder mit besonderen Bedürfnissen, Behinderungen oder Krankheiten. Die Kluft zwischen dem Wunsch der Eltern, ein gesundes Kleinkind zu adoptieren und den reell für eine Adoption verfügbaren Kindern wird immer grösser. Angesichts dieser Realität der internationalen Adoption geben zahlreiche Paare ihr Vorhaben auf. Andere wenden sich in schlecht organisierten und ungenügend kontrollierten Ländern zweifelhaften oder gar betrügerischen Kanälen zu. Dank dem starken Lobbying von internationalen Organisationen wie Terre des hommes und einem Erkenntnisprozess in den Herkunftsländern der Kinder sind solche Praktiken, die deren Interesse nicht wahren, heute ebenfalls rückläufig. Es werden nun aber auch andere Wege beschritten wie die Leihmutterschaft, wo die Gefahr einer neuen Form der «Vermarktung» von Kindern droht."
In Deutschland hat Terre des Hommes schon vor Jahren die Vermittlung von Adoptionen eingestellt und sich sehr kritisch über internationale Adoptionen geäußert.
Sonntag, 3. März 2013
Adoptionsboom in Uganda
CNN hat einen kritischen Bericht über Adoptionen aus Uganda veröffentlicht. Rapide ansteigende Adoptionszahlen gehen Hand in Hand mit neu gegründeten Kinderheimen, Missverständnissen von Seiten der abgebenden Eltern und fehlender Regulierung und Kontrolle. Nach Aussage einer Kinderrechtsaktivistin werden Kinder aktiv zur Adoption rekrutiert:
"Orphan creation does happen a
lot in Uganda, and this is done by adoption facilitators who will go and scout
the slums, find vulnerable families and talk them into giving up their
children."
Samstag, 2. März 2013
Dänemark stoppt Adoptionen aus äthiopischem Kinderheim
Ein Artikel der Copenhagen Post vom 01. März 2013 berichtet von einer Inspektionsreise der dänischen Sozialbehörde nach Äthiopien. Dort besuchten die Inspektoren das Kinderheim Enat Alem und fanden katastrophale Bedingungen vor. Als eine Konsequenz stoppte die dänische Sozialministerin Karen Hækkerup alle weiteren Adoptionen von dem Heim nach Dänemark.
Nach Angaben der Inspektoren fehlte es in dem Heim sowohl an Nahrungsmitteln, essentieller Pflege sowie medizinischer Versorgung. In einem Brief an die dänische Vermittlungsstelle DanAdopt führte die Sozialministerin aus, dass die Ausstattung des Heims gegen "fundamentale ethische Prinzipien" verstoße.
Der Brief stellt fest, dass die Bedingungen in dem Heim gegen äthiopische Gesetze verstießen. Das Heim Enat Alem war auch Gegenstand des Films 'Mercy, Mercy - der Preis von Adoptionen'. Der Direktor des Heims wurde in dem Film mit den Worten zitiert, dass die Kinder in Dänemark eine Ausbildung erhielten und dann nach Äthiopien zurückkämen. Die dänische Vermittlungsstelle DanAdopt erklärte diese Lüge des Direktors mit "kulturellen Differenzen". Die Ermittlungen der dänischen Sozialbehörde sind noch nicht abgeschlossen.
Nach Angaben der Inspektoren fehlte es in dem Heim sowohl an Nahrungsmitteln, essentieller Pflege sowie medizinischer Versorgung. In einem Brief an die dänische Vermittlungsstelle DanAdopt führte die Sozialministerin aus, dass die Ausstattung des Heims gegen "fundamentale ethische Prinzipien" verstoße.
Der Brief stellt fest, dass die Bedingungen in dem Heim gegen äthiopische Gesetze verstießen. Das Heim Enat Alem war auch Gegenstand des Films 'Mercy, Mercy - der Preis von Adoptionen'. Der Direktor des Heims wurde in dem Film mit den Worten zitiert, dass die Kinder in Dänemark eine Ausbildung erhielten und dann nach Äthiopien zurückkämen. Die dänische Vermittlungsstelle DanAdopt erklärte diese Lüge des Direktors mit "kulturellen Differenzen". Die Ermittlungen der dänischen Sozialbehörde sind noch nicht abgeschlossen.
Mittwoch, 27. Februar 2013
Interesse an einer Adoption aus Äthiopien?
Für alle, die eine Adoption aus Äthiopien erwägen, gehört der Film Mercy, Mercy zum Pflichtprogramm. Kein Adoptionsbewerber sollte sich auf die Reise nach Äthiopien machen, ohne ihn bewusst gesehen und die Implikationen verstanden zu haben. Niemand sollte glauben, dass die dort gezeigten Denk- und Handlungsweisen Ausnahmen sind. Sie sind es nicht; weder auf der äthiopischen noch auf der westlichen Seite.
Es gibt in jetzt auf You Tube mit englischen Untertiteln zu sehen.
Es gibt in jetzt auf You Tube mit englischen Untertiteln zu sehen.
Mittwoch, 6. Februar 2013
Du nervst!
In der soeben neu erschienenen
Autobiographie von Mark Twain findet sich die Erinnerung des amerikanischen
Schriftstellers an den Sklavenjungen Sandy, der ständig vor sich hin gesungen hat und
dadurch dem kleinen Samuel Clemens (so Mark Twains wirklicher Name) auf die
Nerven ging. Der beschwert sich schließlich bei seiner Mutter über den ewigen Gesang:
„Da traten ihr Tränen in die Augen, ihre Lippe zitterte, und sie sagte
etwa Folgendes: ,Der arme Kerl, wenn er singt, heißt das, dass er sich nicht
erinnert, und das tröstet mich; aber wenn er schweigt, fürchte ich, dass er
nachdenkt, und das kann ich nicht ertragen. Er wird seine Mutter niemals
wiedersehen; wenn er singt, darf ich ihn nicht daran hindern, sondern muss
dankbar dafür sein. Wenn du älter wärst, würdest du mich verstehen; dann würde
dich der Lärm eines Kindes ohne Freunde froh stimmen.' Es war eine schlichte
Rede, und sie bestand nur aus kleinen Worten, aber sie traf den Kern, und
Sandys Lärm beunruhigte mich nicht mehr."
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